Feiertagsköstlichkeiten

4 Minuten

© Fotolia
Feiertagsköstlichkeiten

Meist endet das Jahr mit kulinarischen Höhepunkten. Ob Adventskaffee und -feiern, Nikolaus, Weihnachten, Silvester oder einfach nur der Übergang ins neue Jahr: Es wird gekocht und gebacken. Wer Diabetes hat, macht sich vor dem festlichen Ereignis meist ein paar Gedanken mehr, plant etwas mehr als andere. Unsere Tipps und Rezepte für ein köstliches und passendes Festmahl können Ihnen dabei helfen.

“An Weihnachten wird immer so viel gegessen, da nehme ich regelmäßig zu!”

“Meine Blutzuckerwerte geraten an den Feiertagen jedes Mal aus dem Ruder.”

“An Neujahr ist der Waagezeiger nach rechts gewandert, und ich bekomme die Kilos einfach nicht mehr runter …”

Vielleicht kennen Sie das? Die meisten Menschen freuen sich darauf, zwischen den Jahren mehr Zeit für Familie, Freunde und natürlich die eine oder andere Leckerei zu haben; doch die Aufwärtsspirale des Gewichts passiert weniger im Advent als vielmehr von Januar bis November! Aber an den Feiertagen fällt es vielen bewusster auf, dass es mehr zu essen gibt.

Tatsächlich sind häufig Portionen zu groß, es wird zu viel nebenbei gesnackt und unbewusst genascht – übers ganze Jahr hinweg! Das führt meist zum Kiloplus. Viele Menschen steigen selten auf die Körperwaage, und zu Jahresbeginn ist es dann wieder so weit, gefolgt vom pfundigen Erwachen. Ein Sündenbock ist schnell gefunden: Schlemmen an den Feiertagen.

Die kleinen Kalorienfeinde aus dem Kühlschrank

Ein Stück Käse vor dem Fernseher, eine Scheibe Wurst oder ein Würstchen auf der Hand, ein paar Nüsse oder ein gekochtes Ei für unterwegs: Das alles hat zwar keine direkte Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, aber aufs Gewicht. Denn ganz gleich, ob Nüsse, Käse oder Wurst: Alle enthalten Fett und auch Eiweiß. Hier kommt es auf die Menge an, die tagtäglich zu den Hauptmahlzeiten on top gesnackt wird. Das ist besonders wichtig für Typ-2-Diabetiker. Bei den meisten ist eine Normalisierung ihres Körpergewichts ein wichtiger Therapiebestandteil.

Doch auch für Menschen mit Typ-1-Diabetes, die ein paar Pfunde zu viel haben, lohnt sich zu prüfen, wie viele solcher Naschereien zum Alltag gehören. Es ist schon sehr verlockend, wenn beim Öffnen der Kühlschranktür so manches Kalorienbündel zum Greifen nahe bereitliegt. Tipp: Packen Sie Wurst, Käse und Co in fest verschließbare Dosen und lagern sie nicht direkt auf Augenhöhe im Kühlschrank.

Wenn die pikante Knabberlust naht

Wer beispielsweise abends nach der letzten Hauptmahlzeit immer wieder in die Snackfalle tappt, kann sich selbst davon ablenken: nur kleine Portionen im Kühlschrank lagern, auf Augenhöhe beispielsweise Snackgemüse bereitlegen; auch Kirschtomaten (Tomaten immer bei Zimmertemperatur aufbewahren) überbrücken die Lust auf etwas zum Kauen.

Statt Kartoffelchips bieten Drogeriemärkte zum Beispiel Rote-Bete-, Paprika-, Tomaten- oder Wirsingchips. Achten Sie darauf, dass diese nicht frittiert sind; das lässt sich in der Zutatenliste erkennen. Passende Produkte sind frei von Ölen und Fetten jeglicher Art.

Auch eine Tasse Bouillon kann den Heißhunger auf pikante Knabbereien drosseln. Wer beispielsweise über das Jahr hinweg darauf achtet, eher fett- und kalorienfreundlich zu knabbern, wird beim Schlemmen an den Festtagen nicht zwangsläufig zunehmen.

Alternativen für Freunde süßer Snacks

Pralinen, Schokolade, Eis, Plätzchen, Gummibärchen – wer Süß mag, kann hier kaum widerstehen. Nur leider wird damit das tägliche Fett- und Kalorienkonto meist deutlich überschritten. Hinzu kommt, dass die meisten Süßigkeiten so überzuckert sind, dass sie den Blutzucker deutlich erhöhen und auch nicht vor einer Gewichtszunahme haltmachen.

Wenn schon Schokolade, dann am besten in kleiner Menge. Abgepackte Riegel und einzeln verpackte Pralinen bieten sich an. Außerdem kann ein persönliches Limit helfen, standhaft zu bleiben: beispielsweise in der Woche ein Stück, am Wochenende zwei.

Fruchtgummi und Gummibärchen sind Blutzuckerbooster und eignen sich bei einer Unterzuckerung; als herkömmliche Nascherei sind sie bei Diabetes nicht empfehlenswert.

Wer gern Eis genießt, kann das Eis auch selbst machen. Schnell, einfach, lecker, von Kalorien und Kohlenhydraten her überschaubar ist es, Tiefkühlfrüchte wie Beeren oder Mango ohne Zusätze etwas antauen zu lassen, in ein hohes Gefäß zu geben, etwas Magerquark und einen Schuss kohlensäurehaltiges Mineralwasser oder Magermilchjoghurt sowie etwas flüssigen Süßstoff dazuzugeben. Mit einem Passierstab sämig pürieren – schon ist cremiges Blitzeis fertig.

Bei Plätzchen und Kuchen empfiehlt es sich, selbst zu backen. Dazu finden Sie im Diabetes-Journal über das Jahr hinweg Rezeptideen. Auch hier lohnt sich, die persönliche Menge vorab festzulegen: also beispielsweise ein Stück Kuchen oder zwei Kekse.

Wer gern Schokolade mag, kann sich einen kalorienfreundlichen Kakao zaubern. Dazu eignen sich fettarme Milch, ungesüßte Soja-, Mandel- oder Reismilch. Kokosmilch ist fettreicher und kann mit etwas Wasser verdünnt werden, ohne an Geschmack zu verlieren. Die Flüssigkeit erhitzen, Kakaopulver einrühren und mit etwas Flüssigsüßstoff süßen!

Bewusst genießen … und nicht einfach so nebenbei essen

Ganz gleich, ob an den bevorstehenden Festtagen oder im restlichen Jahr: Es gibt immer wieder Situationen, in denen mehr gegessen wird als üblich. Wer Insulin spritzt, sollte seine Dosis entsprechend anpassen. Wer lediglich auf Kalorien und Gewicht achtet, reduziert im Anschluss seine Mengen an Kalorienreichem. Damit kein unnötiges Magenknurren aufkommt, erhöhen Sie Gemüse und Salatportionen.

Für ein gutes Gefühl, Gewicht und Blutzucker in Balance hilft es, sich täglich mehr zu bewegen: zum Beispiel bei jedem Wetter eine halbe Stunde spazieren gehen und die Dinge des Alltags zu Fuß erledigen. Wer dazu seine Portionen nicht zu üppig wählt, regelmäßig Gemüse und Salat isst, tut einiges dafür, dass Gewicht und Blutzucker im Einklang bleiben. Dann können Ihnen die kommenden Feiertage in Sachen Gewicht nichts anhaben. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim bewussten Genießen und regelmäßigen Bewegen.

Das große Weihnachtsmenü 2016

Es ist gute Tradition, dass Sie in der Dezember-Ausgabe des Diabetes-Journals das große Weihnachts-Menü finden. Verwöhnen Sie Ihren Gaumen mit Rote-Bete-Suppe, Seeteufel im Gemüsebett mit Polenta-Schnitten und einem süßen, schokoladigen Ausklang.

Rote-Bete-Suppe

Rote Bete liegt voll im Trend: ob als luftgetrocknete Chips, Bestandteil von Salaten oder wie in unserem Menü als Suppe. Die wunderbar farbigen Knollen sind kalorien­arm und reich bestückt mit Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Heutzutage werden sie nicht mehr als kohlenhydrathaltige Gemüseportion berechnet.

zum Rezept

Seeteufel im Parma-Mantel auf einem Lauchbett

Seeteufel ist ein echter Edelfisch mit angenehm festem Fleisch und einem sehr niedrigen Fettgehalt. Durch seinen Parmaschinken-Mantel in unserem Rezept schmeckt er besonders pikant. Auf seinem vitaminreichen Lauchgemüsebett macht er auch bei Gästen einen raffinierten Eindruck. Und die Zubereitung ist kein Hexenwerk, sondern auch für Kochanfänger geeignet.

zum Rezept

Polenta-Schnitten mit Camembert-Tomaten

Wie wäre es statt Reis oder Nudeln mit unseren Polenta-Schnitten? Der Maisgrieß lässt sich prima einen Tag im Voraus kochen. Unsere Zubereitung im Ofen spart Fett und automatisch Kalorien. Das gewisse Etwas gibt es durch cremigen Käse und fruchtige Tomaten.

zum Rezept

Schokoladen-Mug-Cake mit Vanille-Birnen

Was wäre ein Festmahl ohne etwas Süßes? Hoch im Kurs bei Groß und Klein steht ­Schokolade. Auch hier lässt sich das Birnenkompott bereits am Vortag kochen. Der Schokoteig für den süßen Tassenkuchen ist schnell gerührt und noch schneller in der Mikrowelle gebacken. Dank Halbfettbutter sparen Sie Fettkalorien – und Süßstoff ersetzt den Zucker. Servieren Sie ihn lauwarm – ein Hochgenuss.

zum Rezept


Für unser Weihnachtsmenü müssen Sie keine Stunden in der Küche zubringen. Dabei ist es bunt, abwechslungsreich, steckt voller Vitamine, Mineralien, sekundärer Pflanzenstoffe und natürlicher Ballaststoffe. So bleibt allen Köchen genug Zeit, die Köstlichkeiten mit allen Gästen in vollen Zügen zu genießen. Ich wünsche Ihnen entspannte und frohe Festtage sowie ein gesundes neues Jahr!

Herzlichst,
Ihre Kirsten Metternich


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (12) Seite 80-83

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Rezepte fürs Diabetes-Anker-Weihnachts-Menü 2025
Die Rezepte fürs festliches Diabetes-Anker-Weihnachts-Menü 2025: Cremige Sellerie-Maronen-Suppe, saftige Putenrollen mit Apfel-Rotkohl und aromatischem Karotten-Zwiebel-Reis und erfrischende Zitronen-Kokos-Creme – drei köstliche Gänge, die Tradition und bewusste Ernährung perfekt vereinen.
Rezepte fürs Diabetes-Anker-Weihnachts-Menü 2025 | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch

4 Minuten

24 gesunde Tipps für die Adventszeit
24-mal ein Türchen zu öffnen, ist eine große Freude für Jung und Alt: Wie wäre es mit einem Kalender der etwas anderen Art – mit Tipps für ein Plus an Gesundheit für die Adventszeit?

6 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 6 Stunden, 31 Minuten

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂