- Aus der Community
Jeder Biss zählt
2 Minuten

Tine Trommer lebt in Berlin und bloggt über ihren Diabetes, auch für die Blood Sugar Lounge. In dieser neuen Kolumne schreibt sie über das Leben einer jungen Frau mit Diabetes in der Metropole – mit allem, was dazugehört.
Heute verrate ich euch ein Geheimnis: Ich halte nicht viel von Einschränkungen in meiner Küche. Seitdem ich meine Typ-1-Diabetes-Diagnose habe, versuche ich ständig, die Therapie mit meinem Arzt so weiterzuentwickeln, dass ich mein Leben so kompromisslos “normal” wie möglich leben kann, ohne dabei meine Gesundheit zu gefährden. Essen ist da ein wirklich wichtiges Thema für mich. Denn ich liebe Essen und es ist so viel mehr als nur Energieaufnahme für mich, gerade auch für mein Leben in der Großstadt.
Es bedeutet Einfluss auf den Blutzucker, Genuss, Erinnerungen, Kreativität, Spaß, Gesellschaft und Glück und soll auf keinen Fall negativ behaftet sein. Also koche ich viel selbst, probiere Neues, teste die spannendsten Restaurants Berlins und versuche, den Mut derer dann in meine eigene Küche zu tragen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich täglich stundenlang hinter dem Herd stehen muss. Außerdem: Wer schafft das denn im Alltag schon?
Wir verkomplizieren das Thema Essen heutzutage künstlich
Bereit für ein weiteres Geheimnis? Okay, nur für euch: Gutes, gesundes Essen ist tatsächlich sehr simpel und schnell im hektischen Alltag zuzubereiten. Wir verkomplizieren das Thema heutzutage künstlich durch Diäten und Trends, dabei haben wir mit dem Diabetes schon genug zu tun. Einfachheit ist der Schlüssel. Ich folge in meiner Küche keiner bestimmten Ernährungsweise, sondern versuche generell, simpel und ausgewogen zu essen, auf meinen Bauch zu hören, meinen Kopf einzuschalten und wenig in Fabriken produzierte Nahrungsmittel zu verarbeiten, und genau das kann ich euch empfehlen.
Überlegt doch mal: Alles, was ihr esst, soll den Körper mit Energie und Nährstoffen versorgen und hat Einfluss auf Wohlbefinden und Blutzucker! Es ist also sinnvoll, einen etwas genaueren Blick auf den Teller zu werfen, zu überlegen, wo die Dinge herkommen, die da im Topf kochen, und öfter auf simple und natürliche Lebensmittel zurückzugreifen. Das bedeutet nicht, dass ihr nie wieder Tiefkühlpizza essen dürft! Die Menge macht’s, wie immer und überall.
Einen Spaziergang über die örtlichen Wochenmärkte machen
Solltet ihr im Alltag trotzdem eher Ernährungsmuffel sein, schlage ich vor, jetzt im Sommer mal einen Spaziergang über die örtlichen Wochenmärkte zu machen (das ist ganz nebenbei auch noch gut für den Schrittzähler!). Obst und Gemüse sind jetzt reif und bunt und vielseitig und werden garantiert eure Kreativität wecken. Meine Liebsten hier in Berlin sind zum Beispiel der Markt am Winterfeldplatz in Schöneberg oder der Wochenmarkt am Maybachufer, nur unweit vom Kottbusser Tor.
Glaubt es mir: Jetzt im Sommer ist tatsächlich die beste Zeit, ganz einfache und erfrischende Rezepte auszuprobieren, den Herd mal aus zu lassen und sich vielleicht mal ganz neuen, unbekannten Gemüsesorten zu widmen, für die ihr bisher vielleicht nicht den Mut hattet. Traut euch! Für ein bewussteres Genießen.
Eure Tine
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (8) Seite 36
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 5 Tagen, 18 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?




