- Ernährung
Ketogen essen – wie geht das?
4 Minuten
Mehrere Wochen ketogene Ernährung: Lena Schuster hat den Selbstversuch gewagt. Zwischen weniger Insulin-Spritzen, stabileren Glukosewerten und dem Traum von mehr Freiheit erlebt sie Lichtblicke – und Grenzen, die den Alltag erschweren.
Vor einigen Jahren kam ich auf die Idee, die ketogene Ernährung auszuprobieren. Im Internet gab es Berichte von Menschen mit Diabetes, die gute Erfahrungen damit gemacht haben. Sie brauchten weniger Insulin und fühlten sich insgesamt fitter. Klang gut und so wollte ich das auch am eigenen Leib erfahren.
So wenig Insulin wie möglich, stabilere Glukoseverläufe und dazu positive Effekte wie, fitter durch den Alltag zu kommen, – ausschlaggebende Argumente für mich als Typ-1-Diabetikerin, ketogenes Essen einfach einmal auszuprobieren. Welcher Mensch mit Diabetes träumt nicht davon, einfach nach Lust und Laune zu essen, ohne dafür spritzen zu müssen? Mal nicht auf den Glukosewert zu achten und irgendwo hineinzubeißen?
Das ist für einen Großteil der Gesellschaft normaler Alltag, bei Typ-1-Diabetes leider nicht. Und diese versteckten Träume brachten mich dazu, mich an die ketogene Ernährung zu wagen. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Vorher genau informieren
Der Start in diese Ernährungsform ist nicht einfach so möglich. Es ist wichtig, sich mit den Bestandteilen der Lebensmittel auseinanderzusetzen. Schließlich sind bei dieser Form des Essens maximal 20 Gramm Kohlenhydrate am Tag erlaubt, zumindest bei der Variante, die ich gewählt hatte. Eine Scheibe Brot überschreitet bereits diese Grenze. Stellt sich die Frage: Was gibt es denn jetzt zu essen? Was ist möglich, was nicht? Das sind zentrale Fragen, die ich mir anfänglich stellte.
Zudem muss man wissen, dass die ketogene Ernährung aus etwa 6 bis 8 Prozent Eiweiß und knapp 90 Prozent Fett besteht. Diese Zahlen machen bereits deutlich, dass es zumindest zu Beginn der Umstellung ratsam ist, Unterstützung hinzuzuziehen, ggf. digital.
Einfach hineinzubeißen, ohne nachzudenken, blieb ein Traum
Tag 1 bestand demnach daraus, erst einmal eine Liste zu erstellen. Darin waren die Bestandteile Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Kalorien pro Lebensmittel notiert. Danach rechnete ich mir aus, welche Nahrungsmittel in welcher Kombination und Menge ich nun essen kann. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann kann ich mir nur noch fassungslos an den Kopf greifen.
Der Traum davon, einfach irgendwo hineinzubeißen, blieb leider ein Traum. Bevor ich etwas essen wollte, musste ich das Nahrungsmittel abwiegen, an den Computer gehen und mir ausrechnen, ob dort nun zu viele Kohlenhydrate enthalten sind. Spontanität gibt es bei dieser Ernährungsform nicht. Und das ist etwas, das mir am meisten fehlt im Umgang mit der Erkrankung Diabetes.
Zudem ist diese Ernährungsform aus meiner Sicht überhaupt nicht alltagstauglich. Sich mit Freunden in ein Café oder in ein Restaurant zu setzen, macht hier leider keinen Spaß. Schließlich ist normaler Kuchen tabu, beim Hauptgericht heißt es Fleisch mit Soße und Gemüse, aber bitte die leckeren Spätzle abbestellen. Und Nachtisch ist generell verboten.
Meine besten Glukosewerte
Allerdings hätte ich diese Ernährungsform nicht mehrere Wochen durchgeführt, wenn es nichts Positives zu berichten gäbe. Bereits am ersten Tag konnte ich meinen Insulinbedarf drastisch reduzieren. Sehr zögerlich und unsicher spritzte ich nur das Langzeit-Insulin und verzichtete auf das schnelle Mahlzeiten-Insulin. Damit sparte ich mir an einem Tag mindestens dreimal das Spritzen. Dieser Teil der Umstellung war zu diesem Zeitpunkt ein wahr gewordener Traum für mich. Nur morgens und abends jeweils eine Spritze geben und den Rest des Tags befreit sein davon – auch heute noch denke ich an dieses Glücksgefühl zurück.
Und ich hatte die besten Glukosewerte während all der Jahre, in denen ich Diabetikerin bin. Wie zu Beginn erwähnt, bringt diese Ernährungsform noch weitere positive Aspekte mit sich. Ich war in den Vorlesungen konzentrierter und fiel nach dem Mittagessen nicht wie sonst in ein Mittagstief.
Da ich die ketogene Ernährung nach etwa fünf bis sechs Wochen abbrach, ist naheliegend, dass die Situation irgendwann stark gekippt war. Der Körper stellte sich auf die veränderte Energiezufuhr um. Nach mehreren Wochen wirkte die übliche Insulinrate kaum noch. Zunächst erhöhte ich die Dosis des Langzeit-Insulins, um die Glukosewerte senken zu können – leider mit wenig Erfolg. Ich begann, wieder schnelles Insulin zu spritzen. Und damit war einer der Vorteile der Umstellung nicht mehr vorhanden: der Verzicht auf das Spritzen zu den Mahlzeiten. Jedoch merkte ich auch beim schnellen Insulin, dass es nicht die gleichstarke Wirkung wie vor der Ernährungsumstellung hatte. Ich spritzte immer mehr Insulin und es passierte nichts.
Auf einmal erlebte ich eine schlechtere Insulinwirkung
Die entscheidenden Gründe, die andere Ernährungsform auszuprobieren, waren ein verbesserter Glukoseverlauf und eine Reduktion der Spritz-Frequenz. Diese Argumente waren nun nichtig. Des Weiteren ängstigte mich die schlechte Insulinwirkung. Schließlich bin ich darauf angewiesen, dass mein Körper Insulin gut aufnehmen und verarbeiten kann. Daher beendete ich die ketogene Diät.
Der erste Tag der Umstellung zurück zur bisherigen Ernährungsweise brachte extrem hohe Glukosewerte mit sich. Das hatte ich erwartet, denn nun hatte ich wieder wie üblich einiges an Kohlenhydraten gegessen. Insgeheim hatte ich die Sorge, dass das Insulin auch nach Ende der ketogenen Ernährung weiter schlecht bis kaum wirken würde. Das war zum Glück nicht der Fall. Nach ein paar Tagen kehrte die gewohnte Insulinwirkung zurück.
Ein lachendes und ein weinendes Auge
Zurückblickend kann ich dem Ganzen nicht nur Negatives abgewinnen. Ich bin froh, dass ich die Umstellung wagte. So konnte ich für mich und meinen Körper herausfinden, dass eine ketogene Ernährung mir nicht guttut. Die Vorstellung von einem ähnlichen Glukoseverlauf wie bei einem Menschen ohne Diabetes in Kombination mit weniger Spritzen blieb ein schöner Traum.
In all diesen Wochen setzte ich mich sehr viel mit dem Thema Ernährung auseinander und probierte eine Menge neuer Rezepte. Von diesem Wissen profitiere ich noch heute. Ich esse immer mal wieder eine Kohlenhydrat-reduzierte Mahlzeit, ohne die Bestandteile der Lebensmittel in einer Liste nachzusehen. Und mir ist noch klarer geworden: Einfach mal im Café ein Stück Kuchen zu essen, bedeutet für mich einen Moment des Glücks, den ich in meinem Leben nicht missen möchte.
Schwerpunkt „Sinnvolle Ernährung bei Diabetes“
von Lena Schuster
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (3) Seite 21-22
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 4 Tagen, 9 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 2 Tagen, 5 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 2 Tagen, 3 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 5 Tagen, 1 Stunde
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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