Kohlenhydrate: Von kleinen und großen Händen

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Kohlenhydrate: Von kleinen und großen Händen

Die Empfehlungen für eine gesunde Kohlenhydrat-Menge unterscheiden sich in den aktuellen Medien stark – auch weil Low-Carb-Diäten im Trend liegen wie Logi, Atkins oder eine „ketogene Ernährung“. Es kommt aber nicht auf die prozentuale Menge, sondern viel mehr auf die Art der Kohlenhydrate an.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen in ihren aktuellen Leitlinien, täglich 50 bzw. 45 bis 60 Prozent der Gesamtenergiemenge in Form von Kohlenhydraten zu essen. Bei einem Tagesbedarf von rund 2 000 Kilokalorien entspricht das 225 bis 300 g Kohlenhydraten (entspricht 25 – 30 KE bzw. 19 – 25 BE). Begründet ist dies aus Studien, die auch die Komplexität von Kohlenhydraten berücksichtigen.

Das Risiko für viele ernährungsmitbedingte Krankheiten kann gesenkt werden durch eine hohe Aufnahme kohlenhydrathaltiger Vollkornprodukte sowie vieler Ballaststoffe – das sind unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Nahrungsmittel. Die Gefahr von krankhafter Fettleibigkeit steigt dagegen vor allem durch zuckergesüßte Getränke wie Limonaden, Cola, Eistee und einen hohen Konsum energiereicher Fertigprodukte.

Wie sich Kohlenhydrate unterscheiden

Kohlenhydrate werden unterschieden bezüglich der Anzahl ihrer Zuckerbausteine, aus denen sie sich zusammensetzen: Einfach- und Zweifachzucker (Mono- bzw. Disaccharide) wie Traubenzucker (Glukose) und Haushaltszucker (Saccharose) eignen sich zum Beispiel, um den Blutzucker bei einer Unterzuckerung schnell ansteigen zu lassen. In allgemeinen Empfehlungen sollten sie nur eine untergeordnete Rolle spielen. Praktisch gilt es, ihren Anteil bei Diabetes unter 10 Prozent der täglichen Gesamtenergiemenge zu halten.

Eine Erhöhung des Blutzuckers durch rasch wirksame Kohlenhydrate führt zu einer schnellen und starken Insulinausschüttung; dies kann das Entstehen freier Sauerstoffradikale begünstigen und entzündungsfördernd wirken. Als ideale Kohlenhydratträger bieten sich Mehrfachzucker an(Polysaccharide): Diese müssen vom Körper zunächst in ihre Einzelteile zerlegt werden, bevor sie nach und nach ins Blut abgegeben werden. Die Folge ist ein langsamer Anstieg des Blutzuckers wie bei Vollkornbrot, Hülsenfrüchten oder Vollkornmüsli.

Praktisch ist es ganz einfach: Je mehr Ballaststoffe ein Lebensmittel enthält, desto günstiger ist es für den Verlauf des Blutzuckers. Zudem sättigen sie und können die Verdauung auf natürliche Weise anregen.

Auf die richtige Verteilung kommt es an

Bei der Verwendung von Mahlzeiteninsulin sowie der Einnahme bestimmter Diabetes-Medikamente wie Sulfonylharnstoffe ist die Abstimmung mit den tatsächlich gegessenen Kohlenhydraten notwendig. Das korrekte Einschätzen der Kohlenhydratmengen sollte geübt werden. Dazu bietet sich Wiegen kohlenhydrathaltiger Lebensmittel an – besonders wichtig für Typ-1-Diabetiker. Kohlenhydrat-Austauschtabellen oder Apps für das Smartphone können dabei unterstützen.

Die gleichmäßige Verteilung der gegessenen Kohlenhydrate über den Tag unterstützt gerade beim Typ-2-Diabetes die Therapie und kann zur langfristig normnahen Blutzuckereinstellung beitragen. Die Bauchspeicheldrüse wird durch eine gleichmäßige Anflutung von Kohlenhydraten im Blut entlastet.

Lesetipp

Die Diabetes-Journal-Nährwert-Tabelle: BE, KE und Kalorien auf einen Blick, von Kirsten Metternich www.medtrix-shop.de (10 €)

Neben der gegessenen Kohlenhydratmenge spielen deren Verarbeitungsgrad, Ballaststoffgehalt sowie die Kombination mit Fett und Eiweiß eine entscheidende Rolle. Der Blutzuckeranstieg kann stark verzögert sein gerade bei sehr ballaststoffreichen sowie fett- und eiweißhaltigen Mahlzeiten: zum Beispiel bei Erbsen- oder Linseneintopf, fettreichen Speisen wie Käsespätzle oder Pizza. Hier kann es notwendig sein, die benötigte Insulinmenge zeitverzögert zu spritzen.

Im Hinblick auf Ballaststoffe wird Diabetikern eine Tagesmenge von 40 g empfohlen. Allerdings zeigen sich auch bei geringeren Mengen positive Effekte auf Blutzucker und Sättigung. Eine regelmäßige bewusste Aufnahme vor allem unlöslicher Ballaststoffe kann eine vorhandene Insulin-Unempfindlichkeitverbessern. Lösliche Ballaststoffe wirken günstig auf den Glukose- und Fettstoffwechsel. Beide Arten sind in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten; je weniger sie verarbeitet sind, desto besser ist es.

Hülsenfrüchte mehrfach pro Woche

Auch wenn sich manche Empfehlungen zunächst abstrakt anhören, ist die praktische Umsetzung gar nicht schwierig. Die tägliche Kohlenhydratauswahl sollte bevorzugt bestehen aus komplexen, also ballaststoffreichen Lebensmitteln. Dazu eignen sich gut Produkte aus dem vollen Korn wie Vollkornnudeln und Vollkornbrot, egal ob feinvermahlen oder grob. Haferflocken im Müsli bieten sich an. Beim Backen kann ein Teil des verwendeten Mehls der Type 405 durch eines mit höherem Ausmahlungsgrad (also mit höherer Type) ersetzt werden.

Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Kidneybohnen sollten bis zu 4-mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Dazu werden täglich 5 Portionen Gemüse und Obst empfohlen. Faustregel: kleine Hände – kleine Portion, große Hände – große Portion. Sparsam zugehen sollte es bei zuckerhaltigen Produkten wie Getränken, Süßigkeiten, Kuchen und Zucker.

Wie erwähnt, wird täglich eine Menge von maximal 10 Prozent der Gesamtenergiemenge aus zuckerhaltigen Lebensmitteln empfohlen. Praktisch entspricht dies beim täglichen Energiebedarf von 2 000 Kilokalorien gerade einmal 200 Kilokalorien. Wer einen halben Liter Limonade trinkt oder 40 g Schokolade oder Chips isst, hat dies schon erreicht.


von Joana Greiner

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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (5) Seite 26-27

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  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 2 Tagen, 1 Stunde

    Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

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