Erfahrungsbericht von Conny: Mit Insulinpumpe nach Südafrika

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© Cornelia Doll
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Erfahrungsbericht von Conny: Mit Insulinpumpe nach Südafrika

Die Reise nach Südafrika war seit Langem der absolute Traum von Cornelia Doll. Es war aufregend für sie: Eine Reise nach Afrika mit Diabetes? Was musste sie einpacken? Was sollte sie bei einer kaputten Pumpe tun? Wie liefe die Zeitumstellung, wie das Leben mit Diabetes an Bord eines Kreuzfahrtschiffs?

Los ging es mit der Planung. Nachdem ich möglichst viel erleben wollte, hatte ich mich für eine Kreuzfahrt mit einem der AIDA-Schiffe entschieden. Es war die beste Entscheidung, die ich hatte treffen können.

Steckbrief von Cornelia Doll

  • Alter: 29 Jahre
  • Beruf: Steuerungsunterstützung bei der Landeshauptstadt München und Bloggerin
  • Diabetes seit: 19 Jahren
  • Hobbys: Reisen, Sport, leckeres Essen
  • Lebensmotto: „Und weil ich es noch nie versucht habe, bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe“ (by Pippi Langstrumpf)
  • Kontakt: @zuckerschockconny (Instagram)
Cornelia „Conny“ Doll (Foto: Jennifer Sanchez / MedTriX)

Gut drei Wochen vor dem Abflug überprüfte ich, ob ich alles hatte, was ich für die 14 Tage brauchte. Ich rechne für Reisen immer mit der doppelten Menge bei meinem Insulin und sonstigem Bedarf. Folgendes Zubehör packte ich ein:

Um auf Nummer sicher zu gehen, hatte ich außerdem bei Ypsomed, dem Hersteller meiner Insulinpumpe, eine Urlaubspumpe beantragt. All das packte ich in meinen Diabetes-Beutel (siehe Foto rechts). Diesen Beutel nutze ich, damit im Rucksack nichts zerdrückt wird oder kaputt geht. Weiterer Vorteil: Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen brauche ich den Beutel nur herauszulegen.

Doppelte Menge Insulin

Ich nutze das Insulin NovoRapid in Form der PumpCart für die Insulinpumpe. Zusätzliches Insulin packe ich immer separat in eine stoßfeste, nicht kühlende Box. Die Insulin-Patronen wickelte ich für die Reise in wiederverwertbares Küchenpapier, das reichte aus. Ersatzpumpe, Insulin und Sensoren hatte ich nicht in den Koffer, welcher aufgegeben wird, gepackt. Denn die Frachträume sind oft kalt und das Insulin oder die Sensoren hätten somit beschädigt werden können.

Aus Erfahrung weiß ich, wie lange mir eine PumpCart reicht. Vorsorglich hatte ich doppelt so viel Insulin eingepackt. Einige Patronen NovoRapid, die ich noch aus meiner Zeit als Nutzerin eines Insulinpens hatte, und eine Patrone meines früheren Langzeitinsulins Lantus hatte ich auch eingepackt – für den Notfall. Die Insulin-Dosierungen hatte ich mir notiert und ebenso dabei.

Meine Diabetologin hatte mir eine Bestätigung zu meiner Diabetes-Erkrankung für Auslandsreisen erstellt, falls es Schwierigkeiten geben sollte. Hier konnte ich eintragen, was ich alles mitführen musste. Diese Bestätigung habe ich aber noch nie gebraucht.

Mein erster Urlaub mit Insulinpumpe

Vor dem Start des Flugs und beim Landeanflug auf Capetown hatte ich die Insulin-Abgabe in der Pumpe gestoppt und den Katheter vom Körper gelöst. Auf Flughöhe hatte ich alles wieder angebracht und die Insulin-Abgabe wieder gestartet. Dieses Vorgehen hatte mir meine Diabetologin aufgrund des unterschiedlichen Luftdrucks beim Starten und Landen vorgeschlagen. Das Bluetooth am Smartphone war während des gesamten Flugs an und somit mit dem Sensor und der Pumpe verbunden.

Meine Reise-Highlights

Zu meinen persönlichen Highlights während der Kreuzfahrt zählen die Fahrt auf den Tafelberg bei Sonnenschein, die Safari durch das Kwantu-Reservat in Port Elizabeth – mit Elefanten –, Quadfahren in der Namib-Wüste und das Beobachten von Pinguinen in freier Natur am Boulders Beach. Bei allen Ausflügen – in der Wüste, am Tafelberg auf einer Höhe von 1086 Meter, im kalten Atlantik – war die Pumpe dabei und hielt allem stand. Sie liebt wohl wie ich das Reisen und die Abenteuer.

Es gab nur eine Ausnahme. Nach etwa acht Tagen ohne Internet hatte ich von meiner Pumpe folgenden Hinweis erhalten: “Auf Ihre Pumpe kann nicht zugegriffen werden, da der Austausch des Sicherheitsschlüssels fehlgeschlagen ist. Bitte stellen Sie eine Internetverbindung her. Dann verbinde deine Pumpe neu um sich damit verbinden zu können.”

Ich war zugegeben etwas panisch. Der Hinweis kam immer wieder und ich konnte diesen Fehler-Hinweis im Benutzerhandbuch nicht finden. Der “Auto mode” wurde gut acht Stunden nach dem Hinweis unterbrochen. Ich kam ohne den Auto mode aber trotzdem gut zurecht. Wir suchten uns dann in Port Elizabeth ein Café mit WLAN – und nach dem Update der App und 15 Minuten Verbindung ins Internet funktionierte der Auto mode problemlos wie zuvor.

Kreuzfahrt und Diabetes – kein Problem!

Ich genoss das Leben an Bord sehr. Am Anreisetag hatte ich an der Rezeption eine Entsorgungsbox für Kanülen und Nadeln bestellt, die mir in die Kabine geliefert wurde. Das Insulin konnte ich an Bord des Schiffs im Hospital gekühlt lagern. Außerdem gab es deutsch sprechende Ärzte und Ärztinnen an Bord.

Da ich mich bei den Mahlzeiten an Bord am Buffet bedienen konnte, konnte ich selbst entscheiden, was, wann und wie viele Kohlenhydrate ich essen wollte. Die Menge der Kohlenhydrate schätzte ich. Super geschmeckt hat es auf jeden Fall immer.

An Seetagen war ich gern auf dem Pooldeck unterwegs. Hier machte ich die Pumpe an meinem Bikini fest. Ich habe die Pumpe zum ersten Mal ganz offen gezeigt und es war ein tolles Gefühl, einfach stolz sein zu können und die Pumpe nicht zu verstecken. Klar schauten mich manche Leute an, aber das machte nichts. Eine ältere Dame fragte mich, was ich dort hängen hätte, weil ihr Schrittzähler nicht so cool aussähe wie meiner. Das war mein absoluter Highlight-Moment!

Fazit: keine Angst vor ungewöhnlichem Urlaub!

Am Ende der Reise schickte ich die Ersatz-Insulinpumpe kostenfrei an Ypsomed zurück. Dieses Konzept des Unternehmens, das die Insulinpumpe anbietet, finde ich großartig. Es war sehr einfach, die Zweitpumpe zu beantragen, und ich habe mich mit der Ersatz-Pumpe im Gepäck sehr sicher gefühlt.

Ich hoffe, ich konnte Sie ein wenig mit auf meine Reise nach Südafrika nehmen. Und ich hoffe, dass ich Menschen, die Angst vor dem Reisen mit Diabetes begleitet, diese nehmen konnte.

Mein Diabetes, mein Leben

Meine Diabetes-Diagnose habe ich 2004 im Alter von 10 Jahren erhalten. Von diesen nun schon 19 Jahren Diabetes habe ich mir mein Insulin gut 18 Jahre mit Insulinpens gespritzt. Seit Dezember 2022 bin ich stolze Trägerin der Insulinpumpe YpsoPump in Kombination mit dem CGM-System FreeStyle Libre 3 als Loop.

Ich entdecke gern neue Orte und schaue mir die Welt an.In den Bergen geht es mir immer gut – egal ob beim Wandern oder beim Skifahren. Ich liebe ein gutes rotes Curry mit Tofu und frischem Gemüse – und Kaiserschmarrn. Kaffee ist mein absolutes Laster und im Kino muss es für mich süßes Popcorn sein. Ich wohne in München und im Westpark eine Runde Joggen ist der perfekte Ausgleich zum Bürojob.

Weiterreisen im Internet

Gern können Sie mich weiterbegleiten auf meiner Reise mit dem Diabetes Typ 1 durch die Welt. Ich freue mich, Sie auf meinem Zuckerschock-Blog wiederzusehen oder gern bei Instagram unter @zuckerschockconny. Meinen Blog schreibe ich, um mehr Offenheit und Transparenz für Diabetes Typ 1 zu schaffen.


von Conny Doll

Cornelia Doll hat Typ-1-Diabetes. Sie lebt und arbeitet in München. Aktuell nutzt Sie den Loop mit der YpsoPump und dem FreeStyle Libre 3. Connys absolutes Laster ist Kaffee. Conny reist gerne um die Welt und sieht sich neue Orte an. Immer dabei ist natürlich ihr Diabetes-Equipment. Auf Ihrem „Zuckerschock Blog“ könnt ihr mit ihr und ihrem Diabetes Typ 1 um die Welt reisen. Conny möchte mehr über Diabetes Typ 1 aufklären und Tabus brechen. Ihr Motto ist von der wunderbaren Pippi Langstrumpf: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar!“ Und genau dieses Motto möchte Conny in die Welt tragen und alle Newbies in der Diabetes-Welt mitnehmen frech, wild und wunderbar zu sein.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (9) Seite 42-45

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  • stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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