„Insulin zum Leben“: Rückblick auf das Jahr 2022

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„Insulin zum Leben“: Rückblick auf das Jahr 2022

Das Spenden-Projekt „Insulin zum Leben“ stand in diesem Jahr vor neuen Herausforderungen: Zum einen war es der Ukraine-Krieg, der dort zu einem Mangel an Insulin geführt hatte, und die Zollabfertigung für die Pakete wurde komplizierter. Die Projektbeauftragte Heidrun Schmidt-Schmiedebach gibt einen Rückblick auf das Jahr 2022.

War das Jahr 2021 weiterhin beherrscht von der Corona-Pandemie, kam am Donnerstag, dem 24. Februar 2022, der Ukraine-Krieg dazu. Fassungslos hörte man stündlich in den Nachrichten vom grausamen Angriff. Am darauffolgenden Montag lief unser E-Mail-Posteingang über mit Anfragen, ob wir auch in der Ukraine helfen würden. Bisher war unsere Hilfe für Entwicklungsländer in Afrika und Südamerika vorgesehen und für schnelle Hilfe bei Katastrophen wie dem Tsunami 2004 in Südostasien. Spätestens am Abend nach einigen Telefonaten war klar: Wir müssen und wollen helfen. Dies wurde auch umgehend auf Facebook bekannt gegeben mit der Bitte, Sachspenden für die Ukraine eindeutig zu kennzeichnen. Sprunghaft nahm die Zahl der eingehenden Pakete zu.

Gleichzeitig haben wir klargemacht, dass unsere normale Hilfe für die bisherigen Partner weitergehen soll. So mussten praktisch zwei Abteilungen eingerichtet werden, die uns platzmäßig stark herausgefordert haben. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Ukrainer erhielten aus ihrer Heimat Hilferufe

Die Hilfsanfragen für die Ukraine kamen wie “von allein”. In unserer Region lebende Ukrainer erhielten aus ihrer Heimat Hilferufe nach Insulin. Fünf Personen, die ich persönlich oder am Telefon kennengelernt und zu denen ich Vertrauen aufgebaut habe, haben um unsere Hilfe gebeten und sie auch mehrfach in Form von Hilfspaketen bekommen.

Wir haben vom Insulinlager in Rastatt aus insgesamt 11 Transporte unterstützt mit insgesamt 77 Kartons (meist je 20 kg), transportiert in Vans; die Fahrer waren ortskundige Ukrainer. Zwei weitere Transporte mit Insulin gingen direkt vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover mit Kühlfahrzeugen zum Kinderkrankenhaus nach Lwiw (Lemberg). Mit diesem Krankenhaus hat Prof. Dr. Thomas Danne direkt nach Beginn des Kriegs eine Partnerschaft gegründet. Sein Aufruf, für den Kauf von Ukraine-Insulin Geld zu spenden auf das Konto von “Insulin zum Leben”, war und ist sehr erfolgreich. Folgendes haben wir bisher verschickt:

  • 11 800 Patronen/Fertigpens mit Insulin,
  • 48 500 Lanzetten,
  • 650 Blutzuckermessgeräte,
  • 82 300 Pen-Kanülen,
  • 1300 Einmalspritzen,
  • 4750 Stechhilfen und
  • sage und schreibe 580 000 Teststreifen, eine riesige Spende aufgrund eines relativ kurzen Mindesthaltbarkeitsdatums.

Inzwischen kommen aus der Ukraine keine Anfragen mehr. Mir wurde von dort berichtet, dass die Versorgung durch den Staat wieder gesichert sei. Für die große Hilfsbereitschaft mit Sach- und Geldspenden bedanken wir uns herzlich.

Neue Herausforderungen für Versand

Unsere normale Projektarbeit mit Paketen nach Afrika und Südamerika lief weiter, auch wenn die Zeitabstände etwas größer waren. Notstände entstanden dadurch aber keine.

In diesen Ländern ist eine neue Herausforderung auf uns zugekommen. Es werden von uns für die Zollabfertigung Dokumente erwartet wie bei der Ausfuhr von Handelswaren. Dass wir gespendete Waren weiterspenden und den Transport selbst finanzieren, unsere Pakete also keinen kommerziellen Wert haben, ist schwer zu vermitteln. Aber auch hier haben wir einen Weg gefunden, der eine kürzere Abfertigungszeit und ein schnelleres Ankommen zur Folge hat.

Wieder Diabetescamps

Erfreulich ist, dass im Sommer wieder zwei Anträge hereinkamen aus Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo mit der Bitte, deren Diabetes-Sommercamps für Jugendliche finanziell zu unterstützen. Das haben wir gern getan. Diese Camps haben das Ziel, dass sich Jugendliche mit Typ-1-Diabetes kennenlernen, eine Schulung gemeinsam erleben. Sie rechnen Mahlzeiten in Insulindosen um, erleben, wie die Blutzuckerwerte variieren. Wenn die Teilnehmer wieder nach Hause gehen, sind sie überglücklich und haben viele Erfahrungen, Freundschaften und WhatsApp-Kontakte mit vielen Fotos im Gepäck. Damit können sie ihren Familien zeigen, dass sie normale Menschen sind, aber manchmal mit besonderen Bedürfnissen.

Das kann nur ein kleiner Überblick sein. Wenn Ihnen gefällt, was wir tun, helfen Sie bitte mit, uns bekannter zu machen, denn immer noch wird viel zu viel Insulin weggeworfen. Erzählen Sie allen von der Insulin-Sammelstelle, bringen Sie unsere Flyer (bestellbar bei uns) gezielt in Ihrem Umfeld “an den Mann”: Arzt/Ärztin, Diabetesberater/-beraterin, Apotheker/Apothekerin, Pflegeheim, Selbsthilfegruppe, lokale Zeitung usw. Man findet uns auch leicht im Internet unter www.insulin-zum-leben.de.

Wir sagen DANKE allen Menschen, die uns bereits unterstützen

  • durch das aktive Aufmerksammachen,
  • durch das Verteilen unserer Flyer,
  • durch die so wichtigen Geldspenden für Transportkosten und Schulungscamps, die nach der Corona-bedingten Zwangspause im Jahr 2022 wieder stattfinden.

Ein besonderer Dank geht an die Geschäftsführerin des Unternehmens Biokanol Pharma GmbH, Sylvia Weimer-Hartmann, für das kostenlose Überlassen des Lagerraums und ihres Personals für das ganztägige/-jährige Annehmen der Zusendungen an „Insulin zum Leben“.

Und wir danken Jutta Bürger-Büsing, der Präsidentin des BdKJ, unter dessen Dach das Hilfsprojekt „Insulin zum Leben“ angesiedelt ist, und dem BdKJ-Team für die Unterstützung.

„Insulin zum Leben“ unterstützen

Bitte helfen Sie mit,damit „Insulin zum Leben“ weiter auf Erfolgskurs segeln kann.

Insulin- und Hilfsmittel-Spenden: mindestens noch 4 ganze Monate haltbar, können ungekühlt, nur etwas gepolstert, und bitte frankiert an das Insulinlager geschickt werden: „Insulin zum Leben“, c/o Biokanol Pharma GmbH, Kehler Straße 7, 76437 Rastatt

Tipp: Insulin aus dem Kühlschrank nehmen, verpacken und so zur Post bringen, dass es noch am selben Tag bei der Post wieder rausgeht. Dann ist es am nächsten Tag bei uns wieder im Kühlschrank.

Geldspenden für die Transportkosten und Diabetescamps sind willkommen auf dem Spendenkonto:
BdKJ e. V. „Insulin zum Leben“
Volksbank Hameln-Stadthagen eG
IBAN: DE20 2546 2160 0670 3208 01
Der BdKJ ist berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen.

Informationen finden Sie unter: www.insulin-zum-leben.de

Bestellungen oder Fragen an die Projektbeauftragte
Heidrun Schmidt-Schmiedebach
bevorzugt per E-Mail: heidi.schmidt-schmiedebach@gmx.de,
Telefon bitte nur in dringenden Fällen: 0 72 22/20 09 72


von Heidrun Schmidt-Schmiedebach

Heidrun Schmidt-Schmiedebach hat Typ-1-Diabetes und ist Projektleiterin des Hilfsprojekts „Insulin zum Leben“ in Deutschland, das Menschen in Entwicklungsländern mit Insulin und Diabetes-Hilfsmittel, die hierzulande nicht mehr benötigt werden, versorgt.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (12) Seite 38-40

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  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 16 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂