Kolumne | Zum guten Schluss: Abgestempelt

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Kolumne | Zum guten Schluss: Abgestempelt

Tattoos sind heute Alltag, trotzdem wird noch immer schnell vorschnell abgestempelt, wenn am Körper etwas sichtbar ist. WIe ist es mit Hautverzierungen, die auf Diabetes hinweisen? Dr. Hans Langer findet es gut, offensiv mit der eigenen Erkrankung umzugehen und anderen Mut zu machen.

Unser Chefarzt ist ja ein wenig altmodisch, manchmal könnte man auch sagen, verbohrt. So regte er sich unlängst darüber auf, dass die neue und durchaus fitte Kollegin, die beim Vorstellungstermin in ihrem Kostüm noch so konservativ wirkte, im kurzärmeligen Arzthemd ihre komplett tätowierten Arme zur Schau trug.

“Früher fragte man bei jedem kleinen Tattoo, in welchem Knast der Mensch denn gesessen habe”, ätzte unser Professor, “heute offenbar normal.” Und mit einem Stirnrunzeln verschwand er von der Station. Guter Geschmack ist ja bekanntlich individuell und ich habe schon viele schöne Tattoos gesehen. Heute sind sie Mode und nicht mehr Zeichen einer Gesinnung oder Merkmal von früheren Straftätern.

Aber alles, was am Körper sichtbar ist, setzt auch ein Zeichen, manchmal gewollt und manchmal nicht gewollt. Mittlerweile tragen viele unserer Patienten in der Diabetes-Klinik Sensoren oder man sieht den Katheter einer Insulinpumpe aus der Tasche hängen. Und was das bedeutet, wissen immer mehr Menschen. Für viele meiner Patienten spielt das keine Rolle.

Offensiv mit dem Diabetes umgehen

Aber es gibt auch eine große Anzahl von Menschen mit Diabetes, die nicht jedem auf die Nase binden wollen, dass sie Diabetes haben. Auch das ist ein Statement. Und so verstecken sie bestmöglich alle technischen Geräte unter der Kleidung. Oder aber sie lassen sich erst gar nicht mit einer Insulinpumpe versorgen, obwohl dies für viele eine deutliche Verbesserung ihrer Situation darstellen könnte.

Deswegen freue ich mich umso mehr über all diejenigen, die offensiv mit ihrem Diabetes umgehen. Schließlich hat man sich eine chronische Erkrankung weder gewünscht noch ausgesucht – aber ein offensiver Umgang zeigt, dass man mit Diabetes auch ganz gut leben kann. Das hilft vielleicht denjenigen, die sich noch etwas schwer damit tun, die Krankheit zu akzeptieren. Mit gutem Beispiel andere überzeugen, heißt hier die Devise.

Persönlich finde ich das gut und vielleicht sollte auch ich ein Zeichen setzen für all die Tattoo-Träger, die mein Chef kritisch beäugt. Ich würde gern sein Gesicht sehen, wenn auf meinem Unterarm in breiten Lettern SUGARDOC prangen würde. Aber bevor ich das mache, muss ich erstmal Gaby fragen.

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

von Dr. Hans Langer

Dr. Hans Langer war ein fiktiver Charakter im Rahmen der Kolumne „Zum guten Schluss“, die von 2013 bis 2024 im Diabetes-Journal erschienen ist. Hinter der Rolle als Arzt in einer Diabetes-Klinik, der aus seinem Berufsleben berichtete, steckte ein echter Mensch, mit ähnlichem Hintergrund.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (9) Seite 82

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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