- Aus der Community
Verantwortung, Druck und Erschöpfung
3 Minuten

In meinen Augen besteht das Leben mit Diabetes aus unheimlich viel Verantwortung. In erster Linie für sich selbst, seine Gesundheit und im Zweifel fürs Überleben. Aber je nach Lebenssituation spielt für mich natürlich die Verantwortung anderen Lebewesen gegenüber auch eine Rolle. Manchmal, weil mir aktiv Verantwortung übertragen wird, manchmal auch, weil ich nur denke, verantwortlich zu sein. Aber egal in welcher Situation: Verantwortung löst in mir Druck aus. Und in den seltensten Fällen ist emotionaler Druck förderlich für mich, mein Handeln und meinen Diabetes.
Ich muss…
Wenn Menschen, die es nichts angeht, was ich zu tun und zu lassen habe, Sätze mit „Du musst…“ beginnen, bin ich innerlich sehr schnell distanziert und habe eher das Bedürfnis, genau das, was ich vermeintlich muss, nicht zu tun. Natürlich kommt das auf die Situation an, aber ich denke, ihr kennt solche Momente auch. Ganz anders sieht es aus, wenn ich denke, dass ich etwas tun muss, und dem nicht so gerecht werde, wie ich es mir vorstelle.
Ein Beispiel dafür waren schon immer Basalratentests und ähnliche Diabetes-Management-Aufgaben. Sobald mein Gehirn einen Gedanken wie „Du musst unbedingt mal wieder deinen Insulinbedarf checken“ formte, war ich wie blockiert. Denn aus irgendeinem Grund habe ich solche Einfälle auch oft in Momenten, in denen ich sowieso viel um die Ohren und wenig Zeit für mich selbst habe. Und dann wird aus dem „Ich muss…“ ein „Ich schaffe das nicht…“ und daraus ein „ich versage“.

Ich kann nicht…
Zum Leben mit Diabetes gehören nicht nur das Berechnen von Insulin und Kohlenhydraten und ein Besuch beim Diabetes-Team alle drei Monate. Das Diabetes-Management passiert eigentlich jede einzelne Minute, wenn auch inzwischen oft unbewusst. Ich denke, es ist gut, dass ich gar nicht mehr jeden Gedanken an den Diabetes als eigenständige Aufgabe wahrnehme. Aber wenn ich es eben doch tue oder Aufgaben dazukommen, die eben nicht nebenbei machbar sind – wie ein Basalratentest – komme ich in den „Ich kann das (jetzt) nicht“-Gedankenstrudel, dessen Ergebnis komplette Erschöpfung ist.
Bin ich schuld an meiner Erschöpfung?
Ich bin viele Jahre meines Lebens zur Psychotherapie gegangen. Dementsprechend habe ich wirklich viel Zeit damit verbracht, mich mit mir und meinen Fragen an das Leben auseinanderzusetzen. Ich weiß, dass ich eher der Typ Mensch bin, für den „alles toll“ oder „alles mies“ ist, und ich nicht immer die Zwischentöne erkennen kann. Darum weiß ich es eigentlich besser, wenn mein Unterbewusstsein mit einer Frage über meine eigene Schuld an dem Ganzen um die Ecke kommt. Trotzdem: Würde ich mir weniger Druck machen (lassen), wäre ich entspannter. Wäre ich entspannter, wäre ich weniger erschöpft. Warum tue ich mir diesen eigenen Stress also trotzdem an?
Verantwortung für das eigene Leben
Es sind die Ansprüche, die ich an mich habe. Ich will möglichst gut, möglichst gesund und möglichst glücklich leben. Um die passenden Voraussetzungen dafür zu schaffen, gehören unangenehme Dinge – fürchte ich – dazu. Mit unangenehmen Dingen meine ich beispielsweise den bereits erwähnten Basalratentest, Erfahrungen außerhalb der Komfortzone oder auch die Erkenntnis, dass ich immer noch nicht die Person bin, die ich sein möchte, und dass ich daran arbeiten muss. Ich habe die Verantwortung dafür. Ich habe Verantwortung für ein ganzes Leben, nämlich meins. In diesem Leben muss ich manchmal Dinge tun, von denen ich denke, ich könne sie nicht. Und dann schaffe ich es trotzdem immer wieder. Letztendlich denke ich, dass es mir zusteht, die große Erschöpfung, die das mit sich bringt, zu spüren und deswegen manchen weiteren Erwartungen nicht gerecht zu werden.
Ein wichtiger Beitrag zum Leben mit einer chronischen Erkrankung kommt von Sara: Diabetes und Selbst-Mitgefühl
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Technik

3 Minuten
- Behandlung

12 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 4 Tagen, 13 Stunden
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/





Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße