- Soziales und Recht
Forschung zur Versorgungsrealität: winDiab will die Qualität der Diabetes-Behandlung verbessern
3 Minuten

Das Wissenschaftliche Institut der niedergelassenen Diabetologen (winDiab) sieht sich die Realität der Versorgung von Menschen mit Diabetes und deren Behandlung an – und kommt zu wichtigen und überraschenden Erkenntnissen bezüglich der Qualität der Diabetes-Behandlung.
Das Wissenschaftliche Institut der niedergelassenen Diabetologen (winDiab) wurde im Januar 2008 von 11 Diabetologinnen und Diabetologen gegründet. Die Zielsetzung war und ist, die Qualität der Behandlung zu verbessern. Dafür sollen Bedürfnisse der Menschen mit Diabetes erfasst und Daten aus der Behandlungs-Realität der ambulanten diabetologischen Versorgung erhoben werden.
Zudem will das Institut die Leistungsfähigkeit der ambulanten Diabetologie darstellen und die die Aus- und Weiterbildung von Diabetologinnen und Diabetologen fördern. winDiab finanziert sich durch Beiträge der Partnerpraxen, öffentliche Förderprojekte, die Unterstützung der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Spenden.
Institut für die Versorgungsforschung
Als Patientin bzw. Patient glaubt man gern, dass bei so viel Bürokratie im Gesundheitswesen alle nötigen Daten und Erkenntnisse jederzeit und umfänglich erfasst werden. Leider ist dem nicht so. Ein Mangel an Versorgungs-Forschung wird häufig beklagt, die Entwicklung ist allerdings sehr zögerlich. Deshalb hat sich mit winDiab ein Institut zum Durchführen von Versorgungs-Forschung in der ambulanten Diabetologie gegründet.
Folgende Maßnahmen wurden ergriffen:
- Erstellung eines Jahresberichts über die Behandlungs-Aktivitäten der Partnerpraxen,
- Unterstützung der Partnerpraxen beim Durchführen von Studien in der Behandlungs-Realität,
- Durchführen von Kurzerhebungen in den Partnerpraxen (SPOTs),
- langfristige Datenerhebungen, z. T. seit 2008,
- Organisation von Symposien bei Kongressen,
- Fortführen des GestDiab-Registers zu Diabetes und Schwangerschaft seit 2008.
Alle Ergebnisse werden veröffentlicht im Internet unter www.windiab.de/publikationen-und-vortraege sowie in Zeitschriften und Vorträgen. Dies ist wichtig, um die Ergebnisse zu verbreiten und zur Diskussion zu stellen. In 16 Jahresberichten wurden die Aktivitäten von winDiab dargestellt und offen Daten aus den Partnerpraxen veröffentlicht. Dies ist in unserem Gesundheitswesen immer noch eher ungewöhnlich mutig.
Kurze Erhebungen
Es gibt auch nur kurze Erhebungen (SPOTs). Beispiele dafür sind:
- 2023 wurde eine Erhebung mit 6500 Menschen mit Typ-1-Diabetes veröffentlicht. Das Ergebnis in aller Kürze: Die Betroffenen haben sich in für Diabetes zertifizierten Kliniken besser behandelt gefühlt, was vorher so noch nicht erhoben wurde.
- 2008 ermittelte winDiab, dass mit Insulin behandelte Menschen im Durchschnitt täglich 68 Einheiten Insulin brauchen und nicht 40 Einheiten, wie offizielle Stellen annahmen. Dies war wichtig für Verhandlungen.
- 2010 zeigte sich: Überweisende Ärztinnen und Ärzte geben oft nicht alle nötigen Unterlagen mit für die Behandlung in der diabetologischen Schwerpunktpraxis.
Datenbank: Diabetes und Schwangerschaft
Das GestDiab-Register ist die größte Datenbank für Diabetes und Schwangerschaft in Deutschland mit jetzt über 60 000 Fällen. Durch dieses Register ist nun u. a. bekannt, dass
- ca. 30 Prozent der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandelt werden,
- nur ca. 40 Prozent nach der Schwangerschaft mit Schwangerschaftsdiabetes zum Test auf Diabetes und dessen Vorstufen kommen,
- ca. 40 Prozent der Frauen nach der Schwangerschaft eine Diabetesvorstufe aufweisen und bei ca. 5 Prozent ein Diabetes vorliegt.
- Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist: Nur, wenn man hinsieht, kann man auch etwas sehen.
Teilnahme an Projekt GestDiNa
Die GestDiab-Arbeitsgruppe hat von 2019 bis 2023 am Innovationsfonds-Forschungsprojekt GestDiNa zur Nachsorge nach Schwangerschaftsdiabetes teilgenommen. Die mit 14 Partner-Organisationen gewonnenen Erkenntnisse werden derzeit in einem Schlussbericht zusammengefasst und werden in einem Abschlussbericht veröffentlicht. Es wurden Patientinnen und Behandelnde befragt, Daten aus GestDiab neu gerechnet und Daten von Krankenkassen neu ausgewertet. Die Ergebnisse bieten eine stabile Grundlage für einen Vorschlag zum Verbessern der Versorgung.
Entbindungs-Daten ausgewertet
In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut hat winDiab die offiziellen Daten von fast 5 Millionen Entbindungen analysiert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift “Deutsches Ärzteblatt” veröffentlicht. Die Komplikationsrate bei Schwangerschaftsdiabetes ist unter der Behandlung geringfügig erhöht. Bei Schwangerschaften von Frauen mit Typ-1-Diabetes ist die Komplikationsrate aber trotz der bisherigen Bemühungen noch zu hoch.
Beim jährlichen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft bekommt winDiab seit 2008 die Möglichkeit, eine Vortragsveranstaltung durchzuführen. Diese wird genutzt, um Ergebnisse zu zeigen und wichtige Themen zur Diskussion zu stellen.
WinDiab hat gelernt, aus den Daten wichtige Erkenntnisse für die Behandlung zu gewinnen.Dies ist nicht selbstverständlich. Daten aus dem Alltag sind oft vielfältig und unvollständig, da auch das Leben in der medizinischen Versorgung nicht immer nach Plan läuft. So ist winDiab zuversichtlich, Erkenntnisse aus dem GestDiab-Register in die Leitlinie für Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) einfließen lassen zu können. Besser ist Versorgungs-Forschung nicht vorstellbar.
Schwerpunkt: „Strukturen für die Gesundheit“
- Wer entscheidet was im deutschen Gesundheitssystem?
- Deutsche Diabetes Gesellschaft: Diabetes auch im Bundestag zum Thema machen
- diabetesDE: Mehr Sichtbarkeit für Menschen mit Diabetes
- winDiab will die Qualität der Diabetes-Behandlung verbessern
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2023; 72 (11) Seite 32-33
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]




