Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Kann man mit Diabetes den Bootsführerschein erwerben?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Kann man mit Diabetes den Bootsführerschein erwerben? | Foto: richard pross – stock.adobe.com
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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Kann man mit Diabetes den Bootsführerschein erwerben?

Mit Diabetes den Bootsführerschein erwerben – geht das? Rechtsexperte Oliver Ebert erklärt, unter welchen Voraussetzungen Menschen mit Typ-1-Diabetes den Sportbootführerschein erwerben können und was bei gewerblicher Schifffahrt gilt.

Die Frage

Ich (45 Jahre, Diabetes Typ 1, Insulinpumpe) würde gerne den Motorbootführerschein machen. Nun habe ich gehört, dass das mit Diabetes wohl nicht möglich sei. Stimmt das bzw. welche Voraussetzungen muss ich dazu mitbringen?

Peter F.

Die Antwort von Oliver Ebert

Leider geht aus Ihrer Anfrage nicht hervor, ob Sie das Schiffspatent nur für den privaten Bereich oder auch für eine berufliche bzw. gewerbliche Tätigkeit erwerben möchten.

Für den privaten Bereich kann ich hier Entwarnung geben:Der Diabetes ist in aller Regel kein Hindernis, um den Sportbootführerschein zum Führen eines Sportbootes in Binnengewässern (SBF-Binnen), in Küstennähe am Meer (SBF-See) oder am Bodensee (Bodenseeschifferpatent) zu erwerben.

Es ist zwar eine ärztliche Untersuchung vorgeschrieben und der Arzt muss dabei prüfen, ob es “körperliche Mängel oder Krankheiten” gibt, welche “die Tauglichkeit zum Führen eines Sportbootes einschränken oder ausschließen”. Meines Wissens wird dabei meist nur auf Seh- und Hörbehinderungen bzw. äußerlich erkennbare Beeinträchtigungen geachtet; der Diabetes spielt in diesen meist sehr oberflächlichen Untersuchungen kaum eine Rolle.

Allerdings: Wenn der Arzt nach dem Vorliegen bestimmter Krankheiten wie Diabetes oder Epilepsie fragt, dann muss man wahrheitsgemäße Angaben machen. Probleme dürfte es dann aber nur geben, wenn man Unterzuckerungen nicht (mehr) rechtzeitig wahrnehmen kann und deswegen auch kein Auto oder Motorrad mehr fahren darf.

Anders sieht es aus bei der beruflichen bzw. gewerblichen Schifffahrt:Hier ist neben dem Kapitänspatent auch eine regelmäßige Seedienst-Tauglichkeitsuntersuchung (gemäß der Maritime-Medizin-Verordnung – MariMedV) erforderlich.

Dort wird überprüft, ob eine zuverlässige Hypoglykämie-Wahrnehmung vorhanden ist und eine gute Stoffwechselkontrolle sowie eine vollständige Compliance bezüglich der Therapie-Empfehlungen vorliegt. Es bestehen dann keine relevanten Einschränkungen für Aufgaben in küstennahen Gewässern ohne Allein-Wachdienste. Für die Fahrt auf hoher See kommt es dagegen auf die Bewertung im Einzelfall an; dank moderner Hilfsmittel wie Systemen zum kontinuierlichen Glukose-Monitoring (CGM) und Insulinpumpe lassen sich inzwischen auch hier meist Lösungen finden.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (6) Seite 52

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  • tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 22 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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