- Soziales und Recht
Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Was tun, wenn die Befreiung vom Pflichtpraktikum widerrufen wurde?
2 Minuten
Ein Studierender mit Typ-1-Diabetes erhielt eine Befreiung vom Pflichtpraktikum – die wenig später widerrufen wurde. Rechtsanwalt Oliver Ebert erläutert, welche rechtlichen Schritte in einem solchen Fall möglich sind.
Die Frage
Ich melde mich bei Ihnen, da mich mein Diabetologe auf Sie aufmerksam gemacht hat und ich Ihren rechtlichen Rat brauche. Ich studiere aktuell Wirtschaftsingenieurwesen. Für diesen Studiengang ist normalerweise ein Vorpraktikum erforderlich.
Da ich aber an Diabetes mellitus Typ 1 leide und aufgrund der COVID-19-Pademie, ist es sehr schwer für mich, ein Praktikum zu absolvieren. Mein Diabetologe hat mir auch vom Praktikum abgeraten. Auch in der Praktikumsordnung steht, dass Menschen mit Behinderung davon ausgenommen werden können.
Ich sollte mich nur beim Praktikumsamt melden. Das tat ich auch und freundlicherweise wurde mir von dessen Leiter ein Schein gegeben, damit ich das Praktikum nicht mehr absolvieren muss. Ich sollte diesen Schein dann nur noch beim Prüfungssekretariat abgeben.
Dann, ein paar Wochen später, bekam ich eine Mail, dass ich das Praktikum doch absolvieren muss. Und der Leiter des Praktikumsamts wurde komischerweise „entmachtet“. Ich verlange nun mein Recht, was mir ja schon eingeräumt worden war. Ich hoffe sehr, dass Sie mir helfen können.
Bastian C.
Die Antwort von Oliver Ebert
Leider kann ich Ihnen nur pauschale Hinweise geben, da ich die konkreten Vorschriften nicht kenne, in denen die Regelungen zum Praktikum für Ihr Studium festgelegt sind, also die Studien- oder Praktikumsverordnung.
In jedem Fall würde ich Ihnen raten, bei der Hochschule einen schriftlichen Antrag mit der Bitte um Befreiung vom Vorpraktikum einzureichen. Weisen Sie darauf hin, dass Sie ja bereits die Befreiung erhalten haben, und fügen Sie den entsprechenden Schein nochmals bei.
Weiterhin können Sie zur Begründung angeben, dass der Diabetes als chronische Krankheit eine Behinderung im Sinne des § 2 SGB IX darstellt und Sie deswegen die Voraussetzungen der Praktikumsordnung erfüllen. Hilfreich wäre es außerdem, wenn Ihr Arzt hierzu ein Attest ausstellen könnte, in dem er begründet, warum er Ihnen aus ärztlicher Sicht von dem Praktikum während der COVID-19-Pandemie abrät.
Mehr zum Thema Diabetes und Recht
von Oliver Ebert
Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (9) Seite 48
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht
2 Minuten
- Soziales und Recht
2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 21 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 21 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
