Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Welche Vorteile entstehen durch eine DMP-Teilnahme?

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Rechteck – Antworten auf ihre Rechtsfragen: Welche Vorteile entstehen durch eine DMP-Teilnahme?

Bringt die Teilnahme am Disease-Management-Programm (DMP) für Typ-1-Diabetes Vorteile und welche etwaigen Risiken birgt wiederum die Weitergabe von Befunddaten an die Krankenkasse? Rechtsanwalt Oliver Ebert mit einer rechtlichen Einordnung.

Die Frage

Unser Sohn, 15 Jahre alt, hat seit ca. 9 Jahren Diabetes Typ 1. Soweit klappt alles einigermaßen gut. Aktuell stellt die Pubertät eine gewisse Herausforderung dar. Aus persönlichen Gründen haben wir sein Diabetes-­Team gewechselt (letztendlich war die Entfernung ausschlaggebend). Das neue Krankenhaus hat uns gefragt, ob wir an einem strukturierten Behandlungsprogramm teilnehmen wollen, einem DMP (Disease-Management-Programm).

Hier meine Frage: Es werden ja u. a. auch Anamnese- und Befunddaten der Krankenkasse weitergeleitet (wenn ich das richtig verstanden habe). Kann unserem Sohn da eine negative Sachlage erwachsen? Zum Beispiel wenn die Befunde einfach schlecht sind.

Frank W.

Die Antwort von Oliver Ebert

Eine Weiterleitung dieser Daten an die Krankenkasse halte ich grundsätzlich für kein so großes Problem. Aufgrund der ohnehin vorliegenden Abrechnungsdaten haben die Krankenkassen ja bereits einen weitreichenden Einblick in die Krankengeschichte.

Wichtig ist allerdings, das Kleingedruckte sehr genau zu lesen; denn oftmals sollen die Daten dann auch zu Forschungszwecken genutzt werden. Wenn die Daten nur anonymisiert verwendet werden, dann wäre das m. E. unproblematisch, denn anonymisierte Daten lassen keinen Rückschluss mehr auf Ihren Sohn zu. Anders wäre es, wenn die Daten nur pseudonymisiert oder gar mit Klarnamen weitergegeben würden. Hier kann es durchaus sein, dass die Daten womöglich doch irgendwann wieder Ihrem Sohn zugeordnet werden können; man kann nicht ausschließen, dass es dann womöglich auch zu Nachteilen kommt (z. B. bei Versicherungen oder Banken).

Nicht immer bringt die Teilnahme an solchen DMPs dem Patienten wirklich einen nennenswerten Vorteil. Gerade bei Typ-1-Diabetes empfiehlt sich daher eine genaue Nachfrage, was man als Patient denn wirklich davon hat.


von Oliver Ebert

Oliver Ebert ist Fachanwalt für IT-Recht, Datenschutzbeauftragter und -auditor und Hochschullehrbeauftragter für Datenschutz- und Internetrecht. Zudem ist er Geschäftsführer der mediaspects GmbH sowie Fachjournalist für Medizin, Datenschutz & Patientenrechte. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Thema Diabetes und unterstützt Patienten, Angehörige und Ärzte in juristischen Belangen. Er war langjähriger Vorsitzender des DDG-Ausschusses Soziales und ist Co-Koordinator/Mitautor der europaweit ersten S2e-Leitlinie: „Diabetes & Straßenverkehr“

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (11) Seite 49

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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