- Soziales und Recht
Wir alle werden älter
2 Minuten
Ein neues Jahr hat begonnen, die Zeit schreitet stetig voran. Das merken wir nicht nur am Wechsel der Tage, Monate und Jahre – wir merken es auch an uns selbst, Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Die Veränderungen, die wir an uns bemerken, können mal kaum wahrnehmbar sein, mal aber auch plötzlich und heftig. Wie weit sie uns in unserem täglichen Leben beeinflussen, ist sehr unterschiedlich – und selten vorhersehbar.
Das ist es, was mir ein bisschen Angst macht. Was werde ich in 10, in 20 oder gar 30 Jahren noch können? Werde ich körperlich noch ausreichend fit sein, um mir die Kanüle für meine Therapie mit der Insulinpumpe legen zu können? Kann ich mir selbstständig den Sensor fürs kontinuierliche Messen der Glukosewerte setzen? Reicht das, was mein Kopf dann noch leisten kann, um meine Therapie durchzuführen – sofern sie bis dahin nicht vielleicht doch vollautomatisch läuft?
Gerade wurde mir wieder durch Verwandte deutlich, wie es ist, alt und dadurch vergesslicher zu werden. Ein kleiner unaufmerksamer Moment reicht, um nicht mehr zu wissen, wo man seine Brille oder sein Hörgerät hingelegt hat. Oder die Frage “Habe ich vor dem Essen mein Insulin gespritzt?” taucht immer häufiger auf.
Auch ich lege meine Insulinpumpe zum Beispiel zum Duschen ab. Was passiert, wenn ich sie danach nicht mehr finde? Ich habe mir schon jetzt hierfür eine Routine aufgebaut und lege meine Insulinpumpe immer nur an zwei bestimmten Stellen ab, je nach Situation. Dasselbe gilt für andere wichtige Gegenstände. Sonst wäre ich wahrscheinlich auch oft am Suchen.
Noch kann ich alles, was mit meinem Diabetes und meiner sonstigen Gesundheit zu tun hat, gut selbst managen. Aber da wir Menschen mit Typ-1-Diabetes in immer größerer Zahl richtig alt werden können, wird es auch mir so gehen, dass ich Fähigkeiten verlieren werde. Dann wünsche ich mir, dass es Menschen gibt, die mich unterstützen können. Das werden vor allem Menschen aus dem Pflegebereich sein. Genau hier müssen wir verstärkt ansetzen: viel mehr Menschen ausbilden, auch im Bereich Diabetes, sie angemessen bezahlen und ihnen die Wertschätzung entgegenbringen, die sie verdienen!
von Jana Einser

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (1) Seite 82
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
4 Minuten
- Aus der Community
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 4 Tagen, 13 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 4 Tagen, 15 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 4 Tagen, 13 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 2 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
