- Soziales und Recht
Vom Fortschritt ausgeschlossen: Viele profitieren nicht von Diabetes-Technologie
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CGM, AID-Systeme, Smartpens: Der Fortschritt auf dem Gebiet der Diabetes-Technologie, die die Therapie verbessern und das Leben erleichtern, verlief in den letzten Jahren rasant. Doch nicht alle Menschen mit Diabetes können auch daran teilhaben.
Einigen Gruppen von Menschen mit Diabetes bleibt der Zugang zu moderner Diabetes-Technologie wie CGM-Systemen oft verwehrt. Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen und Einschränkungen sind davon ausgeschlossen. Darauf wies Dr. Dorotha Reichert hin, Tagungspräsidentin der Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Fachärztin in der Diabetes-Schwerpunktpraxis Drs. Reichert & Hinck in Landau und Fachliche Leitung der Diabetologie im Klinikum Landau.
Bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hapert es in Deutschland
Sie machte darauf aufmerksam, dass 2009 in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten ist. Diese beinhaltet u.a. das Recht auf Barrierefreiheit. Aber: „Schaut man sich den Statusbericht 2023 an, wird recht schnell klar, dass wir bei der Umsetzung bisher nicht bei den in der Diabetologie täglich auflaufenden Problemen angekommen sind.“ Dr. Reichert sieht mehrere Probleme:
Im Krankenhaus wird häufig das Basalinsulin nicht gegeben bzw. „die Insulinpumpe wird einfach abgenommen, was zu lebensbedrohlichen Ketoazidosen führt“. Sie fordert deshalb die Schulung und Weiterbildung des Pflegepersonals in Kliniken und auch z. B. in Altenheimen, damit Diabetes-Technologie (weiterhin) genutzt werden kann. Solche Fort- und Weiterbildungen werden von der DDG angeboten, aber nicht ausreichend wahrgenommen.
CGM, Pumpen und AID würden vielen Menschen „eine zufriedenstellende Stoffwechselführung ermöglichen“. Aber, so Dr. Reichert, „es gibt weder barrierefreie Glukose-Sensoren noch barrierefreie Insulinpumpen“. Hier ist u. a. die Sprachausgabe für CGM-Systeme zu nennen, die z. B. blinde Menschen benötigen würden.
Fortschritte in der Diabetes-Technologie könnten vor allem Menschen mit Einschränkungen helfen
Wer darf CGM-Sensoren nutzen? Der G-BA, so Dr. Reichert, „trägt hier zur Exklusion von Menschen mit Behinderung bei“. Denn im Beschluss zur Sensornutzung zu Lasten der GKV fordere der G-BA, dass nur Patient*innen, die den Zeitpunkt und die Zusammensetzung der Mahlzeit selbst frei festlegen und die Dosierung des Mahlzeiteninsulins steuern, ein Anrecht auf die Kostenübernahme haben. „Das führt insbesondere bei Menschen mit Pflegebedarf dazu, dass sie die für sie teils so wichtige Möglichkeit zum Schutz vor schweren Hypoglykämien nicht erhalten.“
Gespräche nicht erfolgreich
„Wir reden immer wieder mit der Industrie, und weisen auf diese spezifischen Gruppen auch sehr intensiv hin. Prinzipiell wird einem zugehört. Aber man muss ehrlicherweise sagen: Die Patientengruppe erscheint nicht attraktiv“, so Dr. Tobias Wiesner, Co-Tagungspräsident der Herbsttagung und tätig am MVZ Stoffwechselmedizin Leipzig. Deshalb, so Dr. Reichert, „braucht es eine politische Vorgabe, dass ein Hilfsmittel, das in Deutschland bezahlt wird, auch barrierefrei geschaffen werden muss. Das ist für mich in Zeiten einer UN-Behindertenrechtskonvention unabdingbar“.
Menschen mit ADHS oder einer beginnenden Demenz würden enorm von moderner Diabetes-Technologie profitieren. Sie können aber „die vom Medizinischen Dienst geforderten Dokumentationen zu ihrem Alltag mit Erfassung von Essen, Zuckerhöhe, Insulinmenge, aber auch Faktoren wie Sport etc. nicht in der geforderten Qualität vorlegen“. Was also tun? Dr. Reichert fordert politische Regelungen (s. Kasten) und „eine Überprüfung und Korrektur der Anforderungen, die an Menschen mit Behinderung oder im Bereich der Geriatrie gestellt werden“, um diese Menschen nicht vom medizinischen Fortschritt auszuschließen.
Nicole Finkenauer ist Publizistin. Sie ist verantwortliche Redakteurin der diabetes zeitung, dem offiziellen Organ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Sie schreibt auch für den Diabetes-Anker und findet es toll, die beiden Welten (Fachpersonal und Betroffene) miteinander verknüpfen zu können. Zudem ist sie eine der Hosts des Diabetes-Anker-Podcasts – und freut sich immer über Ideen für Themen und Gäste!
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multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 1 Woche
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliver- gunnar83 antwortete vor 1 Tag, 8 Stunden
Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar - olivers antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
@gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver
zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂



