Diabetes im Vorschulalter

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Diabetes im Vorschulalter

Sarah ist drei Jahre alt und hat seit zwei Jahren Diabetes. Klar ist, dass sie selbst noch keine Verantwortung für ihre Diabetestherapie übernehmen kann – das ist allein Sache ihrer Eltern oder anderer Erwachsener. Haben Kinder im Vorschulalter Diabetes, sollten die Eltern auf klare Regeln setzen, um ihr Kind nicht zu überfordern. Außerdem ist es wichtig, den Diabetes altersgerecht zu erklären und nicht zu fürsorglich zu sein. Schulungsprogramme können helfen, diese großen Aufgaben zu meistern.

Kleine Kinder haben nicht zuletzt wegen der Unvorhersehbarkeit von körperlicher Bewegung und Nahrungsaufnahme besonders häufig Schwankungen der Glukosewerte. In Deutschland werden daher über 95 Prozent der Vorschulkinder mit einer Insulinpumpe behandelt.

Damit kann der basale Insulinbedarf, also der Insulinbedarf ohne Nahrungsaufnahme, selbst mit kleinsten Mengen z. B. stündlich passend individuell programmiert werden. Wenn sich der Insulinbedarf ändert, z. B. bei den gerade im Kindergartenalter häufigen Infekten, kann auf Knopfdruck die Dosis für einen Zeitraum entsprechend geändert werden.

Technik lässt die Eltern durchschlafen

Der Insulinkatheter liegt mit seiner Kanüle unter der Kleidung „im Babyspeck“ und wird alle zwei bis drei Tage gewechselt. Durch die Kombination der Insulinpumpe mit einem Glukosesensor, der auch im Unterhautfettgewebe liegt, können die Eltern und Betreuer immer sehen, wie die Werte sind, und werden durch Alarme auf zu niedrige oder zu hohe Werte hingewiesen. Droht der Glukosewert z. B. unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l) zu fallen, schaltet die Pumpe sich vorher automatisch aus. Dadurch können die Eltern beruhigt durchschlafen.

Das Fallbeispiel: Sarah (3 Jahre) hat seit zwei Jahren Diabetes

Sarah hat eine Insulin­pumpe mit Sensor, und es war trotzdem sehr schwierig, einen Kindergarten zu finden, der sie betreuen konnte. Ihre Eltern fragen, was ihr Kind davon versteht und wie ihr der Diabetes erklärt werden kann? Sarah soll möglichst normal und unbelastet aufwachsen. Was sollten Eltern bei der Erziehung beachten, damit Sarah eine gute Zukunft hat?

Klare Regeln sind wichtig

Um sich in der komplizierten Welt zu orientieren, benötigen auch Kinder dieser Altersgruppe Regeln, die ihrer Auffassungsgabe angepasst sind. Entscheidungshilfen im Sinne von eindeutigen „Schwarz-Weiß-Regeln“ sind dazu am ehesten geeignet. Komplizierte Vorgaben, bei denen mehrere Aspekte beachtet und gegeneinander abgewogen werden müssen, überfordern Sarah (siehe „Der Fall“) dagegen.

Deshalb führt eine schwankende Haltung zwischen Nachgiebigkeit und Strenge, z. B. beim Thema Ernährung und Süßigkeiten, statt zu einer Entlastung eher zu Unsicherheit. Konsequentes elterliches Handeln und eindeutig festgelegte Abläufe bei der Diabetesbehandlung (z. B. beim Legen von Katheter und Sensor mit verlässlichen Ritualen) helfen Sarah, die noch unüberschaubare Krankheit einzuordnen.

Wie erklärt man Sarah den Diabetes?

Die Vorstellungen, die Sarah über ihren Körper und Krankheiten hat, ist Ausgangspunkt für kindgemäße Diabeteserklärungen: Kindergarten- und Vorschulkinder kennen von ihrem Körperinneren zunächst einmal das, was sie hineingetan haben, also ihre Nahrung. Hinzu kommen die Elemente, die sie konkret wahrnehmen können, z. B. Knochen, die sie ertasten, oder Blut, das aus einer Schürfwunde an ihrem Knie sickert. „Das Insulin ist gut für dich, damit aus dem Essen in deinem Bauch Kraft wird“, erklärt die Mutter Sarah.

Das Zeitverständnis von Sarah ist in dieser Entwicklungsphase weit vom Denken Erwachsener entfernt. Sarah orientiert sich an der aktuellen Gegenwart und erlebt die Zeit als „ständiges Jetzt“. Erst gegen Ende der Kindergartenzeit kann sie „heute“, „morgen“ oder „gestern“ wie Erwachsene verstehen. Versuche, Sarah beispielsweise den Nutzen von Stoffwechselkontrollen damit zu erklären, dass Folgeerkrankungen verhindert werden sollen, verfehlen ihr Ziel und rufen nur Ängste vor etwas Ungreifbarem hervor.

Diabetes kann als Strafe erlebt werden

Mehrere Untersuchungen zeigen, dass jüngere Kinder Krankheit als Strafe interpretieren. Nicht zuletzt festigen typische Ermahnungen, wie „Iss nicht so viele Süßigkeiten, sonst wirst du krank!“ diese Vorstellung. Viele Kinder entwickeln daraus nach der Diagnose ihres Diabetes Schuldgefühle, die sie aus Scham gegenüber ihren Eltern und dem Behandlungsteam nicht zu erwähnen wagen.

Auch medizinische Maßnahmen werden als Strafe interpretiert. Die typisch Ich-zentrierte Perspektive macht es Sarah schwer, hinter unangenehmen oder schmerzhaften Behandlungsschritten die eigentlich positive Absicht ihrer Eltern zu erkennen. Ruhige, anschauliche Erklärungen, die sich am aktuellen Geschehen, d. h. „Was geschieht? Wie lange dauert es?“, orientieren, nimmt Sarah am ehesten die verständliche Angst und Unsicherheit.

Überfürsorglichkeit vermeiden

Die Verantwortung für die Diabetestherapie liegt im Fall jüngerer Kinder ausschließlich bei den Eltern oder anderen erwachsenen Betreuern. Dabei besteht die Gefahr, dass Eltern die notwendige Fürsorge auch auf Lebensbereiche übertragen, in denen Sarah bereits relativ selbstständig sein kann. Diese gut gemeinte (Über-)Fürsorglichkeit kann Sarahs Selbstbild beeinträchtigen und zu sozialem Rückzug und geringem Selbstvertrauen führen.

In der Beratung und Schulung von Sarahs Eltern sollte deshalb die Förderung altersgemäßer Selbstständigkeit außerhalb der Therapie bei täglichen Aufgaben in der Familie, im Kindergarten oder bei Freizeitaktivitäten besprochen werden. So kann die motorische Geschicklichkeit von Sarah genutzt werden, um ihr kleine „wichtige“ Aufgaben bei der Diabetesbehandlung, z. B. die Vorbereitung eines neuen Katheters oder des Sensors, zu überlassen.

Eltern tragen große Verantwortung

In der AMBA-Studie wurden im Jahr 2018 bundesweit in 9 Diabeteszentren Eltern von Kindern mit einer Diabetesdiagnose vor dem 14. Lebensjahr mittels 1 144 strukturierter Fragebögen anonym befragt. Die Studie zeigt auf, wie weitreichend die psychosoziale Dimension der Diabetesdiagnose für Familien – insbesondere für Mütter – ist. Über relevante finanzielle Folgen berichten 46 Prozent der Familien.

In Folge der Diabetesdiagnose reduzieren 39 Prozent der Mütter ihre Berufstätigkeit und 10 Prozent geben sie auf. Bei Vätern ergeben sich kaum Veränderungen. Erhöhte psychosoziale Belastungen erleben 62 Prozent der Mütter, 41 Prozent der Väter, 47 Prozent der betroffenen Kinder und 20 Prozent der Geschwister. Je jünger ein Kind ist, wenn es an Diabetes erkrankt, umso ausgeprägter sind die Folgen.

Altersgerechte Schulungsprogramme

Helfen kann Eltern z. B. das Schulungsprogramm DELFIN (Das Elternprogramm für Familien von Kindern mit Diabetes) mit einem Schwerpunkt in der psychosozialen Betreuung. Im Mittelpunkt der 6 Kurseinheiten steht die praktische Erarbeitung von Lösungsansätzen für typische Familienkonflikte rund um den Diabetes. Wenn Sarah in die Schule kommt, gibt es ein spezielles Trainingsprogramm zur Einschulung für 5- bis 7-jährige Kinder mit Typ-1-Diabetes: Fit für die Schule (Kirchheim- Verlag).

Die Einschulung ist für alle Kinder ein spannender erster Schritt in die Welt der Großen. Das Programm verbindet praktische Erfahrungen aus der Diabetesschulung für die Jüngsten, Wünsche von Eltern und Lehrkräften und entwicklungspsychologische Grundlagen. In Fit für die Schule werden die Grundlagen eines Diabetestrainings für Vorschulkinder zusammen mit einem Curriculum und vielen erprobten Tipps für spielerische Übungen vorgestellt.

Schwerpunkt „Dimensionen des Typ-1-Diabetes“


von Prof. Dr. Thomas Danne

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (1) Seite 18-20

 

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  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

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