„Hypo“-Helfer: Traubenzucker und Alternativen bei Unterzuckerungen

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„Hypo“-Helfer: Traubenzucker und Alternativen bei Unterzuckerungen

Die kleinen, weißen Traubenzucker-Täfelchen gegen Unterzuckerungen haben die meisten Menschen mit Diabetes stets dabei, doch was bietet sich an, wenn man diese „Hypo“-Helfer nicht mag, nicht mehr sehen, nicht mehr schlucken kann? Wir haben uns für Sie nach praktischen Alternativen umgeschaut.

Traubenzucker und Diabetes gehören zusammen wie Regen und Regenschirm: Sowohl der Traubenzucker als auch der Schirm schützen und sind im besten Fall im richtigen Moment einsatzbereit. Kaum ein Mensch mit Diabetes kommt im Lauf seiner Diabeteskarriere komplett ohne Traubenzucker aus.

Ein Klassiker sind die einzeln verpackten Traubenzuckertäfelchen, die in jede noch so kleine Hosentasche passen. Die meisten Diabetiker betrachten sie als Mittel zum Zweck – völlig losgelöst davon, ob sie nun schmecken oder nicht. Sie sollen einfach nur aus der Hypo­glyk­ämie heraushelfen. Doch irgendwann mögen viele die Plättchen nicht mehr. Bei manchen ist Traubenzucker (Glukose) auch mit negativen Erfahrungen verknüpft, denn Traubenzucker zu essen bedeutet, dass der Blutzucker zu niedrig ist, und das ist ein schlechtes Gefühl. Was dann?

Alternativen zu den Täfelchen

Wer einmal etwas anderes ausprobieren möchte, findet im Handel sowie im Internet viele Alternativen. Traubenzucker gibt es z. B. in Apotheken und Drogeriemärkten auch als Bonbon in verschiedenen Geschmacksrichtungen, entweder einzeln verpackt oder als Rolle.

Wer es mal mit einem flüssigen Zucker versuchen möchte, kann zum Beispiel Jubin, Liqui-Fit oder Dextrose Drink von Dextro Energy testen. Die Gele sind teils neutral süß oder haben Geschmacksnuancen wie Apfel oder Orange.

Säfte, Bärchen, Smoothies, Riegel …

Auch Fruchtsaft (enthält lediglich den in der Frucht enthaltenen Zucker) oder ein Fruchtsaftgetränk (hier wurde Zucker zugesetzt, was bei einer Hypoglykämie hilfreicher sein kann) bietet Abwechslung. Einfach und schnell zu konsumieren sind Fruchtsmoothies in Quetschbeuteln. Sie stehen meist bei den Baby- und Kinderlebensmitteln und sind auch bei Discountern erhältlich. Weitere flüssige Alternativen sind ein Glas Limonade oder – wenn nichts anderes griffbereit ist – ein Glas normal gezuckerte ­Cola oder ein gesüßtes Kaffeegetränk.

Ebenfalls können Gummibärchen statt Traubenzucker zum Einsatz kommen. Damit nicht überall angebrochene Tüten herumliegen, können Sie die Bärchen einfach in leere Teststreifendosen umfüllen. Sie lassen sich luftdicht verschließen, was die Haltbarkeit des Fruchtgummis verlängert, schützen außerdem vor Hitze und Feuchtigkeit, lassen sich problemlos überallhin mitnehmen und im Akutfall leicht und schnell öffnen.

Traubenzucker und Co. – eine Auswahl gängiger Produkte

ProduktHerstellerGramm Kohlen­hydrate pro 100 g Produkt (ca.)Gramm Kohlen­hydrate ­pro …
MambaAugust Storck84,9Stück (4,5 g): 3,8
Mivolis Trauben­zucker
(versch. Geschmacks­richtungen;
Rolle oder Beutel)
dm-drogerie markt89 (Mix Heimische Früchte und Joghurt-Mix)Stück: 2,3 (Mix Heimische Früchte, Joghurt-Mix und Rolle)
Trauben­zucker-­Lutscherdm-drogerie markt88Lutscher (7,5 g): 6,6
Primavera ErdbeerenHaribo91Stück: 2,7
Goldbären (Gummi­bärchen)
(Portions­beutel, kleine Bärchen)
Haribo77Beutel (10 g): 7,7
Maoam BloxxHaribo84Portion (25 g): 21
intact Trauben­zucker
(versch. Geschmacks­richtungen; Rolle oder Beutel)
sanotact89 bzw. 90, Brause-Mix: 83Bonbon (Rolle): 2,1
Bonbon (Beutel): 2,3
Brause-Mix: 1,95>/td>
Jubin (Flüssig­trauben­zucker)Jubin77,5Tube (40 g): 31
Dextrose Drink ApfelDextro Energy47 pro 100 mlBeutel (50 ml): 24
Liqui-fit
(Flüssig­trauben­zucker)
Arcim-Hypo-Fit100 ml: 103,2Beutel (13 ml): 13,4
Dextro Energy classic
(„klassisches Täfelchen“)
Dextro Energy90Täfelchen (ca. 6 g): 5,4
Mentos FruchtPerfetti Van Melle92Bonbon (3 g): 2,8
Dextropur plus
(Pulver)
Dextro Energy91Portion (15 g): 14

Tabelle: Dr. Astrid Tombek, Bad Mergentheim

Neben speziellen Produkten für Menschen mit Diabetes bieten sich Kohlenhydratkonzentrate aus dem Sportsegment an, wie sie z. B. Marathonläufer, Triathleten oder Radsportler verwenden. Auch hier sind flüssige, leicht zu schluckende Flüssigzucker wie Liquid-Gele in verschiedenen Geschmacksrichtungen im Angebot. Oft sind ihnen zum Beispiel B-Vitamine und Mineralien wie Magnesium oder Natrium zugesetzt.

Auch hochkalorische Energy-Riegel mit niedrigem Fettanteil wären einen Versuch wert. Diese werden heute auch in Drogeriemärkten und großen Sportgeschäften angeboten. Es ist sinnvoll, solche Produkte erst einmal einzeln im Geschäft zu kaufen und auszuprobieren, auch wenn es im Internet günstige Angebote für größere Mengen gibt. Denn was nutzt es, wenn das günstige Internetprodukt nicht schmeckt und dann nicht verwendet wird?

Doch für was Sie sich auch entscheiden: Sie sehen, es gibt viele gute „Hypo“-Helfer jenseits der klassischen Traubenzuckertäfelchen.


von Kirsten Metternich von Wolff

Avatar von kirsten-metternich-von-wolff

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (11) Seite 32-34

 

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 2 Wochen

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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