Worauf beim Start zu achten ist: Richtig durchstarten beim Sport mit Typ-1-Diabetes

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Worauf beim Start zu achten ist: Richtig durchstarten beim Sport mit Typ-1-Diabetes | Foto: deagreez – stock.adobe.com
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Worauf beim Start zu achten ist: Richtig durchstarten beim Sport mit Typ-1-Diabetes

Klaus, 52 Jahre alt, seit 35 Jahren Typ-1-Diabetes mellitus, hat sich nach langer Phase der Inaktivität vorgenommen, wieder regelmäßig Sport zu treiben. Aber kann er einfach so loslegen? Was sollte Klaus beim Start beachten? Professor Christian Brinkmann erklärt, worauf Menschen mit Typ-1-Diabetes dabei achten sollten.

Sport und Bewegung bieten allen Menschen und besonders auch Menschen mit Typ-1-Diabetes zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Durch regelmäßige körperliche Aktivität werden u. a. die Insulin-Empfindlichkeit verbessert, die Gewichts-Regulation erleichtert, Blutfettwerte optimiert, das Herz gestärkt, der Blutdruck reduziert und die Entwicklung von Nervenzell-Verknüpfungen gefördert. Insgesamt lässt sich mit Sport und Bewegung das Risiko für das Auftreten und Voranschreiten von Folgeerkrankungen des Diabetes deutlich verringern.

Nicht zuletzt trägt Sport zur psychischen Gesundheit bei. Bewegung kann die Stimmung aufhellen und Stress abbauen. Menschen mit Typ-1-Diabetes erleben häufig emotionale Belastungen im Umgang mit ihrer Erkrankung. Regelmäßige Bewegung kann hier eine wertvolle Unterstützung sein. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass Menschen mit Typ-1-Diabetes Sport und Bewegung nicht als kurzfristige Maßnahmen ansehen, sondern sie als langfristige Gewohnheiten anstreben.

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Wichtig: Vor dem Sport gut durchchecken lassen

Damit der Start gut gelingt, sollten zu Beginn ein medizinischer Check-up und eine Absprache mit dem Diabetes-Team in der Diabetes-Schwerpunktpraxis erfolgen. Das kann helfen, gesundheitliche Risiken zu minimieren, die z.B. durch Schwankungen der Glukosewerte auftreten können. Jeder Mensch mit Typ-1-Diabetes ist einzigartig und die Auswirkungen der Krankheit sowie der allgemeine Gesundheitszustand können von Person zu Person stark variieren.

Ein gründliches Anamnese-Gespräch, die Bestandsaufnahme vorliegender Risikofaktoren und die Sichtung bisheriger Befunde ermöglicht Ärztinnen und Ärzten die Entscheidung, ob zur Sicherheit z.B. ein Belastungstest auf einem Fahrradergometer durchzuführen ist. Insbesondere beim Vorliegen von Folgeerkrankungen ist es wichtig, mit dem Diabetes-Team Rücksprache zu halten.

Vor allem bei unkontrolliertem Bluthochdruck, dem Vorliegen von Herzerkrankungen, fortgeschrittenen Erkrankungen der Netzhaut, Erkrankungen der Nieren, Nerven-Schädigungen oder auch orthopädischen Einschränkungen ist Vorsicht geboten. Hier könnte es besser sein, auf bestimmte Sportarten oder hohe Intensitäten zu verzichten. Ein abgestimmtes Training kann dabei aber besonders gewinnbringend sein.

Auch Klaus lässt sich bei seiner Ärztin vorab durchchecken. Aufgrund seiner langen Diabetesdauer erfolgt eine ausführlichere Untersuchung. Beim Belastungs-EKG zeigen sich keine Einschränkungen. Auch das Blutdruck-Verhalten ist normal. Klaus bekommt „grünes Licht“.

Bevor es mit dem Sport losgeht

  1. Medizinischer Check-up, insbesondere bei Vorliegen von Begleiterkrankungen, Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder längerer Diabetesdauer (über zehn Jahre)
  2. Auswahl einer geeigneten Sportart und Planung des Vorhabens mit der SMART-Formel
  3. Maßnahmen zum Notfall-Management

Sport SMART auswählen: diese Formel hilft

Bei der Auswahl der Sportart ist es wichtig, etwas zu finden, das Spaß macht. Man sollte sich zu Beginn fragen: Was hat mir schon einmal Spaß gemacht? Möchte ich lieber drinnen oder draußen Sport machen? Allein oder im Team? Für Menschen mit starkem Übergewicht sind vor allem Sportarten zu empfehlen, welche die Gelenke nicht übermäßig strapazieren, wie Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking oder Pilates.

Für die Sportplanung sollte man sich an der SMART-Formel orientieren, damit das Vorhaben auch langfristig in die Tat umgesetzt wird:

  • Spezifisch: Was möchte ich genau machen? Wo? Mit wem?
  • Messbar: Wie oft pro Woche?
  • Akzeptiert: Stehe ich 100 Prozent hinter diesem Vorhaben?
  • Realistisch: Wie muss ich das Programm gestalten, damit ich es auch dauerhaft durchführen kann?
  • Terminiert: Wann in der Woche trainiere ich? Wie lange?

Klaus hat als Jugendlicher gern Krafttraining gemacht. Daher hat er sich nun im Fitness-Studio angemeldet und einen Termin für eine erste Einheit vereinbart. Er nimmt sich vor, zweimal pro Woche direkt nach der Arbeit zu trainieren.

Notfall-Management beim Sport mit Typ-1-Diabetes

  • Trainer bzw. Trainerin über den Typ-1-Diabetes informieren und mögliche Notfall-Situation wie Unterzuckerung erklären
  • SOS-Notfallset mit sich führen mit:
  • vor, bei und nach dem Sport Glukosewerte messen und ggf. Insulindosen reduzieren und/oder Extra-Kohlenhydrate zuführen

Sport mit Typ-1-Diabetes: gut vorbereitet starten

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes ist ein gutes Notfall-Management wichtig, besonders für den Fall, dass während des Trainings oder danach Unterzuckerungen auftreten. Es ist anzuraten, Trainer und Trainerinnen sowie Mit-Sporttreibende über die Erkrankung zu informieren und darüber, was bei einem Notfall zu beachten ist.

Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten beim Sport ein SOS-Notfallset mit sich führen. Darin sollten sich Not-Kohlenhydrate (z.B. Softdrinks, Glukose-Gel, Traubenzucker) sowie für schwere Unterzuckerungen ein Glukagon-Nasenpulver befinden. Vor, bei und nach dem Sport sollen die Glukosewerte gemessen und ggf. Insulindosen reduziert und/oder Extra-Kohlenhydrate zugeführt werden.

Auch auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit ist zu achten, wenn die Glukosewerte während der körperlichen Aktivität über der Nierenschwelle, also Glukosewerten über 180 mg/dl bzw. 10,0 mmol/l, liegen und so mit der ausgeschiedenen Glukose auch Flüssigkeit verloren geht.

Zu seinem Probetraining bringt Klaus sein SOS-Notfallset mit. Er erklärt der Trainerin, was im Notfall zu tun ist und woran man eine Unterzuckerung erkennen kann. Wie er seine Insulindosen und die Kohlenhydrate auf den Sport abstimmen kann, hat er zuvor mit seinem Diabetes-Team überlegt.

Schwerpunkt: „Sport mit Typ-1-Diabetes – eine 180-Grad-Wende zum Positiven“


von Prof. Dr. Christian Brinkmann

Avatar von christian-brinkmann

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (5)  Seite 11-12

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  • tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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