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Nachgefragt | Psychologie: Heißhungerattacken bei Unterzuckerungen – was tun, um sich zu bremsen?
2 Minuten

Heißhungerattacken bei Unterzuckerungen und die Angst vor Gewichtszunahme – ein vertrautes Problem für viele Kinder mit Typ-1-Diabetes. Prof. Dr. Karin Lange erklärt, warum der Körper so reagiert und was dagegen hilft.
Die Frage
Ich habe seit sechs Monaten Diabetes und komme eigentlich ganz gut klar. Ich mache mir nur Sorgen, weil ich mich bei Hypos mit dem Essen nicht bremsen kann. Ich esse so viel, dass ich hinterher gleich wieder Insulin spritzen müsste, um nicht auf über 300 mg/dl (16,7 mmol/l) anzusteigen. Nachdem der Diabetes bei mir festgestellt wurde, habe ich schon vier Kilo zugenommen. Ich möchte nicht übergewichtig werden.
Anna (12 Jahre)
Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange
Liebe Anna, es mag sich für dich komisch anhören, aber deine Fressattacken bei Hypos sind vollkommen “normal”. Dein Körper reagiert auf einen zu niedrigen Blutzuckerwert, indem er alles tut, um ihn wieder in den normalen Bereich zu bringen.
Dazu gehören deine Hypo-Anzeichen, d. h. die Ausschüttung von Stresshormonen, die den Blutzucker wieder etwas ansteigen lassen, ebenso wie bestimmte Notfallreaktionen in Deinem Gehirn, die einen Heißhunger auf Süßes melden. Diese sinnvollen Rettungsmaßnahmen des Körpers sind bei jedem Menschen so stark, dass man sich kaum dagegen wehren kann – sonst würden sie ja auch nicht wirken.
Was kannst du nun tun? Am besten wäre es, wenn du schon bei den allerersten Anzeichen für eine Hypoglykämie sofort Traubenzucker nimmst. Er wirkt am allerschnellsten, und du hast eine gute Chance, damit die Heißhungerattacke zu verhindern.
Antworten auf Ihre Fragen zu psychologischen Aspekten bei Kindern mit Diabetes
Für den Fall, dass es doch zu Heißhunger kommt, lege dir vorher schon die richtige Menge Traubenzucker bereit, die du gleich isst. Versuche dann, dich für fünf bis zehn Minuten mit etwas abzulenken – z. B. kannst du deine E-Mails auf dem Handy checken. Spätestens nach zehn Minuten geht das Hungergefühl zurück, und dein Blutzucker bleibt im normalen Bereich.
Die kleine Traubenzuckermenge wird dein Gewicht nicht beeinflussen. Dagegen können große Mengen an kalorienreichen Süßigkeiten, die du nach einer Unterzuckerung auch noch mit Extra-Insulin abdecken musst, auf Dauer zu unerwünschter Gewichtszunahme führen.
Wenn du sehr oft Unterzuckerungen hast, solltest du mit deinem Diabetesteam sprechen, wie du sie vermeiden kannst. Das ist die allerbeste Lösung, um solche Fressattacken zu vermeiden. Übrigens nehmen fast alle Kinder und Jugendlichen etwas an Gewicht zu, nachdem ihr Diabetes festgestellt und sie Insulin erhalten haben. Es ist genau das Gewicht, das sie vor der Diagnose wegen des Insulinmangels verloren haben.
Prof. Dr. Karin Lange ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG. Sie war bis 2023 Leiterin der Forschungs- & Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie entwickelte diabetologische Schulungsprogramme, schreibt Leitlinien und schult Behandelnde.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (4) Seite 29
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thomas55 postete ein Update vor 14 Stunden, 38 Minuten
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Tag, 8 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]




