Nachgefragt | Psychologie: Heißhungerattacken bei Unterzuckerungen – was tun, um sich zu bremsen?

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Nachgefragt | Psychologie: Heißhungerattacken bei Unterzuckerungen – was tun, um sich zu bremsen?

Heißhungerattacken bei Unterzuckerungen und die Angst vor Gewichtszunahme – ein vertrautes Problem für viele Kinder mit Typ-1-Diabetes. Prof. Dr. Karin Lange erklärt, warum der Körper so reagiert und was dagegen hilft.

Die Frage

Ich habe seit sechs Monaten Diabetes und komme eigentlich ganz gut klar. Ich mache mir nur Sorgen, weil ich mich bei Hypos mit dem Essen nicht bremsen kann. Ich esse so viel, dass ich hinterher gleich wieder Insulin spritzen müsste, um nicht auf über 300 mg/dl (16,7 mmol/l) anzusteigen. Nachdem der Diabetes bei mir festgestellt wurde, habe ich schon vier Kilo zugenommen. Ich möchte nicht übergewichtig werden.

Anna (12 Jahre)

Die Antwort von Prof. Dr. Karin Lange

Liebe Anna, es mag sich für dich komisch anhören, aber deine Fressattacken bei Hypos sind vollkommen “normal”. Dein Körper reagiert auf einen zu niedrigen Blutzuckerwert, indem er alles tut, um ihn wieder in den normalen Bereich zu bringen.

Dazu gehören deine Hypo-Anzeichen, d. h. die Ausschüttung von Stresshormonen, die den Blutzucker wieder etwas ansteigen lassen, ebenso wie bestimmte Notfallreaktionen in Deinem Gehirn, die einen Heißhunger auf Süßes melden. Diese sinnvollen Rettungsmaßnahmen des Körpers sind bei jedem Menschen so stark, dass man sich kaum dagegen wehren kann – sonst würden sie ja auch nicht wirken.

Was kannst du nun tun? Am besten wäre es, wenn du schon bei den allerersten Anzeichen für eine Hypoglykämie sofort Traubenzucker nimmst. Er wirkt am allerschnellsten, und du hast eine gute Chance, damit die Heißhungerattacke zu verhindern.

Antworten auf Ihre Fragen zu psychologischen Aspekten bei Kindern mit Diabetes

Für den Fall, dass es doch zu Heißhunger kommt, lege dir vorher schon die richtige Menge Traubenzucker bereit, die du gleich isst. Versuche dann, dich für fünf bis zehn Minuten mit etwas abzulenken – z. B. kannst du deine E-Mails auf dem Handy checken. Spätestens nach zehn Minuten geht das Hungergefühl zurück, und dein Blutzucker bleibt im normalen Bereich.

Die kleine Traubenzuckermenge wird dein Gewicht nicht beeinflussen. Dagegen können große Mengen an kalorienreichen Süßigkeiten, die du nach einer Unterzuckerung auch noch mit Extra-Insulin abdecken musst, auf Dauer zu unerwünschter Gewichtszunahme führen.

Wenn du sehr oft Unterzuckerungen hast, solltest du mit deinem Diabetesteam sprechen, wie du sie vermeiden kannst. Das ist die allerbeste Lösung, um solche Fressattacken zu vermeiden. Übrigens nehmen fast alle Kinder und Jugendlichen etwas an Gewicht zu, nachdem ihr Diabetes festgestellt und sie Insulin erhalten haben. Es ist genau das Gewicht, das sie vor der Diagnose wegen des Insulinmangels verloren haben.


von Prof. Dr. Karin Lange

Prof. Dr. Karin Lange ist Diplom-Psychologin und Fachpsychologin Diabetes DDG. Sie war bis 2023 Leiterin der Forschungs- & Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie entwickelte diabetologische Schulungsprogramme, schreibt Leitlinien und schult Behandelnde.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2016; 9 (4) Seite 29

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  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂