Allulose – süße ­Alternative

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Allulose – süße Alternative |­ Foto: Gina Sanders – stock.adobe.com
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Allulose – süße ­Alternative

Die meisten industriell hergestellten Produkten enthalten Zucker. Zucker ist quasi in aller Munde, auch ungewollt. Auf Zucker zu achten, ihn exakt ab- und einschätzen zu können, ist für Sie als Mensch mit Diabetes besonders wichtig. Zum Glück gibt es Alternativen für jene, die süße Leckereien wie Kekse, Kuchen oder Desserts mit wenig oder ohne Zucker genießen möchten. Allulose ist ein neuer süßer Ersatzstoff und könnte geschmacklich und aufgrund seiner Eigenschaften demnächst Zucker den Rang ablaufen.

Vor rund einem Jahr wurden europaweit die Regelungen des Zuckermarktes gelockert. Seitdem darf auch hierzulande die äußerst billige und gesundheitsschädliche Iso­glu­kose, ein Zucker aus Getreide, Mais und Kartoffeln, beispielsweise in Süßigkeiten und Getränken eingesetzt werden. Auf Zutatenlisten wird Iso­glu­kose als Maissirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Fruktose-Glukose-Sirup oder Glukosesirup deklariert.

Die Krux dabei: Isoglukose kann einen besonders hohen Fruchtzuckeranteil enthalten. Auf Dauer kann ein Konsum hoher Fruchtzuckermengen mitverantwortlich sein für das Entstehen einer Fettleber und von Übergewicht.

Hinzu kommt, dass Fruchtzucker (Fruktose) heute als Süßungsmittel bei Diabetes nicht empfehlenswert ist. Es ist also höchste Zeit, dass die Industrie aktiv wird und neue Zuckeralternativen entwickelt, die weder auf Gewicht, Zähne, Leber, Blutzucker, Blutfette oder den Magen-Darm-Trakt negative Auswirkungen haben.

Neue Zucker braucht das Land

Süßstoffe und einige Zuckeraustauschstoffe wie Erythrit sind also für Menschen mit Diabetes durchaus eine willkommene Möglichkeit, Süßes zu genießen. Neue Zucker sollten am liebsten natürlich keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und das Gewicht haben.

Dosierung von Süßstoff zum Backen und Kochen

Noch gibt es Allulose nicht für industriell hergestellte Lebensmittel und im Supermarkt zu kaufen. Backen und Kochen mit süßen Alternativen ist trotzdem möglich. Wie Sie Plätzchen, Kuchen oder Desserts mit Süßstoff oder dem Zuckeraustauschstoff Erythritol süßen und einen angenehmen Geschmack erhalten, können Sie unserer Übersicht entnehmen. Falls Ihnen beim Abschmecken noch ein wenig Süße fehlt, können Sie noch etwas vom jeweiligen Süßungsmittel dazugeben. Falls Sie sehr sensibel auf Süßstoff u. ä. reagieren, starten Sie mit 75 Prozent der hier angegebenen Mengen.

Wollen Sie 100 g Zucker in einem Rezept ersetzen, nehmen Sie z. B.

  • 10 g Stevia-Streusüße oder
  • 8 bis 10 ml Stevia flüssig oder
  • 120 bis 140 g Erythritol oder
  • 120 bis 140 g braunes Erythritol oder
  • 100 bis 120 g pudriges Erythritol oder
  • 50 g Streusüße auf Basis von Erythritol und Stevia, wenn das Produkt die doppelte Süßkraft von Zucker hat (siehe Herstellerangaben), oder
  • 100 g Streusüße auf Basis von Erythritol und Stevia, wenn das Produkt die gleiche Süßkraft wie Zucker hat (siehe Herstellerangaben), oder
  • 50 g fix und fertig gemischter Stevia-­Zucker, der die doppelte Süßkraft wie Zucker hat

Tabletten auf Basis von Stevia, ­Saccharin und Cyclamat

  • 1 Süßstofftablette entspricht einem Stück ­Würfelzucker oder einem Teelöffel Zucker

Flüssigsüßstoff auf Basis von ­Saccharin und Cyclamat

  • 8 Tropfen entsprechen 1 TL Zucker
  • 25 Tropfen entsprechen 1 EL Zucker
  • 7,5 ml entsprechen 100 g Zucker oder
  • 3 EL entsprechen 100 g Zucker

Dazu forscht derzeit das Start-up-Unternehmen Savanna Ingredients. Die Tochterfirma des Zuckerherstellers Pfeifer & Langen entwickelt einen neuen Süßstoff, der diesen Ansprüchen gerecht wird. Wir haben dazu mit dem Chemiker Dr. Timo Koch gesprochen, der hauptverantwortlich für die Entwicklung des neuen, fast kalorienfreien Zuckers mit Namen Allulose ist.

Diabetes-Journal (DJ): Herr Dr. Koch, wie sind Sie auf den Stoff Allulose aufmerksam geworden?

Dr. Timo Koch: Allulose wurde im Grunde nicht von uns erfunden. Es handelt sich um einen Zucker, der in der Natur vorkommt und schon lange bekannt ist. Der japanische Wissenschaftler Professor Ken Izumori hat sich wohl als Erster mit der Gewinnung dieses seltenen Zuckers und der Beschreibung seiner Eigenschaften beschäftigt. Dadurch ist die Allulose als Zucker mit zuckertypischen Eigenschaften gewissermaßen erst sichtbar und zugänglich geworden.

Die Natur hat also Allulose erfunden, und Professor Izumori von der Universität Kagawa in Japan hat im Zuge seiner Forschungen die besonderen Eigenschaften entdeckt. Uns ist es nun hier in Deutschland gelungen, Verfahren zu entwickeln, Allulose aus Rübenzucker auch in größeren Mengen herzustellen.

DJ: Wie wird Allulose gewonnen?

Dr. Koch: Wir stellen Allulose aus normalem Rübenzucker her. Im Gewinnungsverfahren veredeln wir den natürlichen Rübenzucker, indem wir seine Molekülstruktur in einem mehrstufigen Verfahren weiterentwickeln. Dabei verschlüsseln und verkapseln wir quasi die normalerweise enthaltenen Kalorien.

DJ: Welche Vorteile hat Allulose im Vergleich zu Fruchtzucker und Stevia?

Dr. Koch: Allulose hat die gleiche chemische Formel und Struktur wie Fruchtzucker und sie verhalten sich zueinander wie Bild und Spiegelbild. Dennoch ist Allulose echter Zucker, aus der Rübe, ohne Kalorien. Der menschliche Körper erkennt bei der Verstoffwechselung die Allulose nicht mehr als Energielieferant. Sie dockt im Körper nicht an, sondern wird ausgeschieden. Im Vergleich zu Stevia mit seinem lakritzartigen Nachgeschmack schmeckt Allulose wie Zucker.

DJ: Wie bewerten Sie Allulose für die Verwendung bei Diabetes?

Dr. Koch: Grundsätzlich zeigen Studien, dass Allulose einen niedrigen glykämischen Index hat und auch den Insulinspiegel nicht wirklich beeinflusst. Bei Diabetes kann dies Betroffenen neue Optionen bieten. Trotzdem ist Allulose natürlich nur eine Zutat im Rahmen einer bewussten, ausgewogenen Ernährung und es kommt auf die gesamtheitliche Betrachtung an.

DJ: Gibt es Vorteile beim Kochen und Backen?

Dr. Koch: Allulose ist chemisch gesehen ein ganz normaler Einfachzucker, wie Frucht- und Traubenzucker. Damit verhält sie sich beim Kochen und Backen auch wie ein Zucker. Sie sorgt in Kombination mit anderen Zutaten beispielsweise für die Bräunung von Lebensmitteln, unterstützt aber auch die Entfaltung von Aromen. Gerade beim Backen gibt Allulose auch die gewohnte Masse zum Kuchen.

DJ: Wird Allulose auch für Endverbraucher zu kaufen sein?

Dr. Koch: Allulose wird nach ihrer Zulassung sowohl in der Produktion von Lebensmittelfertigprodukten einsetzbar wie auch in Geschäften für Endverbraucher erhältlich sein.

DJ: Gibt es Nebenwirkungen (z. B. Blähungen und Durchfall) wie bei einigen Zuckeraustauschstoffen, wenn man zu viel davon isst?

Dr. Koch: Allulose ist ein Kohlenhydrat wie alle anderen Zucker auch. Isst man deutlich zu viel, gelangen die Kohlenhydrate in den Dickdarm und werden von den dort lebenden Bakterien verdaut. Das kann zu Blähungen führen. Etwas anderes wäre allerdings auch überraschend.

DJ: Wann gibt es Allulose im Supermarkt?

Dr. Koch: Wir gehen von einer Zulassung innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre aus. In Europa werden Industriekunden und Konsumenten die Allulose erst nach der Novel-Food-­Zulassung kaufen können. Diese erwarten wir in spätestens drei Jahren. Zwischenzeitlich werden Herstellungsverfahren geprüft sowie die gesundheitliche Unbedenklichkeit in Langzeituntersuchungen festgestellt.


von Kirsten Metternich von Wolff

Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungs­medizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2018; 67 (12) Seite 74-78

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  • uho1 postete ein Update vor 19 Stunden, 54 Minuten

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂