- Ernährung
Lebensmittelauswahl – auf die Qualität kommt es an
3 Minuten
Galt es lange Zeit als die beste Ernährungsform für Menschen mit Typ-2-Diabetes, besonders die Fettmengen im Auge zu behalten, hat sich hier einiges getan. Wir haben dazu bei Professorin Dr. Diana Rubin nachgefragt. Sie ist Chefärztin in Berlin und Vorsitzende des Ausschusses Ernährung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG): Worauf kommt es beim Essen mit Typ-2-Diabetes wirklich an?
Diabetes-Journal (DJ): Frau Prof. Rubin, warum ist die Ernährungsumstellung so wichtig – und dennoch für die meisten Menschen mit und auch ohne Diabetes so schwierig?
Prof. Dr. Diana Rubin: Eine Ernährungsumstellung ist tatsächlich eine der wichtigsten Maßnahmen in der Behandlung eines Typ-2-Diabetes und kann die Erkrankung sogar für viele Jahre zum Stillstand bringen. Das schafft bisher kein Medikament. Und ja, leider schaffen trotz der möglichen, beeindruckenden Erfolge der Therapie derzeit nur etwa 10 bis 15 % der Patienten eine dauerhafte Umstellung. Wir brauchen hier also neue Konzepte.
Im Interview: Professorin Dr. Diana Rubin ist Chefärztin und Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin im Vivantes Humboldt-Klinikum sowie im Vivantes Klinikum Spandau (beides Berlin) und Vorsitzende des Ausschusses Ernährung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). |
DJ: Wie könnten diese Konzepte aussehen?
Rubin: Man muss dies von mehreren Seiten angehen. Es geht nicht nur um Veränderungen im Verhalten, sondern auch um Veränderungen in den Verhältnissen.
DJ: Welche Verhältnisse meinen Sie dabei genau?
Rubin: Wir brauchen ein besseres Angebot von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Diese sollten finanziell gefördert werden. Gleichzeitig ist eine Reduktion ungesunder Lebensmittel sehr wichtig. Das Stichwort lautet hier Reformulierung und Steuern. Viele Lebensmittel wie beispielsweise Fruchtjoghurts oder Müslis müssten im Zuckergehalt reduziert werden. Dafür reicht die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen bisher leider nicht aus. Eine Mehrwertsteuersenkung für gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse käme ebenfalls in Frage.
Viele Menschen können die Nahrungsqualität nicht ausreichend beurteilen. Das liegt vor allem am Fehlen von guten Informationen. Die Lebensmittel müssen besser und einfach verständlich ausgezeichnet sein, damit Verbraucher diese besser, schneller und leichter beurteilen können. Problematisch ist, dass insbesondere einige gesunde Lebensmittel im Verhältnis zu stark verarbeiteten Produkten teuer sind, beispielsweise echtes Vollkornbrot im Vergleich zu hellem Brot wie Toast. Viele Lebensmittel, die auch zu einem ungesunden Lebensstil beitragen, werden unter dem eigentlichen Produktionspreis angeboten.
Hier herrscht eine Schieflage. Oftmals haben viele Berufstätige und Schüler keine Chance, ein vernünftiges Angebot an gesunden Mahlzeiten zu wählen. Hier müssten bessere Angebote geschaffen werden. Und auch in der Gesundheitsbildung der Bevölkerung gibt es Defizite. Fast 90 % der an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung bewerben Ungesundes. Das sollte verboten werden! Hier müsste die Regierung bessere Voraussetzungen schaffen und nicht nur auf die Freiwilligkeit von Lebensmittelherstellern vertrauen.
DJ: Wie können Betroffene ihr Verhalten umstellen?
Rubin: Wichtig dabei ist zunächst, dass Essen schmecken muss. Was nicht schmeckt, wird auch nicht dauerhaft gegessen. Dabei sollten die Veränderungen möglichst den Mustern der Betroffenen entsprechen. Studien haben gezeigt, dass die mediterrane Ernährung eine sehr günstige Ernährungsform ist. Aber vielen Nordeuropäern schmeckt das nicht. Also könnte man gesundes Olivenöl gegen ebenfalls gesundes Rapsöl austauschen. Eine individuelle Ernährungsberatung hilft zusätzlich. Diese ist mittlerweile endlich eine Krankenkassenleistung und kann von Betroffenen in Anspruch genommen werden.
Grundsätzlich ist es nur wichtig, dass Menschen nur so viel Energie essen, wie ihr Körper tatsächlich verbraucht. Außerdem spielen genug Ballaststoffe eine wichtige Rolle. Im Vordergrund steht nicht das Verhältnis von Kohlenhydraten, Fett oder Eiweiß, welches häufig diskutiert wird: Viel sinnvoller ist es, auf die Qualität von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß zu achten.
DJ: Viele Jahre wurde Low Fat von den Gesellschaften empfohlen – warum heute nicht mehr?
Rubin: Low Fat ist nach wie vor eine von verschiedenen Möglichkeiten im Hinblick auf Essen bei Typ-2-Diabetes. Sie wäre eine gute Wahl für Menschen, die gerne Kohlenhydrate essen. Aber hier geht es weniger darum, ob es vorwiegend Kohlenhydrate und kaum Fett sein sollen. Vielmehr geht es auch hier um die Qualität der Nährstoffe.
DJ: Was sind denn nun gute Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße?
Rubin: Günstige Kohlenhydrate sind alle Lebensmittel mit sogenannten komplexen und ballaststoffreichen Kohlenhydraten: Dazu gehören beispielsweise Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Gemüse. Ungünstig sind Lebensmittel mit schnell resorbierbaren Kohlenhydraten: Also alles mit einem hohen Zuckeranteil oder Weißmehlanteil.
Günstige Fette sind pflanzliche mit einem hohen Anteil an Ölen: zum Beispiel Pflanzenöle mit einem hohen, einfach ungesättigten Fettsäureanteil wie Oliven- oder Rapsöl. Sinnvoll sind auch Nüsse, Oliven und andere fetthaltige Pflanzen. Ungünstig sind Fette, die künstlich gehärtet wurden: Diese kommen besonders häufig in Gebäck oder frittierten Lebensmitteln vor. In puncto Eiweiß empfiehlt es sich, pflanzliche, eiweißhaltige Produkte wie Nüsse und Hülsenfrüchte, aber auch Fisch und fettarme Milchprodukte regelmäßig zu essen.
DJ: Liebe Frau Prof. Rubin, vielen Dank für das Gespräch.
Schwerpunkt „Facettenreich – Essen bei Diabetes“
- Wenn Insulin nicht wirkt: Anders essen und bewegen
- Lebensmittelauswahl – auf die Qualität kommt es an
- Lebensstil ändern ist das Wichtigste
- Was Schlaf mit dem Gewicht zu tun hat
- Mahlzeiten testen und Therapie optimieren
von Dr. oec. troph. Astrid Tombek
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (5) Seite 20-21
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marina26 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 8 Stunden, 29 Minuten
Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 4 Stunden
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 23 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 1 Tag, 18 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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Professorin Dr. Diana Rubin ist Chefärztin und Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin im Vivantes Humboldt-Klinikum sowie im Vivantes Klinikum Spandau (beides Berlin) und Vorsitzende des Ausschusses Ernährung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
