- Ernährung
Satt und Blutzucker in Balance: Warum Hülsenfrüchte (gerade bei Diabetes) auf jeden Teller gehören
4 Minuten

Gesundes Essen gehört genauso zur Diabetes-Therapie wie Blutzucker-Messen und das Füße-Checken. Doch wie kann es gelingen, stets gesunde Lebensmittel auszuwählen und hierbei am Ball zu bleiben? Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Co helfen, dies Wirklichkeit werden zu lassen.
Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, sollten Dauergast auf dem wöchentlichen Speisezettel sein. Das ist weitaus weniger langweilig und kompliziert als zunächst gedacht. Denn Hülsenfrüchte sind so wandelbar, dass sie nicht nur im deftigen Eintopf, sondern auch in süße Kuchen oder zarte Salate passen. In vielen Ländern der Erde sind sie fester Bestandteil der Küchen und ein idealer Nährstoff-Lieferant.
Hülsenfrüchte im Überblick
- Bohnen, z. B. grüne, dicke, weiße, braune, Kidneybohnen
- Erdnüsse
- Linsen gelb, rot, braun, schwarz
- Sojabohnen
- Erbsen gelb und grün, mit und ohne Schale, halbiert oder ganz
- Kichererbsen
- Lupinen
Neben Ballaststoffen schenken sie dem Körper Folsäure und andere B-Vitamine, dazu Mineralien wie Kalium, Eisen und Magnesium – und das bei einer überschaubaren Menge an Kalorien. Hülsenfrüchte bestehen aus wenig Fett und Kohlenhydraten, welche dank des hohen Ballaststoff-Gehalts sehr langsam ans Blut abgegeben werden. Als wäre das nicht schon genug des Guten, gibt es dazu pflanzliches Eiweiß.
Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) empfehlen, den Löwenanteil der täglichen Eiweißmenge über pflanzliche Lebensmittel zu decken. Dieser sollte im Schnitt 0,8 bis 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht betragen.
1:7 x Hülsenfrüchte: Wochenplan für täglichen Genuss
Montag: Hummus (Kichererbsen-Mus) als Brotaufstrich
Dienstag: Nudeln aus Hülsenfrüchten mit Gemüse und Garnelen, z. B. Linsen-Nudeln (Rezept auf Seite 28)
Mittwoch: weiße Bohnen aus dem Glas/der Konserve mit Sauerkraut, gemischt als Gemüse
Donnerstag: Kichererbsen-Salat mit Schinken (Rezept auf Seite 27)
Freitag: Fischfilet mit Gemüse und rotem Linsen-Püree
Samstag: Erbsen- oder Linsen-Eintopf mit Gemüse
Sonntag: Kuchen mit Hülsenfrüchten, z. B. Schoko-Kuchen mit Kidneybohnen (Rezept auf Seite 29)
Diabetes und Hülsenfrüchte
Kohlenhydrate aus Hülsenfrüchten machen sich langsamer im Blut bemerkbar als zum Beispiel blutzuckerwirksame Kohlenhydrate aus Reis, Kartoffeln, Nudeln oder Brot. Im Schnitt enthalten 25 bis 30 Gramm trockene Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen rund 12 Gramm Kohlenhydrate. Werden sie erst nach dem Kochen gewogen, verdoppelt sich die Menge pro Kohlenhydrat-Einheit, da sie durch die aufgesogene Flüssigkeit mehr wiegen.
Ihr sehr hoher Gehalt an Ballaststoffen sorgt dafür, dass der Blutzucker nach einer Portion Hülsenfrüchte gemäßigt verläuft. Durch zusätzliches Gemüse, etwas Fett durch Fleisch oder Eiweiß wird dieser positive Effekt verstärkt. Deshalb empfiehlt es sich für Menschen mit Insulintherapie, die Insulindosis bei dem Verzehr von Hülsenfrüchten niedriger zu kalkulieren als bei Nudeln, Reis und Co. Zudem ist es ratsam, den Glukoseverlauf nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten im Blick zu behalten, da es individuell zu sehr unterschiedlichen Verläufen der Glukosewerte kommen kann.
Man sollte für sich selbst ausprobieren, wie der eigene Körper reagiert und wann wie viel Insulin benötigt wird. Für Menschen mit Diabetes, die kein Insulin spritzen, sind Leguminosen ebenfalls ein Lebensmittel-Schatz. Denn sie machen angenehm und lange satt bei wenigen Kalorien.
Rezept-Ideen mit lecker-gesunden Hülsenfrüchten

Rezept für Linsen-Nudeln mit Spinat, Garnelen und Zitrone
Linsen-Nudeln sind eine eiweißreiche Alternative zu Pasta aus Weizen. In diesem Rezept treffen sie auf Spinat, Garnelen, Champignons und Zitrone – ein leichtes, schnelles Gericht mit frischer Note, das in nur 25 Minuten gelingt.
Weitere Rezepte zum Thema:
- Kichererbsen-Salat mit Schinken
- Pfirsich-Salat mit Bohnen und Feta
- Schoko-Kuchen mit Kidneybohnen (erscheint am 17. September 2025)
Hülsenfrüchte kochen – so geht es
Damit aus trockenen Hülsenfrüchten ein echter Genuss wird, sollte man Kichererbsen, Erbsen und Bohnen mit Schale mindestens acht Stunden, besser über Nacht, in kaltem Wasser einweichen. Die ausreichend eingeweichten Hülsenfrüchte werden in 45 bis 60 Minuten auf kleiner Stufe weichgekocht. Ein halber bis ein Teelöffel Natron im Kochwasser kann die Kochzeit um rund 20 Minuten verringern. Durch Natron werden die Hülsenfrüchte etwas intensiver in ihrer Farbe. W
Wichtig, damit sie nicht am Topfboden anbrennen: Man lässt sie einmal aufkochen, dann auf kleiner Flamme gar köcheln und rührt öfter durch. Falls sich die Flüssigkeit im Topf dem Ende zuneigt, sollte man unbedingt etwas nachgießen. Fertige Eintöpfe, die am Folgetag aufgewärmt werden, füllt man mit ein wenig Wasser auf, da Hülsenfrüchte etwas nachquellen.
Aufgewärmt schmecken sie oft besonders lecker, da alles gut durchgezogen ist. Zum Würzen bietet sich statt Salz gekörnte oder flüssige Gemüsebrühe an, ebenso wie getrockneter Liebstöckel, Zwiebeln und Lorbeerblätter.
Die 8 besten Tipps gegen Blähungen durch Hülsenfrüchte
- Vor dem Kochen das Einweichwasser wegschütten und durch frisches Wasser ersetzen.
- Kümmelkörner in ein Tee-Sieb oder einen Tee-Filter geben, mit in den Topf der Hülsenfrüchte geben und mitkochen; vor dem Essen herausnehmen.
- Gewürze wie Fenchel, Anis, Kreuzkümmel, Ingwer, Zimt, Kurkuma, Bohnenkraut, Thymian, Rosmarin, Dill, Majoran, Petersilie und Pfefferminze können Blähungen mindern.
- Wenn es Hülsenfrüchte gibt, über den Tag verteilt ungesüßten Fenchel- oder Kümmel-Anis-Fenchel-Tee trinken. Alternativ bietet sich ungesüßter Bäuchlein-Babytee an.
- Geschälte Hülsenfrüchte wie Schälerbsen sind oft besser verträglich.
- Die Menge an Hülsenfrüchten langsam steigern, damit sich der Darm daran gewöhnt.
- Je weicher und länger Hülsenfrüchte gekocht werden, desto verträglicher sind sie.
- Oft verursachen aufgewärmte Hülsenfrüchte weniger Blähungen.
Video: „Hülsenfrüchte – gewusst wie“
Diabetes-Anker-Redakteurin Kirsten Metternich von Wolff gibt im Video praktische Tipps rund um Hülsenfrüchte:
von Kirsten Metternich von Wolff
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (8/9) Seite 24-26
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

3 Minuten
- Ernährung

4 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





