- Ernährung
Zwei Tage intensive Haferkur reichen aus: Studie zeigt deutliche LDL-Cholesterin-Senkung
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Bereits eine kurze, strikt durchgeführte Haferkur mit Kalorienreduzierung kann den Fettstoffwechsel über mehrere Wochen positiv beeinflussen. Darauf weist eine Studie der Universität Bonn hin, die den Effekt einer intensiven Haferzufuhr über zwei Tage auf den LDL‑Cholesterin-Spiegel bei Menschen mit metabolischem Syndrom untersuchte.
Schon vor mehr als 100 Jahren setzte der deutsche Mediziner Carl von Noorden Hafer gezielt zur Behandlung bei Diabetes ein. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes sind Haferkuren auch heute noch teilweise eine beliebte Option, um den Blutzucker zu kontrollieren. Durch moderne medikamentöse Therapien sei diese Methode aber weitläufig „in den letzten Jahrzehnten fast völlig aus dem Blick geraten“, so Dr. Marie‑Christine Simon vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn, in einer Pressemitteilung.
Daher nahm das Forschungsteam um die Juniorprofessorin den gesundheitsfördernden Effekt einer Haferkur auf den LDL-Cholesterinspiegel, das Körpergewicht und den Blutdruck unter die Lupe. Die Studie war in zwei Arme aufgeteilt und richtete sich an Erwachsene mit metabolischem Syndrom ohne Diabetes. Es gilt als wichtiger Risikofaktor für Typ‑2‑Diabetes und umfasst Übergewicht, erhöhte Blutdruck- und Blutzuckerwerte sowie eine Störungen des Fettstoffwechsels.
Wirkung der zweitägigen, intensiven Haferkur mit reduzierter Kalorienaufnahme
Ziel der ersten Untersuchung mit anfänglich 32 Männern und Frauen war, die Effekte einer kurzzeitigen, stark vereinfachten Kost zu prüfen. Die Teilnehmenden dieses Studienarms wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine sollte zwei Tage lang ausschließlich gekochte Haferflocken essen – verteilt auf drei Mahlzeiten täglich und ergänzt nur durch geringe Mengen Obst oder Gemüse. Sie nahmen jeweils rund 300 Gramm Haferflocken pro Tag zu sich und damit deutlich weniger Energie als im Alltag. Eine Kontrollgruppe erhielt ebenfalls eine kalorienreduzierte Kost, allerdings ohne Hafer.
17 Personen aus der Hafer- und 15 aus der Kontrollgruppe (zwei Probanden zogen sich aus persönlichen Gründen zurück) schlossen diese Phase ab. Beide Gruppen profitierten von der vorübergehenden Ernährungsumstellung. In der Hafergruppe fiel der Effekt jedoch klar stärker aus: Der LDL‑Cholesterinspiegel sank durchschnittlich um 10 Prozent. Dr. Simon spricht von einer „substanziellen Reduktion, wenn auch nicht ganz vergleichbar mit der Wirkung moderner Medikamente“. Zusätzlich ging das Gewicht laut Pressemitteilung im Mittel um zwei Kilogramm zurück, was vornehmlich auf die Kalorienbeschränkung zurückzuführen ist, und auch eine leichte Blutdrucksenkung war zu erkennen.
Ein Teil dieser positiven Effekte war noch sechs Wochen nach der zweitägigen Kur nachweisbar. Dr. Simon sieht daher darin das Potenzial einer wiederkehrenden Kurzzeit‑Intervention.
Weiterführende Informationen zum Thema Hafertage und Haferkur
Weniger ausgeprägte Effekte bei längerer „leichter“ Haferkur
Dass Hafer jedoch vor allem in hoher Menge und in Verbindung mit einer Kalorien-Reduktion auf den Fettstoffwechsel, den Blutdruck und das Gewicht positiv wirkt, zeigte sich im zweiten, ergänzenden Teil der Studie. An diesem Arm nahmen ebenfalls 32 Probandinnen und Probanden mit metabolischem Syndrom teil, den alle bis zum Ende durchzogen. Sie nahmen sechs Wochen lang täglich 80 Gramm Haferflocken zu sich, ohne weitere Einschränkungen. Bei ihnen zeigten sich nur geringe Auswirkungen auf die untersuchten Parameter.
Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlicht. Aussagen zur Wirkung von Hafer auf den Blutzuckerspiegel sind darin nicht zu finden, diese sind aber in vielen anderen Untersuchungen und Meta-Analysen klar belegt.
Warum Hafer den Stoffwechsel laut Studie positiv beeinflusst
LDL‑Cholesterin spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Gefäßverengungen. Lagert sich zu viel davon in den Arterienwänden ab, können sich Plaques bilden, die die Gefäße einengen oder instabil werden. Reißt eine solche Ablagerung ein, kann ein Blutgerinnsel entstehen oder Material in andere Gefäße gelangen – mögliche Auslöser eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.
Die Untersuchungen geben Hinweise darauf, welche Mechanismen zur beobachteten Wirkung beitragen. Hafer scheint das Wachstum bestimmter Darmbakterien zu fördern. Diese produzieren beim Abbau des Getreides verschiedene Stoffwechselprodukte. „Wir konnten feststellen, dass sich durch den Verzehr der Haferflocken die Zahl bestimmter Bakterien im Darm erhöht“, erläutert Linda Klümpen, Erstautorin der Studie. Zu den nachgewiesenen Substanzen gehört Ferulasäure, die in Tierstudien positive Effekte auf den Cholesterinstoffwechsel gezeigt hat. Auch andere von den Bakterien gebildete Verbindungen kommen dafür infrage.
Gleichzeitig bauen bestimmte Mikroorganismen im Darm die Aminosäure Histidin ab. Ohne diesen Abbau kann Histidin teilweise in ein Molekül umgewandelt werden, das im Verdacht steht, die Entwicklung einer Insulinresistenz zu begünstigen – einem Kernmerkmal des Typ‑2‑Diabetes.
Ausgewählte Hafer-Rezepte
So war die Studie aufgebaut
Beide Untersuchungen waren randomisiert und kontrolliert. Eine Verblindung der Teilnehmenden war aufgrund der Ernährung nicht möglich, die Analyse von Blut‑ und Stuhlproben sowie die Messungen erfolgten jedoch verblindet. Dadurch sollten Erwartungen der Forschenden keinen Einfluss auf die Ergebnisse haben.
Vor Beginn wurden Blut- und Stuhlproben erhoben sowie verschiedene körperliche Parameter erfasst. Nach Abschluss der zweitägigen Kur folgte eine erneute Untersuchung sowie weitere Messpunkte nach zwei, vier und sechs Wochen. Im sechswöchigen Haferarm wurden vergleichbare Erhebungen durchgeführt. Die Laboranalysen umfassten unter anderem LDL‑Cholesterin und Dihydroferulasäure, eine phenolische Verbindung, die vermutlich von bestimmten Darmbakterien gebildet wird. Durch die Untersuchung der 16S‑RNA in den Stuhlproben ließ sich zudem nachvollziehen, welche Bakterienarten beteiligt waren.
Unterstützt wurde die Arbeit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Verband der Getreide‑, Mühlen‑ und Stärkewirtschaft sowie einem Naturprodukte‑Unternehmen.
von Gregor Hess
mit Materialien der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
