- Psyche
Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten häufig eine schlechtere Diabetes-Versorgung
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Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten seltener eine leitliniengerechte Diabetes-Versorgung. Eine neue Metaanalyse zeigt deutliche Versorgungsunterschiede mit möglichen Folgen für den Therapieerfolg und die Lebenserwartung.
Eine neue systematische Übersichtsarbeit zeigt deutliche Unterschiede in der medizinischen Versorgung von Menschen mit Diabetes – abhängig davon, ob zusätzlich eine psychische Erkrankung vorliegt. Eine Forschungsgruppe der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg hat dafür Daten von mehr als 5,5 Millionen Patientinnen und Patienten ausgewertet. Grundlage waren 49 Studien, von denen rund 840.000 Personen zusätzlich eine psychische Erkrankung wie Depressionen, Schizophrenie, bipolare Störungen oder Suchterkrankungen aufwiesen.
Erstmals wurde damit ein quantitativer Vergleich von Qualitätsindikatoren der Diabetes-Versorgung zwischen Menschen mit und ohne psychische Begleiterkrankungen vorgelegt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „The Lancet Psychiatry“ veröffentlicht. Erstautor der Studie ist Prof. Dr. med. Elias Wagner, Sektionsleiter für Evidenzbasierte Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Augsburg.
Deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für empfohlene Kontrollen
Zentrales Ergebnis: Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten seltener empfohlene Kontrolluntersuchungen. Die Wahrscheinlichkeit für eine leitliniengerechte Überwachung lag fast 20 Prozent niedriger als bei Menschen ohne psychische Erkrankung.
Betroffen waren grundlegende Elemente des Diabetes‑Monitorings:
- Bestimmung des HbA1c (Blutzuckerlangzeitwert)
- augenärztliche Untersuchungen zur Früherkennung von Netzhautschäden
- Kontrollen von Fettstoffwechsel und Nierenfunktion
- Fußuntersuchungen zur Erkennung von Nervenschädigungen
Die Defizite zeigten sich über verschiedene psychische Erkrankungen hinweg.
Ungleichheiten auch bei der medikamentösen Therapie
Auch in der Behandlung fanden sich Unterschiede. Menschen mit psychischen Erkrankungen erhielten häufiger Insulin, hatten aber seltener Zugang zu modernen GLP‑1‑Rezeptoragonisten, die bei Typ‑2‑Diabetes Blutzucker und Herz‑Kreislauf‑Risiko senken können.
„Unsere Ergebnisse zeigen anhaltende Lücken in der Diabetes-Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen auf. Deswegen sind gezielte Maßnahmen zur Beseitigung dieser Ungleichheiten erforderlich“, sagt Studienleiter Elias Wagner. Nötig sei auch, strukturelle und organisatorische Hürden zu adressieren.
Strukturelle Hindernisse im Fokus
Wie Verbesserungen konkret aussehen können, müsse weiter untersucht werden. Prof. Dr. Alkomiet Hasan, Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie und Psychotherapie, betont: „Strukturelle Barrieren im Gesundheitssystem sollten abgebaut und somatische und psychische Versorgung stärker verzahnt werden.“ Die analysierten Daten stammten aus den USA, Europa, Asien und Australien, überwiegend aus den USA.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Versorgungsunterschiede international auftreten und weitere Forschung erforderlich ist, um wirksame systemische Ansätze zu entwickeln.
mit Materialien der Universität Augsburg
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
