Umfrage für den dt-report 2026: Mitreden statt abwarten – jede Meinung ist wichtig

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Umfrage für den dt-report 2026: Mitreden statt abwarten – jede Meinung ist wichtig | Foto: Hispanolistic – gettyimages
Foto: Hispanolistic – gettyimages
Umfrage für den dt-report 2026: Mitreden statt abwarten – jede Meinung ist wichtig

Jedes Jahr führt das Forschungsinstitut Diabetes Akademie Mergentheim (FIDAM) eine Umfrage durch, um unter anderem Menschen mit Diabetes zu Diabetes-Technologie zu befragen. Nun ist es wieder so weit: Jede und jeder kann mitmachen, um den dt-report 2026 mitzugestalten!

Menschen mit Diabetes leben längst in einer hoch digitalen und technologisierten Welt. Und doch fühlt sich die Technik manchmal so an, als käme sie aus einer anderen Zeit. Systeme zum kontinuierlichen Glukose-Messen (CGM) und zur automatisierten Insulindosierung (AID), Apps, Daten-Plattformen – all das soll das Leben leichter machen. Und oft tut es das auch. Aber ebenso häufig hören Diabetes-Teams Sätze wie: „Warum macht es das schon wieder?“, „Warum kann mein System das nicht?“ oder „Was ich mir wirklich wünschen würde, ist …“.

Genau hier setzt der Digitalisierungs- und Technologie-Report Diabetes, kurz dt-report, an. Diese jährliche Befragung zum Stand der Digitalisierung und Diabetes-Technologie sammelt die Erfahrungen, Wünsche und Herausforderungen von Menschen mit Diabetes, aber auch von medizinischen Fachkräften. Die Ergebnisse helfen nicht nur uns Fachleuten, sondern auch der Industrie und der Politik, besser zu verstehen, wo es hakt – und wo wir dringend nachbessern müssen.

Sichtbarmachen unterschiedlicher Perspektiven

Das zentrale Ergebnis der Vorjahre war die Perspektiv-Lücke: Gefragt nach den zentralen Barrieren bei der Nutzung von Diabetes-Technologie denken wir Fachleute häufig, dass es die Überforderung durch Diabetes-Technologie oder die Schwierigkeiten, die Kontrolle abzugeben, sind.

In der direkten Befragung der Menschen mit Diabetes selbst stellte sich heraus: Diese Bedenken sind bei ihnen kaum ausgeprägt. Vielmehr sind es die technischen Probleme, die zu Herausforderungen oder gar Belastungen im Alltag führen. Diese Diskrepanz ist ein Aufruf zur gemeinsamen Arbeit. Nur wenn wir – Diabetes-Teams und Anwendende – eine gemeinsame Grundlage schaffen, können wir die Versorgung wirklich voranbringen.

Daten für die Politik: Überwinden struktureller Hürden

Der dt-report ist aber auch ein wichtiges Werkzeug, um systemische Probleme bei der Versorgung von Diabetes-Technologie zu belegen und Lösungen anzustoßen. Hierbei ist auch der internationale Vergleich spannend, denn neben Deutschland nehmen inzwischen auch jährlich Österreich, die Schweiz und Spanien am dt-report teil. Durch die gesammelten Daten können wir Verbänden wie der Deutschen Diabetes Gesellschaft und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe die notwendigen Beweise liefern, um strukturelle Anpassungen einzufordern:

Administrative Hürden entlarven: Wir wissen aus den Befragungen in diabetologischen Einrichtungen, dass nicht die Technik, sondern das komplizierte Antragsverfahren bei den Krankenkassen und fehlende zeitliche Ressourcen die größten Engpässe für die breitere Einführung von AID-Systemen sind – in Deutschland um einiges mehr als zum Beispiel in der Schweiz.

An Umfrage teilnehmen

Die Umfrage zum dt-report

  • ist komplett anonym,
  • dauert etwa 15 bis 20 Minuten,
  • kann bequem ausgefüllt werden an Computer, Tablet, Smartphone,
  • läuft bis Ende Dezember….

direkt zur Umfrage

Ressourcen für die Teams sichern: Der Einsatz moderner Technologie bedeutet für uns im Praxis-Team mehr zeitlichen Aufwand für individuelle Schulungen, Daten-Analyse und kontinuierliche Weiterbildung. Die Stimme der Anwendenden belegt, dass dieser Aufwand für eine gute Versorgung nötig ist. Nur so können wir politischen Druck aufbauen, um eine faire Verteilung der Ressourcen zu sichern, die uns als Fachkräfte entlastet und Menschen mit Diabetes eine optimale Betreuung ermöglicht.

Strukturelle Unterschiede aufzeigen: Im Vergleich zu Österreich, der Schweiz und Spanien haben wir in Deutschland die höchste Ablehnungsquote bei Erst-Anträgen für ein CGM- oder AID-System.

Die Teilnahme an der Befragung zum dt-report ermöglicht also auch einen Vergleich mit anderen Ländern: Was läuft in Deutschland besser, was schlechter und wieso?

Fokus der neuen Umfrage: Wunschzettel für Verbesserungen

In diesem Jahr gibt es eine ganz besondere Neuerung: Zum ersten Mal kann man in offenen Fragen frei beschreiben, welche Verbesserungen man sich für das aktuell verwendete CGM- oder AID-System wünscht. Das bedeutet: kein Ankreuzen von Vorgaben, sondern die eigenen echten Gedanken, in den eigenen Worten.

Jede und jeder kann schildern,

  • was man am eingesetzten System liebt,
  • was stört oder Sorgen macht,
  • wo man Verbesserungen sehen möchte – bei Sensor-Haltbarkeit, App-Verbindung, Genauigkeit, Anzeige, Alarmen oder Bedienbarkeit,
  • oder auch, welche Innovationen man sich wünschen würde.

Für uns Fachkräfte und für die Entwicklerinnen und Entwickler in der Industrie sind diese offenen Antworten Gold wert. Sie zeigen, was Menschen mit Diabetes wirklich brauchen.

Außerdem geht es in der neuen Umfrage um das persönliche „Kosten-Nutzen-Verhältnis“ bei der Diabetes-Technologie. Wie viel Aufwand „kostet“ es jeden Einzelnen, um das gewünschte Therapie-Ergebnis zu erreichen – und wie ist die Zufriedenheit damit?

Viele Perspektiven – ein gemeinsames Ziel

An der Umfrage zum dt-report können alle Menschen mit Diabetes teilnehmen und auch Eltern von Kindern mit Diabetes. Je mehr mitmachen, desto mehr Perspektiven werden gesammelt und desto spannender sind die Vergleiche, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, desto vielfältiger die Wünsche und Bedürfnisse.


von PD Dr. Dominic Ehrmann und Juliane Ehrmann

Avatar von dominic-ehrmann

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 74 (12) Seite 18-19

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Stunde, 35 Minuten

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

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