- Ernährung
Backen für Weihnachten
4 Minuten

Im November und Dezember wird so viel gebacken wie im Rest des Jahres nicht. Ob mit Kindern, Enkeln oder allein – es geht doch nichts über echte Kekse. Und die sind von Hand gemacht, ohne Zusätze, die in frischem Teig nichts zu suchen haben. Dabei können Sie im Hinblick auf Zutaten sogar einiges tauschen – so wird Weihnachtsgebäck gesünder. Und das alles, ohne dass der Geschmack darunter leidet … lecker.
Keksteig gibt es doch auch aus der Kühltheke – oder besser noch direkt fertige Plätzchen kaufen …? Es mag praktisch sein, fertige Plätzchenteige oder Kekse zu kaufen. Doch geschmacklich können Fertiggebäcke keinesfalls mit Selbstgemachtem mithalten. Und auch wenn Sie Single sind: Gönnen Sie sich den Luxus selbstgemachter Köstlichkeiten aus nussigem Mürbe-, würzigem Lebkuchen- oder schokoladigem Knetteig.
Nein zu Fertigteigen
Fertige Plätzchenteigblöcke oder -rollen gibt es in der Weihnachtssaison in so gut wie jedem Supermarkt, zu finden in der Kühltheke. In solchen Produkten sind Zusätze enthalten, die völlig unnötig sind. Die Liste der hochverarbeiteten Zutaten liest sich in etwa so: Emulgatoren, Feuchthalte- und Antioxidationsmittel. Sie sind im bequemen Kaufteig wichtig für eine bessere Bindung der Zutaten und gute Haltbarkeit. Herkömmliche Produkte wie Eier werden durch industriell hergestelltes Vollei ersetzt.
Solche Teige sind zuckerreich, dieser kann hier auch als Glukosesirup, Dextrose, Fruchtzucker oder Malzzucker enthalten sein, um nur einige zu nennen. Bei Gewürzen wird Vanille aus der Schote zum Beispiel ersetzt durch pflanzliche oder künstliche Aromastoffe. Auch beim Fett ist meist nicht nur Butter im Produkt, sondern es sind Ersatzfette wie Palmfett oder Pflanzenöle. Bei Kakao, Schokolade und Nüssen können solche Erzeugnisse ebenfalls nicht mit selbst gemachtem Teig mithalten.
Außer dem Aspekt der Bequemlichkeit gibt es also keine schlagenden Argumente, solche Teige zu verwenden. Übrigens: Auch ein selbst gemachter Mürbeteig kann problemlos 1 bis 2 Tage, luftdicht verpackt, im Kühlschrank auf seine Verarbeitung warten.
Verwenden Sie passendes Fett
Sie haben es also selbst in der Hand, was in den Teig kommen soll: Klassische Produkte wie Butter und Margarine passen in jeden Teig, in manche süßen Teige passen auch Sonnenblumen- oder Maiskeimöl und in pikante Teige natives Olivenöl extra vergine (besonders hitzestabil).
Wer den Fettgehalt etwas reduzieren möchte, kann fettreduzierte Varianten mit 30 bis 50 Prozent weniger Fett verwenden. Allerdings ist Mürbeteig mit fettreduzierter Butter oder Margarine etwas kniffliger beim Ausrollen, da er sich leichter wieder zusammenzieht. Ein Teil der Butter oder Margarine kann durch cremige oder Erdnussbutter mit kleinen Stückchen sowie Mandelmus ersetzt werden.
Besonders harmonisch schmeckt der Tausch bei Plätzchen mit Nüssen (siehe Rezept Mandelkekse mit Marmeladenherz). Auch ein Tausch von rund einem Drittel Backfett gegen gemahlene Nüsse bietet sich an. Zwar sind Nüsse auch sehr fettreich, dafür enthalten sie lebenswichtige Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, dazu Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien.
Tipps für den Zuckertausch
Backen macht Freude – und wenn es dann auch noch ohne herkömmlichen Zucker so richtig gut schmeckt, umso besser. Mit Erythrit können Sie Ihre Lieblings-Plätzchenrezepte backen und den herkömmlichen Zucker ersetzen.
Erythrit zum Backen
- Erythrit/Erythritol zu verwenden wie Zucker, z. B.:
Xucker light (D, S, I), Borchers Fine Food (S, I), No SugarSugar (I), Sukrin (A, S, I, R) - Puder-Erythrit zu verwenden wie herkömmlicher Puderzucker, z. B.:
Erythritol Powder No SugarSugar (I), Sukrin Melis (A, S, I, R), Xucker Puderxucker (I, D, S), Pumperlgsund Puder Erythrit Bio Süße (I) - braunes Erythrit zu verwenden wie brauner Zucker, z. B.:
Sukrin Gold (A, I, R, S), Erythrit Gold No SugarSugar (I), Xucker Bronze (D, S, I)
* erhältlich in D = Drogeriemärkten, S = Supermarkt, I = Internet, A = Apotheke, DC = Discounter, R = Reformhaus
Erythrit-Praxistipps
- Die Süßkraft von Erythrit liegt bei 70 – 75 Prozent im Vergleich zu Zucker mit 100 Prozent.
- 100 g Zucker können durch 125 – 130 g Erythrit, Puder-, oder Erythrit Gold ausgetauscht werden.
- Puder-Erythrit lässt sich einfach selbst machen: dazu herkömmliches Erythrit in eine Küchenmaschine oder einen Smoothiemixer mit Messer geben. Kurz vor der Verwendung mahlen. Steigt ein leichter Dampf beim Öffnen aus dem Behälter, ist es fein genug.
- Puder-Erythrit, ganz gleich ob gekauft oder selbst gemacht, trocken und fest verschlossen lagern. Es klumpt durch die Lagerung etwas. Deshalb vor der Verwendung durch ein Sieb streichen.
- Puder-Erythrit harmoniert sehr gut in Plätzchenteigen und bringt eine sehr feine Konsistenz.
- Braunes Erythrit passt ideal in Weihnachtsrezepte, da seine Karamellnote sehr gut zu Weihnachtsgewürzen passt.
- Erythrit lässt sich problemlos mit Süßstoffen wie Stevia, Saccharin, Cyclamat, Sucralose und Aspartam mischen.
- Karamellisieren ist mit Erythrit allein nicht möglich. Allerdings klappt es, wenn etwa ⅓ des Zuckers im Rezept durch Erythrit ausgetauscht wird.
- Erythrit ist koch-, back- und gefrierfest.
- Erythrit hat keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und das Körpergewicht.
- Ebenso verursachen normale Portionen von Erythrit weder Blähungen noch Durchfall.
- Auch wenn Erythrit in die Gruppe der Zuckeralkohole gehört, enthält er keinen Alkohol.
Bei der Auswahl der Zutaten können Sie Fett sparen, z. B. durch fettreduzierte Sahne mit 7 und 19 Prozent Fett. Im Vergleich hat klassische Schlagsahne einen Fettgehalt von 30 Prozent. Fettarme Milch mit 1,5 sowie Naturjoghurt mit 1,5 und 0,1 Prozent Fett eignen sich ideal zum Backen. Statt Mascarpone passen in Teige Frischkäse natur mit maximal 20 Prozent Fett absolut sowie Magerquark und Quark mit 10 Prozent Fett. Oft lässt sich auch Schokolade gegen herkömmlichen Back-Kakao tauschen.
Statt gehackter Schokolade wären Kakao-Nibs eine passende Zutat. Dieses Endprodukt roher Kakao-Bohnen ist zwar nicht kalorienfrei, dafür aber komplett zuckerfrei im Vergleich zu Schokolade. Es gibt sie in Bio-Läden, Gesundheitsabteilungen gutsortierter Supermärkte und im Internet.
Mit diesen Tipps machen Sie aus einem normalen einen gesunden Teig. Wenn Sie nun noch an der Zuckerschraube drehen wollen, finden Sie dazu Praxistipps in unserer Übersicht im Info-Kasten oben.
Tipps für gelungene Plätzchen
Passendes Werkzeug lohnt sich: Wird der Teig auf einer Silikonmatte mit einem Nudelholz mit Silikonbeschichtung ausgerollt, funktioniert das ohne zusätzliches Mehl. Alternativ können Sie den Teig zwischen Klarsichtfolie oder Backpapier ausrollen . Wichtig ist auch, dass Teige nicht zu warm und zu weich sind. Wenn Sie Plätzchen ausstechen möchten, tauchen Sie die Förmchen kurz in kaltes Wasser, trocknen sie dann auf einem Küchenkrepp ab – und los geht’s.
Damit Plätzchen nicht austrocknen, schalten Sie zum Backen Ober- und Unterhitze ein, keine Umluft. Die Temperatur sollte auch nicht zu hoch eingestellt sein, das macht Kekse unnötig trocken und sie können zu dunkel werden. Beachten Sie die vorgegebenen Backzeiten im Rezept: Plätzchen dürfen ruhig noch etwas weich sein, wenn sie aus dem Ofen kommen. Sie festigen sich beim Abkühlen.
Danach sollten sie nicht allzu lange auf dem heißen Blech verweilen, sonst werden sie hart. Besser ist, sie kurz abkühlen zu lassen, sie dann vom Backpapier zu lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen zu lassen.
Machen Sie Vanillezucker selbst: Dazu geben Sie ausgekratzte Schoten in ein Schraubglas und füllen es mit Erythrit oder Streusüße auf Süßstoffbasis. Möchten Sie Zucker mit Zimtaroma, geben Sie 1 bis 2 Ceylon-Zimtstangen in ein Glas und füllen dieses ebenfalls mit Zuckeralternativen.
Damit Sie lange etwas von Ihren Schätzchen haben, stapeln Sie Kekse in Metalldosen. Legen Sie zwischen jede Lage ein Stück Backpapier und setzen Sie dann den Deckel auf. Jede Sorte sollte ihre eigene Metalldose haben. Sind Kekse doch einmal zu hart geworden, legen Sie einen ungeschälten kleinen Apfel in die Dose, bis sie wieder weicher sind. Haben Sie nun Lust aufs Backen bekommen? Nachfolgend finden Sie Lieblingsplätzchen einiger Redaktionsmitglieder.
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (11) Seite 86-90
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

2 Minuten
- Ernährung

4 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 2 Tagen, 4 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


