- Ernährung
Plätzchen aus der Weihnachts-Backstube
4 Minuten

Jetzt geht es wieder los, und viele Küchen verwandeln sich zur weihnachtlichen Backstube. Lebkuchen, Kipferl, Nussplätzchen oder mal etwas Außergewöhnliches werden dabei gern ausprobiert. Wir geben Ihnen praktische Tipps, damit Ihre Plätzchenbäckerei von Erfolg gekrönt ist. Plätzchenrezepte dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen. In diesem Jahr finden Sie dazu auch Rezepte für kulinarische Geschenke wie Pralinen und Pesto.
Rund 23 Millionen Bundesbürger backen gelegentlich. Hauptsaison dafür ist die Advents- und Weihnachtszeit. Selbst etwas aus Grundzutaten wie Mehl, Eier und Butter zu zaubern, verleiht ein gutes Gefühl. Die Vorfreude auf Weihnachten steigt, Selbstgemachtes schmeckt einfach. Viele Menschen mit Diabetes möchten selbst entscheiden, wie viele kohlenhydrathaltige Zutaten wie Zucker oder Zuckeralternativen, Mehl oder Schokolade und Trockenobst in den Teig kommen. Außerdem lassen sich selbstgemachte Köstlichkeiten hübsch verpackt ideal verschenken.
Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Tolle Anregungen und Tipps gibt es auf YouTube und Pinterest, auch in Bastelgeschäften oder Drogeriemärkten. Etwas Selbstgemachtes hat heute wieder einen besonders hohen Stellenwert. Denn die Produktion bis zum fertigen Geschenk ist zeitintensiver, als etwas Fertiges im Geschäft zu kaufen. Doch wie wird die Weihnachtsbäckerei ein voller Erfolg?
Bevor es ans Backen geht, stellen Sie sich alle Zutaten zusammen, die Sie für das jeweilige Rezept brauchen, außerdem Nudelholz, Unterlage zum Teigausrollen, Ausstechformen oder Spritzbeutel. Bereiten Sie Ihre Backbleche vor. Wenn Sie Backpapier verwenden, geben Sie ein paar Tropfen Wasser aufs Blech, so haftet das Papier besser darauf. Oder Sie nehmen wiederverwendbare Backfolien. Diese gibt es in Haushaltsabteilungen von Supermärkten, in der Weihnachtszeit häufig auch in Discountern und Drogeriemärkten.
Damit Ihr Backblech beim Belegen mit Keksen nicht herumwackelt, legen Sie ein feuchtes Küchentuch unters Blech. Teige lassen sich ohne zusätzliches Mehl einfach und leicht mit einer Silikonbackrolle auf einer Silikonbackunterlage oder Backpapier ausrollen.
Tipps zum Teigausrollen
Wird beim Ausrollen zu viel Mehl genommen, verändert das den Geschmack: Kekse werden trockener und können eine bittere Note bekommen. Außerdem verändert sich, je nach Mehlmenge, der Kohlenhydratgehalt jedes einzelnen Plätzchens. Alternativ kann eine kleine Menge gemahlene Mandeln oder Haselnüsse auf die Backunterlage gestreut und der Teig darauf ausgerollt werden. So bekommen die Plätzchen eine dünne Nussschicht.
Problemlos klappt es, wenn Sie den Teig zwischen zwei Lagen Klarsichtfolie oder Backpapier legen und dann ausrollen. Falls Folie oder Papier dabei etwas hin- und herrutschen, richten sie Folie oder Papier einfach wieder neu auf dem Teig aus.
Bei Keksen aus Mürbeteig hilft es, wenn das Backfett, also Butter, Margarine oder Nussmus, kalt sind. In Stückchen geschnitten lässt sich der Teig damit einfacher zubereiten. Kneten – am besten mit sauberen Händen – funktioniert auch auf einer Silikonbackunterlage besonders leicht. Ist ein Teig zu weich, wickeln Sie ihn in Folie und bewahren ihn eine halbe Stunde im Kühlschrank auf.
Zum Ausstechen bieten sich Plastik- sowie Metallförmchen an. Sollte sich an den Metallausstechern etwas Rost angesetzt haben, können Sie diesen mit einer Mixtur aus einem Teil Essig und einem Teil Öl abwischen und danach abspülen. Damit der Plätzchenteig beim Ausstechen nicht am Ausstecher kleben bleibt, ist es wichtig, dass er ausreichend kalt ist. Sie können die Ausstechform auch kurz in gemahlene Nüsse tauchen, dann löst sich alles prima.
Manche Kekse laufen beim Backen etwas auseinander. Häufig passiert dies bei Haferflocken- und Nussteigen. Damit sie nicht zu stark auseinanderlaufen, stellen Sie das Blech mit den ungebackenen Keksen 10 Minuten in den Kühlschrank oder nach draußen.
Sie können Plätzchenteige auf Basis von Mürbeteig sogar einfrieren. Bereiten Sie dazu den Teig zu, formen ihn zu einer flachen Kugel und füllen ihn in eine Plastikdose oder einen Klarsichtbeutel. Verschließen Sie das Behältnis fest und legen es in die Gefriertruhe (hält mindestens zwei Wochen). Einen Tag vor dem Verarbeiten nehmen Sie den Teig aus der Truhe und lassen ihn im Kühlschrank auftauen. Übrigens können Sie sich so einen kleinen Vorrat an Teig anlegen, zum Beispiel für Kuchen oder Quiche.
Plätzchen backen: Rezepte umrechnen und Zucker austauschen
Haben Sie Rezepte, die Sie immer wieder gern backen? Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, sie entsprechend ihrer Kohlenhydratmenge (BE bzw. KE) auszurechnen. Zucker im Gebäck lässt sich durch passende Alternativen tauschen. Der Geschmack leidet nicht darunter. Dank einem Zusammenspiel von Grundzutaten und weihnachtlichen Gewürzen sowie einer passenden Dosierung klappt das.
Plätzchenrezepte nach BE oder KE ausrechnen
Sie möchten eines Ihrer Rezepte berechnen? Das geht so:
- Nehmen Sie eine Kohlenhydrataustauschtabelle zur Hand, z. B. „Die Diabetes-Journal-Nährwert-Tabelle“.
- Gehen Sie im Rezept systematisch vor: Welche Zutaten enthalten anrechnungspflichtige Kohlenhydrate?
- Schreiben Sie Mengen von z. B. Mehl, Zucker, Konfitüre und Schokolade untereinander.
- Suchen Sie in der Tabelle Mengen, die jeweils 1 BE oder KE entsprechen.
- Kommen 250 g Weizenmehl in den Teig, dividieren Sie 250 g durch 17 g (BE) oder 14 g (KE). Der Mehlgehalt des Rezepts entspricht demnach 14,7 BE bzw. 17,8 KE (wenn 1 BE 12 g Kohlenhydraten entspricht und 1 KE 10 g Kohlenhydraten).
- Wiederholen Sie dies mit weiteren Kohlenhydrat-anrechnungspflichtigen Lebensmitteln und schauen in der Tabelle nach, wie viel jeweils einer BE/KE entspricht.
- Addieren Sie alle BE/KE-Werte.
- Hat das komplette Rezept 30 BE oder 36 KE und entspricht 60 Keksen, liefert ein Keks 0,5 BE bzw. 0,6 KE.
- Alternativ können Sie von der errechneten Gesamtkohlenhydratmenge ausgehen und diese durch ihre fertig gebackene Stückzahl an Keksen teilen.
Zuckerfrei backen
Kalorien- und kohlenhydratfrei, ohne Auswirkungen auf den Blutzucker:
- Zuckeraustauschstoff Erythrit
- Saccharin und Cyclamat – beispielsweise als Tablette, Streu- und Flüssigsüße
- Sucralose
- Steviolglykoside („Stevia“)
Dosierungstipps
- Statt 100 g Zucker (beachten Sie bitte zusätzlich die Dosierungsmengen auf der jeweiligen Packung)
- 120 bis 140 g Erythrit
- 50 bis 60 g Erythrit mit Süßstoff, z. B. Stevia (wenn auf der Packung doppelte Süßkraft wie Zucker angegeben ist)
- 7,5 ml bzw. 3 EL Flüssigsüßstoff auf Basis von Saccharin und Cyclamat
- 8 bis 10 ml Stevia flüssig
- 10 bis 15 g Sucralose-Streusüße
- 16 bis 17 g Streusüße auf Basis von Saccharin und Cyclamat
- 10 bis 16 g Streusüße auf Basis von Stevia
Für knusprige Kekse …
Wer seine Kekse besonders knusprig wünscht, kann sie mit Heißluft backen. Jedoch hat es sich bewährt, statt Heißluft Ober- und Unterhitze zum Plätzchenbacken einzustellen. So wird Ihr Backwerk nicht so trocken und ist saftiger.
Prüfen Sie nach vorgegebenem Backzeitende, wie sich die Plätzchen anfühlen: Lassen sie sich leicht hin- und herschieben, sind sie fertig. Sie dürfen ruhig noch etwas weich sein, denn beim Auskühlen härten sie nach. Achten Sie bei mehreren Blechen besonders auf die Backzeitdauer: Meist brauchen Folgebleche mit Keksen etwas kürzer, da der Ofen nun richtig heiß ist. Wichtig ist, dass die Plätzchen komplett abkühlen, bevor sie weggepackt werden.
Bewahren Sie Plätzchen mit saftiger Konsistenz (wie Orangen-Plätzchen, Seite 86) getrennt von Mürbeteigkeksen auf und essen Sie sie binnen zwei Wochen auf! Durch fehlenden Zucker und frische Früchte können sie schneller verderben als Mürbeteiggebäck. In unserer Übersicht auf der folgenden Seite haben wir Tipps fürs Backen mit weniger oder ohne Zucker.
Viel Erfolg wünscht Ihnen Kirsten Metternich von Wolff.
Rezepte
- Nuss-Tröpfchen
- Orangen-Plätzchen
- Schokokugeln mit Whiskey
- Rotkohl-Pesto
- Leser-Rezept (online exklusiv): Spinatsuppe
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (11) Seite 82-84
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 3 Tagen, 7 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 6 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



