- Ernährung
So gelingt’s: Gesundes Abnehmen ohne Diät
5 Minuten

Sie wollen abnehmen? Gut so. Aber machen Sie bloß keine Diät! Ja, Sie haben richtig gelesen und fragen sich vielleicht, wie es ohne Diät funktionieren soll, lästige und für die Gesundheit schädliche Kilos zu verlieren. Wir sagen Ihnen, wie Gesundes Abnehmen gelingt.
Abnehmen ist für Menschen mit Diabetes, insbesondere mit Typ-2-Diabetes, ein Dauerthema. Denn der Blutzucker lässt sich doch durch ein paar Kilo weniger bereits in gesunde Bahnen lenken. Oft helfen verlorene Pfunde Menschen mit Typ-2-Diabetes dabei, dass die Gabe von Insulin nicht nötig ist. Auch andere Diabetes-Medikamente können dank einer Gewichtsabnahme in Dosis und Menge positiv verändert werden. Das ist allerdings Aufgabe Ihres Ärzteteams, welches sich um Ihren Diabetes kümmert.
Positive Veränderungen beschert das Schwinden von Fettpolstern auch Ihrer Seele: Menschen, die den Weg aus der Übergewichts-Spirale geschafft haben, bestätigen immer wieder, wie befreiend es ist, wenn sich der Körper endlich wieder schlanker anfühlt, und wie viel positive Energie das freisetzt – Empfindungen, die man sich vorher nicht vorstellen konnte. Schlanker heißt dabei nicht, sich zur Bohnenstange herunterzuhungern. Allein schon ein Gewichtsverlust von fünf Prozent bewirkt dies im Körper und beflügelt die Seele.
Damit sind wir schon mittendrin im Projekt Abnehmen ohne Diät. Denn kleine Schritte bringen Sie auf Dauer erfolgreich ans Ziel – Stolperfallen inbegriffen, denn die gehören zum Leben einfach dazu. Gewicht zu verlieren, ist kein Sprint, sondern ein Marathon mit Höhen und Tiefen. Unterm Strich zahlen sich Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen aus.
Schlafen, Bewegen und Entspannen sind zum Abnehmen wichtig
Sie wissen es bestimmt: Sich regelmäßig aktiver durchs Leben zu bewegen, hat direkt positive Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Auch wenn es am Anfang oft beschwerlich erscheint und auch mal ein ordentlicher Muskelkater zu spüren ist – freuen Sie sich, denn der Körper reagiert mit jeder Zelle positiv auf Bewegung. Auch Ihre Laune wird sich durch Bewegung verbessern, denn eine tägliche Runde Spazierengehen oder ein paar Gymnastik-Übungen nach dem Aufstehen oder vor dem Fernseher sind ein natürlicher Stimmungs-Aufheller.
Denken Sie nicht viel darüber nach und machen es einfach mal. Und auch, wenn Sie es zu Beginn nur wenige Minuten schaffen, sind Sie aktiver – und Sie spüren Fortschritte von Tag zu Tag. Wenn Sie bereits etwas fitter sind, bieten sich zudem sportliche Extra-Einheiten an.
Tipps zum gesunden Abnehmen
- Wenn Sie nur fünf Prozent Ihres Ausgangsgewichts gesund und langfristig verlieren, haben Sie einen großen Beitrag zu besseren Stoffwechselwerten erreicht.
- Gerade bei Typ-2-Diabetes kann der Gewichtsverlust helfen, den Diabetes länger ohne Medikamente zu behandeln.
- Bleiben Sie gelassen und steigen Sie einmal pro Woche, alle 14 Tage oder einmal im Monat morgens ohne Kleidung auf dieselbe Waage. So können Sie entspannt abnehmen und setzen sich nicht so unter Druck.
Wie sieht es mit Ihrer Schlaf-Dauer und -Qualität aus? Mittlerweile sind sich Ärzte einig, dass zum gesunden Abnehmen und auch Halten des neuen Gewichts eine gute Schlaf-Hygiene gehört. Mindestens sechs, besser sieben Stunden sollten es täglich sein. Damit Ein- und Durchschlafen besser funktionieren, kann wiederum Bewegung helfen. Nummer drei im Verbund für erfolgreiches Abnehmen sind Entspannung und das Herunterschrauben des Stress-Levels.
Also: Denken Sie öfter mal an sich und tun sich etwas Gutes, losgelöst von Essen und Trinken. Lassen Sie einfach mal den Alltag vor der Tür und nehmen Sie sich eine kleine Auszeit, auch wenn es nur zehn Minuten sind. Sie helfen aktiv dabei, Stress zu verringern. Auch Ihr Kopf spielt hier eine wichtige Rolle. So heißt es, dass ein positives Mind-Set (also positive Herangehensweisen) aktiv dazu beitragen, individuelle Ziele tatsächlich zu erreichen.
Dazu kann es helfen, sich nicht täglich zu wiegen. Einmal pro Woche bis hin zu einmal im Monat reicht aus, um sich nicht verrückt machen zu lassen. Denn Abnehmen ist ja ein Marathon, kein Sprint, wie Sie wissen. Sie sehen: Dieses Trio ist immens wichtig, um gesund und dauerhaft am Ball zu bleiben.
Rezept-Ideen für gesundes Abnehmen

Paprikaschoten mit Möhren-Hack-Füllung an Tomatensoße
Gefüllte Paprikaschoten mit Möhren-Hackfleisch-Füllung und Tomatensoße: ein eiweißreiches Rezept mit nur 17 g Kohlenhydraten pro Portion. Geeignet für Menschen mit Diabetes, die auf Blutzucker und Gewicht achten.
Weitere Rezepte zum Thema:
Essen und Trinken – die Dosis macht das Gift
Es gibt keine Lebensmittel, die eine Sünde sind, – es gibt einfach Produkte, die der Gesundheit nicht guttun. An vorderster Front stehen hier hochverarbeitete, fett- und zuckerreiche Lebensmittel. Doch auch hier spielt es eine Rolle, wie häufig sie gegessen werden. Gibt es einmal im Monat zum Beispiel eine Pizza, Pommes mit Currywurst oder ab und an mal Süßigkeiten, Kuchen oder ein Glas Bier oder Wein, ist das nicht weiter tragisch.
Wer allerdings täglich zu Fertigprodukten, zucker- und fettreichen Lebensmitteln greift und am besten dazu viel nascht, wird nicht ab-, sondern zunehmen. Es ist also alles eine Frage der Menge und der Frequenz. Wichtig zum gesunden Abnehmen ist deshalb, dass Sie Ihr Bewusstsein für diese Lebensmittel schärfen und diese nur selten konsumieren. Sehen Sie diese als etwas Besonderes an. Dann ist auch der Genuss weitaus größer, als wenn sie so gut wie täglich zum Alltag gehören.
Die besten Lebensmittel zum Unterstützen des gesunden Abnehmens
- Gemüse in jeglicher Form: frisch oder tiefgekühlt ohne Zusätze von Fett und Gewürzen
- Salate ohne Dressing, das machen Sie besser selbst
- frisches Obst, besonders Beerenfrüchte, Steinobst wie Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Wassermelone, Äpfel, Kiwi, Orangen, Mandarinen; tiefgekühlte Früchte ohne Zusätze bieten sich als Alternative an
- Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Linsen (gelb, rot, schwarz), auch Konserven wie Kidneybohnen oder Kichererbsen ohne Zusätze aus der Dose
- Nudeln und Reis in Portionsmengen von je 50 bis 75 Gramm Trockengewicht
- Vollkornbrot und -brötchen sowie Vollkorn-Knäckebrot
- fettarme Milchprodukte wie Skyr, Quark, Joghurt ohne Zusätze
- vegane Alternativen zur Kuhmilch wie Soja- oder Mandeldrink, ohne Zuckerzusatz
- weißes Fleisch und Fisch, pur, also ohne Panade oder Marinade
- statt Zucker besser Erythrit oder kleine Mengen Süßstoff wählen
- Fette bevorzugt aus dem pflanzlichen Bereich wählen, wie Oliven- oder Rapsöl, Margarine, 25 g Nüsse täglich; ein Teelöffel Öl oder Margarine pro Portion reicht aus
Wie sieht es mit der Häufigkeit Ihrer Mahlzeiten und Snacks aus? Versuchen Sie, verstärkt Pausen zwischen Ihre Hauptmahlzeiten zu legen. Auch das hilft dem Körper beim Abnehmen und fördert das Wohlbefinden. Denn wenn Sie kein Insulin spritzen und Ihr Typ-2-Diabetes sich primär über bewusstes und gesundes Essen managen lässt, sind Zwischenmahlzeiten heutzutage nicht mehr nötig. In unserer Übersicht auf der nächsten Seite finden Sie praktische Tipps, wie Sie abnehmen können, ohne eine spezielle Diät zu praktizieren. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ganz viel Erfolg beim Projekt “gesunder Kiloverlust”.
Gesund abnehmen – darauf kommt es beim Essen und Trinken an
- Planen Sie Ihre Mahlzeiten für ein paar Tage im Voraus.
- Versuchen Sie, bewusst Pausen zwischen den Mahlzeiten einzulegen und, so gut es geht, nicht zu snacken.
- Wenn der Hunger zwischendurch naht, greifen Sie zu frischem Gemüse, wasserreichem Obst und trinken Sie etwas ohne Kalorien wie Tee oder Wasser.
- Zu jeder Hauptmahlzeit gehören mindestens eine, besser zwei Portionen frisches Gemüse und/oder Salat.
- Essen Sie täglich ein bis zwei Sorten frisches Obst.
- Kernig ist gut für die Sättigung und den Blutzucker: Essen Sie also Vollkornbrot, Vollkornflocken und Hülsenfrüchte am besten täglich.
- Trinken Sie genug. 1,5 bis 2 Liter ohne Zucker und Fett sind ideal: Wasser, Tee und Kaffee ohne Zucker, Milch oder Geschmackszutaten.
- Alkohol behindert gesundes Abnehmen. Trinken Sie deshalb maximal ein normal großes Glas Bier oder Wein in der Woche.
- Lassen Sie hoch verarbeitete Lebensmittel beim Einkauf links liegen.
- Wenn Sie gern süß essen, planen Sie eine bestimmte Menge pro Woche ein und essen nicht mehr als diese vorher festgelegte Menge.
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (3) Seite 74-77
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lena-schmidt postete ein Update vor 3 Wochen
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 1 Monat, 2 Wochen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße




