- Ernährung
Mehr als nur Beilagen: Kartoffeln und Möhren
4 Minuten

Sie sind in Deutschland der Inbegriff der Beilage, können aber viel mehr! Wir liefern Ihnen Wissenswertes, Zubereitungstipps und Rezepte zu den beiden leckeren Gemüsesorten.
Kartoffeln schmecken lecker. Und auch knackig-orange Häschenkost, sprich Karotten, sind Gaumenschmeichler – egal ob pikant oder süß. Das gelb-orange Paar ist seit vielen hundert Jahren hierzulande aus Kochtopf und Pfanne nicht wegzudenken.
Doch der bundesdeutsche Kartoffelverbrauch sinkt; nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft waren es 2012 gerade einmal 61 kg, die jeder Bundesbürger jährlich verspeiste. Bei Karotten liegt der Anteil bei geschätzten 9 kg. Obwohl viele Deutsche davon ausgehen, dass hier das Kartoffelland schlechthin ist, liegt Deutschland beim Verbrauch eher in der Mitte:
Weltmeister: Weißrussland
Echte Kartoffelkonsumweltmeister sind Weißrussen mit etwa 338 kg pro Jahr, gefolgt von Ukrainern und Russen. In Russland gibt es die größten Anbauflächen. Was die Produktionsmenge betrifft, spielen allerdings China und Indien ganz oben mit.
Eine Kartoffel ist eine Kartoffel …
… ist eine Kartoffel – allerdings nicht mehr nur als klassische Salz- oder Pellvariante: Der Absatz verarbeiteter Produkte wie Pommes frites und Kroketten steigt stetig. Darüber freut sich die schlanke Linie nicht sonderlich, denn die meisten Kartoffelfertigprodukte sind wesentlich fettreicher als die Klassiker. Vor allem, wenn es schnell gehen soll: In der Kantine, nach der Arbeit oder bei Kindern sind Pommes und Co besonders beliebt.
Nur leider halten sie nicht so lange satt wie gekochte Kartoffeln, es sei denn, die Portionen sind entsprechend üppig. Darunter leidet auf Dauer die Figur. Ganz gleich, ob aus der Fritteuse oder dem Ofen: Sie sind einfach sehr fettig. Ausnahme im Fertigkartoffelland: Klöße und Püree – ohne den üblichen Stich Butter.
Das sollte auf der Kartoffel-Verpackung stehen
- Verkehrsbezeichnung, z.B. Speisefrühkartoffeln
- Sortenbezeichnung, z.B. „Berber“, „Gloria“, „Granola“
- Kochtypenbezeichnung oder Größenbezeichnung, z.B. „Drillinge“
- Absender, z.B. aus der Pfalz mit Name und kompletter Anschrift Herkunftsland Qualitätsbezeichnung wie Qualität I oder Qualität Extra
- Anbauart, z. B. Bio mit passendem Siegel
- Mengenangabe
- Lagerung
- Mindesthaltbarkeitsdatum
Zitronen des Nordens
Es ist kaum zu glauben, aber die kleinen braunen Erdäpfel enthalten ein ganzes Paket lebenswichtiger Inhaltsstoffe. Besonders hoch ist ihr Vitamin-C-Gehalt. Deshalb heißen sie auch Zitronen des Nordens. Drei mittelgroße Kartoffeln (insgesamt 250 g) decken knapp die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C. Außerdem enthalten sind B-Vitamine –wichtig für den gesamten Stoffwechsel.
Zum Ausgleich des Wasserhaushaltes liefern sie reichlich Kalium und kaum Natrium, für den Knochenaufbau und -erhalt Kalzium und Phosphor. Dazu gesellen sich Mineralien wie Magnesium, Kupfer, Eisen und Mangan. Gerade im Winter lohnt es sich, als wertvolle Vitalstoffquelle regelmäßig Kartoffeln zu essen.
Sind Kartoffeln Dickmacher?
Bleibt noch die Frage: Sind Kartoffeln Dickmacher? Salz- oder Pellkartoffeln machen nicht dick: Eine mittelgroße Knolle (etwa 80 g) liefert etwa 55 Kilokalorien, 12 g anrechnungspflichtige Kohlenhydrate, dazu sättigende Ballaststoffe.
Anders sieht es zum Beispiel bei Pommes frites und Kroketten aus: Da sie in Fett gebacken sind, haben sie erheblich mehr Kalorien als pure Kartoffeln. Dies gilt auch für vorfrittierte Backofen-Fritten. Während die 80 g schwere, gekochte Kartoffel nahezu fettfrei ist, enthält die gleiche Portion Fritten 12 g Fett und 26 g anrechnungspflichtige Kohlenhydrate.
Kalorien und Kohlenhydratgehalt in Kartoffelprodukten
| Lebensmittel | anrechnungspflichtige Kohlenhydrate | Kilokalorien |
| Kartoffel, 1 mittelgroße, ca. 80 g | ||
| Kartoffelknödel, 1 Kochbeutelknödel, 90 g | ||
| Semmelknödel, Kochbeutel, 120 g | ||
| Kartoffelpüree, selbst gekocht, 100 g | ||
| Kartoffelchips, eine Handvoll, 30 g | ||
| Pommes frites, kleine Portion, 140 g | ||
| Krokette, Stück, 20 g | ||
| Herzoginkartoffel, tiefgekühlt, 55 g | ||
| Bratkartoffeln, selbst gemacht, 280 g | ||
| Reibekuchen, 2 kleine, ca. 150 g | ||
| Schupfnudeln, 1 Portion, 150 g | ||
| Gnocchi, trocken, 70 g |
Kartoffeln mal nicht zum Essen
Auch als Hausmittel machen sich Kartoffeln ausgezeichnet: Wer seine Suppe versalzen hat, weil er gerade an seinen Liebsten denkt, braucht nicht zu verzagen: Eine rohe Kartoffel nimmt überschüssiges Salz aus der Suppe. Dafür wird die Kartoffel geschält und in fingerdicke Scheiben geschnitten. 10 Minuten in der Suppe mitkochen, herausnehmen und schon ist die Suppe wieder genießbar.
Rohe angeschnittene Kartoffeln wirken, auf die Haut gerieben, gegen penetranten Geruch von Zwiebeln an den Händen. Außerdem mildern sie Juckreiz und Schwellung bei lästigen Insektenstichen. Auch gegen Halsschmerzen können sie helfen. Wie das geht, erfahren sie in unserem „Körper & Geist“-Beitrag „Gut gewickelt“.
Kartoffel-Kochtipps
- Generell gilt: Vor dem Kochen die Kartofflen nicht unnötig lange im Wasser liegen lassen.
- Für Pellkartoffeln möglichst gleich große Kartoffeln wählen.
- Unter kaltem Wasser mit einer Bürste abschrubben, dann ist die Schale essbar.
- Für Kochkartoffeln Schale mit einem Sparschäler abschälen.
- In gleich große Stücke schneiden.
- Pell- oder Kochkartoffeln mit wenig Wasser bedeckt bei halb geschlossenem Deckel in 20 bis 40 Minuten (je nach Größe) garen.
- Kochkartoffeln können mit einer Prise Salz oder gekörnter Gemüsebrühe garen.
- Frisch gekocht abgießen, im Topf kurz ausdampfen, bevor sie gegessen oder weiterverarbeitet werden.
Karotten machen lebenslang glücklich
Karotten sind das erste Essen, mit dem Babys Bekanntschaft machen oder Hasen glücklich werden. Bleiben Sie Karotten lebenslang treu! Warum? Nun ja, sie sind das ganze Jahr über in guter Bio-Qualität im Handel zu fairen Preisen erhältlich. Ruckzuck geschält sind sie ein knackiger und kalorienarmer Snack für zwischendurch. Dabei halten sie sich im Gemüsefach des Kühlschranks mindestens eine Woche und überstehen selbst kleine Druckblessuren, ohne an Qualität und Geschmack einzubüßen.
Auch ihre inneren Werte sind gut: Eine mittelgroße Karotte bringt 150 g auf die Waage; mit im Paket stecken 38 Kilokalorien, Spuren an Fett und Eiweiß sowie knapp 7 g anrechnungsfreie Kohlenhydrate und 5 g Ballaststoffe. Die decken bereits 16 Prozent des täglichen Ballaststoffbedarfs eines Erwachsenen. Nicht schlecht, oder? Das war noch nicht alles: Mit 1,7 Milligramm Provitamin A gehören die orangen Knabberstangen zu den Spitzenreitern im Hinblick auf das fettlösliche Vitamin.
Damit das Provitamin A im Darm gut aufgenommen wird, etwas Öl zum Salat oder zum Gemüse geben. Auch Nüsse harmonieren prima und erfüllen den gleichen Zweck. Möhrchen sind besonders gut für die Sehkraft. Dieser Effekt lässt sich auf den Gehalt an Beta-Karotin (Provitamin A) zurückführen. Wie hoch er ist, lässt sich von außen erkennen – es gilt: Je kräftiger die Farbe, desto mehr ist enthalten. Na, dann nichts wie ran an die Möhre!
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (2) Seite 74-78
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123novesia postete ein Update vor 1 Tag, 17 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 18 Stunden, 24 Minuten
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
lena-schmidt postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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