- Ernährung
Süßstoffe: Gesunde Alternativen zum Zucker?
3 Minuten

In die Tasse Kaffee oder Tee wandern zwei Süßstofftabletten, statt zwei Würfel Zucker. Aufs Brot kommt Konfitüre mit Stevia. Der Fruchtjoghurt für unterwegs ist zuckerfrei, ebenso wie die Zero-Cola und ein Kaugummi für frischen Atem. Süßstoffe gehören für viele Menschen zum Alltag. Möchten auch Sie weitgehend auf Zucker verzichten? Hier finden Sie passende Alternativen – und es gibt auch eine Stellungnahme zu den immer wieder bemühten kritischen Schlagzeilen über die süßen Stoffe.
Aspartam schadet der Gesundheit, Saccharin erhöht den Blutzucker. Und Hunger machen Cyclamat, Stevia und Co allemal. Angeblich sollen Frauen, die regelmäßig mit Süßstoff gesüßte Getränke konsumieren, ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten haben. Kaum eine Sau wird öfter durchs Dorf gejagt als die zum Thema Süßstoff. Und hier lässt sich direkt eine hartnäckige Behauptung widerlegen: die, dass Süßstoffe an Schweine verfüttert werden, um deren Appetit zu steigern.
Fakt ist die Möglichkeit, Ferkeln beim Übergang von Flaschen- auf feste Nahrung die geschmackliche Anpassung mit Saccharin zu erleichtern. Dieser Zeitraum begrenzt sich allerdings auf die ersten vier Lebensmonate. Auch der Hunger steigt nicht automatisch, wenn etwas mit künstlichen Süßstoffen in den Mund wandert. Rein physiologisch passiert nichts, denn Süßstoffe haben keinen Nährwert und keine Auswirkungen auf den Blutzuckerwert. Hungergefühle oder verstärkter Appetit sind folglich ein individuell empfundener Umstand.
Achtung: Gewöhnungseffekte
Allerdings kann bei regelmäßig hohem Konsum von Saccharin, Stevia und Co ein süßer Gewöhnungseffekt entstehen, ähnlich dem von Salz, dessen Menge dann sukzessive erhöht wird, weil sich der Körper an sehr süß oder salzig gewöhnt hat. Hier ist es sinnvoll, seine eigenen Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen: Wer seinen Kaffee zum Beispiel mit zig Süßstofftabletten mehrfach täglich süßt, sollte generell überlegen, die Dosis zu drosseln. Eine reine Trainingssache. Meist stellt sich ein neues Süßgefühl schon nach ein bis zwei Wochen ein.
Aufregung um Saccharin und Aspartam
Lange Zeit verhallte der Wirbel um Aspartam nicht und dazu gesellte sich jüngst eine neue Studie zu Saccharin. Aspartam wurde seit seiner europaweiten Zulassung im Jahr 1979 mehrfach untersucht und geprüft auf mutmaßliche Wirkungen wie Allergien, Epilepsie, Kopfschmerzen und eine mögliche Krebsentstehung.
Im Dezember 2013 veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) dazu einen Bericht, in dem noch einmal von Expertenseite bestätigt wurde, dass Aspartam sicher ist. Im Hinblick auf Saccharin gibt es eine tierexperimentelle Studie eines israelischen Forscherteams um Jotham Suez:
Sie gaben Mäusen elf Wochen lang Wasser, welches in sehr hoher Konzentration mit Süßstoff versetzt war. Im Vergleich zu Mäusen, die ungesüßtes Wasser erhielten, stiegen bei den “Süßstoff-Mäusen” die Blutzuckerwerte unter Zuckerbelastungstests unverhältnismäßig stark an. Im Anschluss testeten die Wissenschaftler diesen Effekt an sieben Probanden. Bei vier Teilnehmern verschlechterten sich die Werte, bei den restlichen gab es keine Veränderung. Und was nun?
Meldungen über erhöhtes Diabetes-Risiko „übertrieben“
“Aus diesem Ergebnis abzuleiten, dass der Gebrauch von Süßstoff generell das Diabetes-Risiko erhöht, ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben”, sagt Prof. Jochen Seufert, Leiter der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg. Nicht nur das: Um die in den Studien verwendeten Süßstoffmengen über Lebensmittel aufzunehmen, müsste man zum Beispiel literweise mit Süßstoffen gesüßte Light- oder Zero-Getränke täglich trinken. Das ist praktisch nicht machbar.
Kurzum: Es wird immer wieder Studien zu Süßstoffen geben, was gut und auch legitim ist. Solange diese jedoch nicht über längere Zeiträume breit angelegt sind und von den Fachgesellschaften in ihre Richtlinien und Empfehlungen aufgenommen werden, gilt es, abzuwarten und weiterhin moderat mit künstlichen Süßstoffen umzugehen.
Neue Zuckeralternativen mit Sucralose und Stevia
In den Diabetes-Journal-Rezepten finden Sie neben kleinen Mengen Zucker (eine Tagesmenge von 50 g ist laut DDG möglich – unter Berücksichtigung der Kalorien und Kohlenhydrate) Angaben zu Süßstoffen. Im Zuge der Einführung von Steviolglykosiden (“Stevia”) und Sucralose hat sich der Markt an Streusüßen, mit denen sehr gute Backergebnisse möglich sind, erweitert.
Damit Sie im Handel passende Produkte finden, sind im Rezept Handelsnamen angegeben wie Natreen, Sukrin oder Nevella. Nevella ist aktuell in vielen großen Handelsketten kaum noch oder nicht mehr gelistet. Eine identische Alternative bietet die Produktpalette des Unternehmens bff – borchers fine food. Produkte mit Stevia und Sucralose (wie Flüssig- und Streusüße mit und ohne Erythritol) sowie Tabletten sind ab sofort bundesweit in zahlreichen Supermarktketten und im Internet erhältlich unter www.bff-feinkost.de/brands/bff/
In Maßen sinnvoll und praktisch
Insbesondere, um Energie und Kohlenhydrate einzusparen, zum Beispiel während einer Diät, oder um kein zusätzliches Insulin einzuplanen, steht einem moderaten Süßstoffverbrauch nichts im Weg. Dazu der Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Privatdozent Dr. Erhard Siegel: “Süßstoff ist nach derzeitigem Erkenntnisstand gesünder als etwa Fruchtzucker, der die Blutfette ungünstig beeinflusst und Fettleber, Übergewicht und Typ-2-Diabetes zu fördern scheint.”
Als gelegentlicher Zusatz in Getränken oder festen Nahrungsmitteln, ebenso zum Backen und Kochen ist Süßstoff unbedenklich. Wer als Diabetiker vor der Wahl “Zucker oder Süßstoff?” steht, fährt meist besser damit, wenn er zum Süßen von Tee, Kaffee, Joghurt, Salatsauce etc. eine Süßstofftablette verwendet oder einen Spritzer Flüssigsüße. Zucker, Honig, Agavensirup, Fruchtzucker oder Sorbit sind hier nicht sinnvoll.
Rezepte
von Kirsten Metternich von Wolff
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (4) Seite 80-83
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123novesia postete ein Update vor 1 Tag, 15 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 16 Stunden, 45 Minuten
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
lena-schmidt postete ein Update vor 1 Monat, 1 Woche
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






