Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate: das Energie-Versorger-Trio

4 Minuten

Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate: das Energie-Versorger-Trio | Foto: Alexander Raths – stock.adobe.com
Foto: Alexander Raths – stock.adobe.com
Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate: das Energie-Versorger-Trio

Mit jedem Bissen sind sie inklusive – Kalorien. Wie viel Energie jeweils in einem Lebensmittel oder einer Speise enthalten ist, hängt davon ab, wie viel Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate drinstecken. Das Trio ist wichtig für den Körper, jeder Nährstoff hat seine Daseinsberechtigung und erfüllt verschiedene Aufgaben im Organismus. Entscheidend für die Gesundheit ist ein ausgewogenes Mengenverhältnis des Energie-Versorger-Trios.

Ohne Energie und damit verbunden Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate wäre kein Leben möglich. Teils sind die Nährstoffe in Verruf geraten: als Dickmacher, zu wenig sättigend oder wenn sie vorwiegend aus negativen Begleitstoffen bestehen.

Es kommt wie bei vielen Dingen auch hier auf die jeweilige Menge an. Dabei enthalten 1 Gramm Eiweiß und 1 Gramm Kohlenhydrate jeweils 4 Kilokalorien, 1 Gramm Fett 9 Kilokalorien. Auf einen der drei Nährstoffe weitestgehend zu verzichten, wäre für die Gesundheit jedoch wenig förderlich.

Energie-Versorger: Wie viel darf es täglich sein?

Eiweiß

  • 0,8 Gramm pro Kilogramm Köpergewicht
  • ab 65 Jahren: 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
  • im Schnitt täglich 50 bis 70 Gramm

Fett

  • 30 Prozent der täglichen Energiemenge
  • Frauen täglich ca. 60 Gramm
  • Männer täglich ca. 80 Gramm

Kohlenhydrate

  • 40 bis 50 Prozent der täglichen Energiemenge
  • abhängig auch von der individuellen Diabetestherapie

Eiweiß: ein wichtiger Zell-Baustein

Eiweiße (Proteine) stehen seit einigen Jahren, gerade wenn es ums Abnehmen und die Sättigung geht, besonders im Fokus. Wichtig sind sie als universeller Baustoff für Organe, Muskeln und das Blut. Außerdem spielen sie bei der Bildung von Enzymen, Hormonen oder als Bestandteil der Antikörper für die Immunabwehr eine zentrale Rolle. Da Körperzellen rund um die Uhr und lebenslang erneuert werden, ist es lebenswichtig, täglich Eiweiß zu essen.

Proteine bestehen aus verschiedenen Bausteinen, die Aminosäuren heißen. Davon sind neun essenziell. Das heißt, der Organismus ist darauf angewiesen, sie täglich über eiweißhaltige Lebensmittel zu bekommen. Denn selbst herstellen kann er sie nicht.

Rezept-Ideen mit den Energie-Versorgern Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate
Rezept für Bandnudeln mit Spargel-Duo / Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate: das Energie-Versorger-Trio | Foto: MedTriX/Bernhard und Gabi Kölsch
Bandnudeln mit Spargel-Duo

Frühlingsküche trifft cremige Leichtigkeit: Bandnudeln mit grün-weißem Spargel, würziger Hähnchenbrust und feiner Soße aus Sojadrink und Sahne-Alternative – in nur 25 Minuten servierfertig.

➤ zum Rezept

Weitere Rezepte zum Thema:

Pflanzliche und tierisch gute Eiweiß-Kombinationen

Eiweißhaltige Lebensmittel aus dem tierischen Bereich können besonders gut in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden. Allerdings sind pflanzliche Eiweiß-Quellen meist gesünder. Sie liefern zusätzlich Ballaststoffe, die sättigen, der Verdauung und einem gemäßigten Blutzuckerverlauf guttun.

Bei der Kombination aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß werden die Nährstoffe besonders gut vom Körper aufgenommen. Das wären zum Beispiel ein Vollkornbrot mit Käse, Hülsenfrucht-Eintopf mit Reis, Kartoffeln oder Nudeln, Kartoffeln oder Pasta mit Ei, Pellkartoffeln mit Quark.

Pflanzliche und tierische Eiweiß-Quellen
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen
  • Brot, am besten in den Vollkorn-Varianten
  • Getreideflocken wie kernige Haferflocken, Vollkornflocken, Quinoa, Couscous
    Kartoffeln, Reis, Wildreis
  • Nudeln, besonders in der Vollkorn-Variante
  • Soja, Tofu, Tempeh, Fleisch-Ersatz auf Sojabasis (TVP: Textured Vegetable Protein)
  • Milch und Milchprodukte – je fettärmer, desto eiweißreicher
  • Fleisch, Fisch, Geflügel
  • Eier

Thermofunktion durch Fett

Der kalorienreichste Stoff aus der Nahrung ist wichtig, damit die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K verwertet werden können. Eine gesunde Fettschicht ummantelt die Organe als Schutz vor Druck und Stößen. Außerdem bildet das Unterhautfettgewebe eine isolierende Schicht und schützt so vor Kälte.

Zu behaupten, Fett mache fett, ist nicht ganz richtig. Denn besonders ungesättigte Fettsäuren, allen voran Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren, kann der Körper nicht selbst produzieren. Deshalb muss er sie über die Nahrung erhalten. Hier bieten sich Sonnenblumen-, Maiskeim-, Soja-, Oliven-, Raps-, Walnuss- und Leinöl an – ebenso wie Hering, Makrele, Thunfisch oder Lachs. Diese besonderen Fettsäuren wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel im Blut aus.

Weniger gesundheitsfreundlich sind dagegen gesättigte Fette. Ein großer Anteil im Essen fördert erhöhte Blutfettspiegel und schadet der Herzgesundheit.

Tipps zum Umgang mit Fetten
  • pflanzliche Fette und Öle bevorzugen; je flüssiger ein Fett, desto höher sein Gehalt an gesunden, ungesättigten Fettsäuren
  • fettreiche Fische zweimal pro Woche essen
  • fettbewusst zubereiten: Garen, Dämpfen, Dünsten, Backen, Frittieren in der Heißluft-Fritteuse
  • Frittierfette und Kokosfett meiden
  • sparsam mit tierischem Fett wie Sahne, Schmalz, Eigelb, Speck, fettem Fleisch, Wurst, Käse, Frittiertem und stark verarbeiteten Produkten umgehen
  • fertige Produkte bevorzugt fettarm wählen

Kohlenhydrate sind Sattmacher

Im Grunde sind sie der wichtigste Energielieferant. Würden Kohlenhydrate fehlen, käme es zur Unterzuckerung. Denn ohne Kohlenhydrate könnte keine Zelle und kein Muskel im Körper arbeiten. Je nachdem, welche Kohlenhydrate gegessen werden, sättigen sie gut. Und auch der Blutzuckerverlauf ist abhängig von Menge und Qualität der gegessenen Kohlenhydrate. Deshalb ist es wichtig und sinnvoll zu wissen, welche kohlenhydrathaltigen Lebensmittel lecker und auch gesund sind.

Da sie den Blutzucker beeinflussen, spielen sie bei Diabetes eine zentrale Rolle. Zur leichteren Einschätzung kohlenhydrathaltiger Lebensmittel gibt es Kohlenhydrat-Austausch-Tabellen. Hier sind Lebensmittel mit ihrem Kohlenhydratgehalt von 10 Gramm (KE) oder 12 Gramm (BE) anrechnungspflichtiger Kohlenhydrate gelistet. Nahezu alle pflanzlichen Lebensmittel sowie Milch- und Milchprodukte enthalten blutzuckerwirksame Kohlenhydrate.

Neben gesunden Kohlenhydraten (siehe Kasten) gibt es solche, die blitzschnell ins Blut wandern: zum Beispiel Zucker, süße Getränke, Weißbrot, Fruchtgummi, Bonbons oder Sorbet und Fruchteis. Reinen Zucker braucht kein Mensch zum Leben, viel wichtiger sind Lebensmittel, die neben Kohlenhydraten auch Ballaststoffe enthalten. Sie helfen aktiv dabei, dass enthaltene Kohlenhydrate langsamer ans Blut abgegeben werden.

Geeignete Kohlenhydrate bei Diabetes
  • Hülsenfrüchte
  • Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis – besonders in der Vollkorn-Version
  • stärkereiches wie dicke Bohnen, Kartoffeln, Süßkartoffeln
  • frisches Obst wie Beerenfrüchte, Äpfel, Orangen, Kiwi usw.
  • Milch und Milchprodukte ohne Zuckerzusatz

Video: „Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate: Was man über das Energie-Versorger-Trio wissen sollte“

Diabetes-Anker-Redakteurin Kirsten Metternich von Wolff erklärt in diesem Video, welche Lebensmittel im Hinblick auf Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sinnvoll sind und welche nicht:


von Kirsten Metternich von Wolff

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (5) Seite 24-26

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast – Höhen & Tiefen: Schwangerschaft mit Typ-1-Diabetes – Lesley‑Ann berichtet über ihre Erfahrungen
Im Diabetes-Anker-Podcast berichtet Lesley-Ann, wie sie ihre Schwangerschaft und den Start ins Elternsein mit Typ‑1‑Diabetes erlebt hat. Zwischen Therapie-Herausforderungen, einer Frühgeburt in Woche 27 und hoher emotionaler Belastung fand sie ihren Weg – auch dank der Unterstützung durch ihr Umfeld und den Klinik-Teams.
Diabetes-Anker-Podcast – Höhen & Tiefen: Schwangerschaft mit Typ-1-Diabetes – Lesley‑Ann berichtet über ihre Erfahrungen | Foto: privat

2 Minuten

Kosten im Gesundheitssystem: Geht das nicht günstiger?
Mit der Krankenhausreform und einem verpflichtenden Primärarzt-System hat sich die Bundesregierung schon zwei gesundheitspolitische Großprojekte vorgenommen, die irgendwann auch Kosten im Gesundheitssystem sparen sollen. Und jetzt?
Kosten im Gesundheitssystem: Geht das nicht günstiger? | Foto: Andrey Popov – stock.adobe.com

3 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • diahexe postete ein Update vor 6 Tagen, 21 Stunden

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

  • anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

    Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.

    Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
    individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.

    So können Kinder lernen, wachsen und
    selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
    Unsere Mission ist einfach:

    ✔ Kindern Sicherheit geben
    ✔ Familien den Alltag erleichtern
    ✔ Kita- und Schulteams entlasten
    ✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.

    Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.

    Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.

    Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
    📧 moin@hanseatic-kids.de
    📞 040 851 59 747

    Uploaded ImageUploaded Image
Verbände